„Wie beginnt man ein Leben am Ender der Geschichte?
Drei Mädchen vom Stadtrand, Center Shock auf der Zunge, abgerissener Mercedesstern um den Hals. Das sechsspurige Adlergestell vor der Nase. Ostberliner Kindheit um 1990.
Sie sind frei. Das wird jedenfalls behauptet. Freier als ihre Mütter, die sich verlieren in den Wirren des Umbruchs. Freier als ihre Großmütter, die noch immer verfolgt werden von den Gespenstern der Vergangenheit. Die drei Mädchen wollen ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Doch als sie merken, dass auch die neue Freiheit Grenzen hat, kommt es zum Knall.“ (Umschlagtext)
Mal ist es das Cover, mal eine Rezension oder ein Lesetipp – und manchmal ist es eine Lesung, die ich eigentlich nur als Begleitung erlebe. Die Kombination aus der Autorin und Jürgen Kuttner auf der Bühne war aber auch herrlich launisch und unterhaltsam zugleich.
Es war natürlich auch ein interessanter, ostiger Auftritt, weil es ja schließlich um eine Kindheit in Ostberlin geht. Und da passte Jürgen Kuttner eben auch wie die Faust aufs Auge als Gesprächspartner für Laura Laabs, die 1985 in Ost-Berlin geboren wurde und Kuttners Stimme sicher oft genug in den Neunzigern im Ohr hatte.
Mal wieder führt mich ein Roman also zurück in die Wende-/Nachwendezeit in Ostdeutschland, obwohl Berlin vermutlich auch damals ein etwas anderes Pflaster war als der Rest des Ostens. Zumindest ist das in meiner Erinnerung so. Zumeist sind mir bisher ja eher Geschichten von Jungs oder jungen Männern aus dieser Zeit in die Hände gefallen. Es wird also Zeit, auch mal die Geschichten von jungen Mädchen und Frauen aus dieser Zeit zu lesen.
„Lenka, Chaline und
die Erzählerin wachsen Tür an Tür auf, an der großen Berliner Ausfallstraße,
dem Adlergestell. Beste Freunde, unzertrennlich, trotz oder wegen der völlig
verschiedenen Milieus, aus denen sie kommen. Mit dem Schulanfang treten sie ein
in das Chaos nach dem ‚Ende der Geschichte‘. Das schmeckt so süß und prickelt
so sauer wie die neuen Center Shocks. Doch die großen Erwartungen zerplatzen so
schnell wie ihre Kaugummiblasen. Denn den Adler kümmert ihre Existenz wenig und
ein Gestell gibt keinen Halt. 35 Jahre danach beginnt die Erzählerin eine
Spurensuche. Warum haben sie sich verloren? Was hat ihre Vergangenheit, die
ihrer Mütter und Großmütter, mit den Verwerfungen von heute zu tun? Und hatten
sie überhaupt eine Chance?
Ein furioser
Nachwenderoman, der mitten in unsere Gegenwart führt.“ (Klappentext)

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