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Donnerstag, 30. August 2018

Comixene #128



Bestens geeignet als Morgenlektüre zu den ersten beiden Kaffees am Tag. 😉

Frisch eingetroffen.

#lesesommer #comic #manga #comixene #graphicnovel #magazin #lesen #leselust #indiemag #yesyoucomican

Dienstag, 28. August 2018

Mosaik #513



Diese Zeit im Jahr, wenn unzählige Leute um dich herum stolz erzählen, dass sie jetzt gen Norden aufbrechen, um Urlaub zu machen in diesem Schweden oder Dänemark oder Norwegen, weil es da so unglaublich schön sei ...

Ich schau den Abrafaxen zu und träume von Palmen. So! 😂😉😎

#lesesommer #comic #mosaik #abrafaxe #hanse #mittelalter #schweden #gotland #geschichte #zeitreise #indiecomic #lesen #leselust #yesyoucomican

Mittwoch, 22. August 2018

Monique Truong: Das Buch vom Salz



"Monique Truongs erster Roman erzählt die Geschichte des vietnamesischen Kochs von Gertrude Stein und Alice B. Toklas in Paris, Ende der zwanziger Jahre. Der junge Koch und Ich-Erzähler, der wegen seiner Neigungen aus dem kolonialen Vietnam geflohen ist, ist ein Fremder, eine verlorene Seele, ein anrührender und nicht ganz zuverlässiger Berichterstatter.
Wunderschön und doppelbödig geschrieben, ist 'Das Buch vom Salz' - dem Salz in den Speisen, im Meer, in den Tränen, im Schweiß gewidmet - ein Fest der Sinne und des Erzählens." (Umschlagtext)

Mal wieder hat mich die Beschreibung neugierig gemacht. Zumal die Autorin kürzlich zu einem feinen Literaturfestival in Berlin war. Wie mir nachträglich versichert wurde, saß sie beim öffentlichen Schauen des WM-Finales direkt neben uns. Ok ok, das ist fürs Buch natürlich vollkommen nebensächlich. ;)

Eines noch: Beim Umschlagtext ist mal wieder hübsch zu besichtigen, dass immer noch das Diktum gilt, dass die Worte schwul oder homosexuell nicht an einer solchen Stelle abgedruckt werden. Stattdessen ist betulich von "Neigungen" die Rede. Willkommen im 21. Jahrhundert. ^^

#lesesommer #roman #moniquetruong #chbeck #paris #getrudestein #vietnam #fremde #sehnsucht #homosexualität #kolonialismus #lesen #leselust #literatur

Dienstag, 21. August 2018

André Kubiczek: Skizze eines Sommers



"1985, Potsdam, große Ferien. Doch der sechzehnjährige René bleibt dieses Jahr zuhause. Die Mutter ist tot, der Vater in der Schweiz; er lässt René tausend Mark da, die er brüderlich mit seinen Freunden Dirk, Michael und Mario teilt. Dies ist, und das spüren sie alle vier, ein Sommer, wie es ihn nie wieder geben wird für sie. Die Jungs streifen durch die heiße, urlaubsleere Stadt und sitzen in Cafés, aber vor allem geht es darum das richtige Mädchen zu treffen." (Umschlagtext)

Mehr als der Teil der Beschreibung spricht mich ja der Hinweis an, das es ein "Roman über die Jugend mit ihrer schönen Tragik" sei. Mit gelungenen, glaubhaften Dialogen und präzise eingefangenen Beschreibungen könnte das durchaus eine urlaubstaugliche Lektüre werden, wie auf dem Buchumschlag versprochen und angekündigt. Ach, wir Menschen sind so leicht zu bedienen. 😂😉😎

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Montag, 20. August 2018

Per Leo/ Maximilian Steinbeis/ Daniel-Pascal Zorn: mit Rechten reden. Ein Leitfaden



"Demokratie ist kein Salon. Die Republik lebt vom Streit, von Rede und Gegenrede, nicht nur von Bekenntnissen und moralischer Zensur. Dieser Leitfaden zeigt, dass es in der Auseinandersetzung mit 'Rechtspopulismus' und 'Neuen Rechten' um mehr geht als die Macht des besseren Arguments. Es geht vor allem um die Kunst, weniger schlecht zu streiten. Leo, Steinbeis und Zorn sagen nicht, wie man mit Rechten reden muss. Sie führen vor, warum, wie und worüber sie selbst mit Rechten reden." (Klappentext)

Es schadet sicher nichts, wenn erstmal der moralische Reflex zuckt. Angesichts eines inzwischen derart nach rechts offenen gesellschaftlichen Diskurses auf der einen und soviel Sprachlosigkeit auf der anderen Seite braucht es womöglich Ansätze auch jenseits von 'Linkspopulismus'.

#lesesommer #sachbuch #perleo #maximiliansteinbeis #danielpascalzorn #klettcotta #politik #gesellschaft #debatte #Rechtspopulismus #lesen #leselust

Sonntag, 19. August 2018

Igort: Berichte aus Japan [Eine Reise ins Reich der Zeichen]



„Ich will nicht behaupten, dass alles aus heiterem Himmel gekommen wäre.
Bevor ich 1991 zum ersten Mal in Japan war, hatte ich schon über zehn Jahre von diesem Land geträumt. So lange war es her, dass ich Japan zum ersten Mal gezeichnet habe, beinahe unbewusst, und aus diesen Zeichnungen sollte mein erster Comicband werden: „Goodbye Baobab“.
Wonach habe ich gesucht? Diese Frage stelle ich mir seit 25 Jahren. Und mit der Zeit ist mir dieses geheimnisvolle Land unter die Haut gekrochen. Bis meine Sehnsucht in den Neunzigerjahren so groß wurde, dass ich mich dazu entschloss, eine gewisse Zeit dort zu leben.
Dieses Buch erzählt vom Verfolgen eines Traums und der Einsicht, dass man Träume nicht erreichen kann.“ (Seite 7)

Nach Igorts Berichten aus der Ukraine und aus Russland war ich wirklich sehr gespannt auf den Band, in dem er aus und über Japan berichtet. Seine kollagenartige Erzählweise, in der viele kleine und größere Geschichten miteinander verwoben werden und auch die Panel sich nicht in ein festes durchgängiges Raster pressen lassen, begeisterte mich schon beim ersten dieser drei Bände.
Mit den „Berichten aus Japan“ legt Igort für mich noch einmal kräftig nach. Es ist die persönlichste Sammlung an Berichten, da er hier einige Jahre lebte und als einer der ersten westlichen Comicautoren auch in der japanischen Mangaindustrie arbeitete. Er verwebt einerseits seine eigenen Erfahrungen und berichtet davon, wie inspirierend und zugleich erbarmungslos eine Maschinerie wie die des Verlags Kodansha arbeitet, und lässt die Leser*innen andererseits tief in sein Herz schauen auf dem Nachspüren dessen, was ihn an diesem Land so begeistert.

Das Japan, das Igort vorstellt und beschreibt, ist nicht geprägt von der kribbelbunten und hyperaktiv flimmernden Metropole, nicht von J-Pop oder Hightech. Speedlines sucht man dementsprechend in diesem Band vergeblich.

Gerade in Japan angekommen, sieht er zunächst wenig von Land und Leuten. Sein Betreuer bei Kodansha erwartet schier besinnungslose Akkordarbeit, für ein europäisches Selbstverständnis als Künstler wirklich unglaubliche Mengen an Mangaseiten und Ideen. Igort ist der Erschöpfung nahe, quält sich und gibt nicht auf. Er bringt es zu einer eigenen Serie. Und bei alldem bleibt diese Neugierde darauf, zu ergründen worauf dieses „Reich der Zeichen“ beruht.

Wo wir in Europa eher ganze Folgen von Gesten oder Posen benötigen, existiert in Japan eine unendliche Vielzahl an zu Zeichen geronnener Symbolik. Igort stürzt sich in diese Welt und entdeckt Anime ebenso wie die Kunst alter japanischer Meister. Die Art, uns das in Form vieler kleinerer Szenen, Illustrationen und kurzer Geschichten nahezubringen, macht wirklich Lust auf dieses Land, auf die Menschen, die dort leben und auf deren Kultur.

Igorts Zeichnungen sind dabei eine Augenweide, auch weil er in diesem Band nicht nur in den Erzählformen variiert sondern auch in den Zeichenstilen, die er verwendet. Es bleibt aber immer erkennbar Igort.

Ich hoffe sehr, dass dies nicht die letzte Sammlung an Berichten war und würde mich riesig freuen, noch mehr Regionen mit Igort zu bereisen.

Kurz und gut: Dieser Augenschmaus taugt für eine Entdeckungsreise für Japanfreunde, egal ob ihr Zugang nun J-Music und Cosplay oder japanische Gartenkunst ist. Bei diesem Band würde sogar ich Tee trinken. ;)

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Samstag, 18. August 2018

Alexander Münninghoff: Der Stammhalter. Roman einer Familie



„Was ich an einem leeren Nachmittag auf dem Dachboden unseres Hauses in Vooburg fand, brachte mich zum ersten Mal mit den Geheimnissen in Berührung, die mein Leben beherrschen sollten.“ (Seite 10)

Autobiografische Familiengeschichten sind für meinen Geschmack oft genug eine Gratwanderung. Nicht alles, was als Kaffeetischtratsch unterhaltsam wäre und vielleicht auch als spannend durchgeht, ist das dann auch zwischen zwei Buchdeckeln. Was Alexander Münninghoff über seine Familie zu berichten weiß, ist allerdings dann doch so unerhört, dass sich das Aufschreiben für ein größeres Publikum nun wirklich gelohnt hat.

Als vom Großvater auserkorener Stammhalter kam ihm selbst die Rolle des Wahrers der Familientradition, des Verwalters des Vermögens und des Trägers der großartigen Zukunft des Namens Münninghof zu. Allerdings zerbrach die Familie an ihren Geheimnissen und Sturheiten offenbar so nachhaltig, dass der Stammhalter nun dieses Familiendrama vor uns ausbreiten kann.

Dem Großvater gelang es, und da setzt Münninghoffs Erzählung auch ein, als Niederländer in Riga in der Zwischenkriegszeit ein beträchtliches Firmenimperium aufzubauen. Ihm gelang dies mit viel Tatkraft, einer guten Vernetzung unter den Deutschbalten in der Region, besten Verbindungen zur regionalen Oberschicht und einer hinreichenden Portion Skrupellosigkeit.

Zwei Entwicklungen sorgten letztlich dafür, dass dieser Erfolg nicht von Dauer blieb und der Niedergang unausweichlich einsetzte. Die Umwälzungen, die der Zweite Weltkrieg, das Vorrücken der Roten Armee und die Nachkriegsordnung in Europa mit sich brachten, erzwangen die Umsiedelung der Familie zurück in die Niederlanden. Hier konnte „der Alte“ zunächst an seine erfolgreichen Geschäfte anknüpfen. Zu gut war er auch hier vernetzt mit der Politik und schaffte es, sowohl durch die Bedingungen der Besetzung durch Deutschland Geld zu verdienen als auch sich nahtlos in der Zeit des Wiederaufbaus unersetzlich zu machen.

Um all dies für die Zukunft abzusichern und in die nächsten Generationen zu übertragen, hätte es allerdings wohl einer anderen Familie bedurft oder einer anderen Art von Familie. So scheiterte dieser Clan am Ende an sich selbst.

Schon früh wurde deutlich, dass des Großvaters Verhältnis zu seinen eigenen Kindern nicht dazu angetan war, die Familie zusammenzuhalten. Patriarchale Strenge und gleichzeitiges Desinteresse an den Nachkommen sorgten dafür, dass hier kaum Zusammenhalt entstehen konnte. Gleichzeitig forderte er aber unentwegt die Unterwerfung seiner Kinder unter seine Interessen als Oberhaupt der Familie, die letztlich immer geschäftliche waren. So trieb er Alexander Münninghoffs Vater derart in Opposition zu sich, dass der sein Heil in einer Überidentifikation mit den Deutschbalten suchte und sich freiwillig zum Dienst in der SS meldete.

So sehr der Großvater den eigenen Sohn daraufhin verstieß, so konsequent setzte er alles daran, dass sein Enkel, ausgerechnet der Sohn dieses SS-Veteranen, sein Stammhalter würde. Dabei schreckte er nicht davor zurück, die ungeliebte Mutter des Jungen damit zu drangsalieren, dass sie nur als notwendiges Übel in der Familie geduldet wurde. Als sie sich schließlich zur Flucht entschließt, der Krieg ist da schon vorüber, lässt er rechtlich nichts unversucht, des Jungen habhaft zu werden, bis hin zur Entführung.

Nach dem Tod des Alten in den Fünfzigerjahren gelingt es niemandem das wieder erstarkte Firmengeflecht zu übernehmen und weiter erfolgreich zu führen. Neid, Missgunst und eine fast schon ererbte Gefühlskälte sorgen für Entfremdung unter den Kindern und ihrer Familien. Die von Alexander Münninghoff selbst ist mit der Trennung seiner Eltern nachhaltig zerbrochen.

Bemerkens- und lesenswert ist der Blick, den Alexander Münninghoff auf die historischen Entwicklungen wirft. Er kann dies aus der Sicht eines Niederländers tun, dessen Vorfahren nur in der Person seines Vaters direkt mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbandelt waren. Sein Großvater blieb Zeit seines Lebens Niederländer, seine Kinder blieben zwischen Riga und den Niederlanden verhaftet und letztlich nur den geschäftlichen Interessen des Alten verpflichtet. Interessant sind Münninghoffs Beschreibungen dieses merkwürdigen Deutschlands während des Krieges und danach, weil sie sowohl auf dem deutschbaltischen Erbe der der Familiengeschichte beruhen aber zugleich auch aus der distanzierten Perspektive dessen, der nach Ende des Krieges in einem Nachbarland aufgewachsen ist.

Nicht weniger interessant ist natürlich die Beschreibung des Innenlebens einer Familie, die schnell sehr reich geworden ist und letztlich doch wieder alles verlor und daran scheiterte, das Erbe der nächsten Generation mitzugeben.

Das alles erzählt Münninghoff in angenehmem, immer wieder selbstironischem Ton, der die Lektüre sehr unterhaltsam macht. Etwas schade finde ich, dass er sein eigenes Erwachsenenleben nur sehr grob skizziert und auf die Verknüpfungen mit den ausführlich vorgestellten Verwandten reduziert. Welche Auseinandersetzungen bedeutete es für ihn, seinen Weg in den Journalismus zu gehen? Wie viel bewusste Abkehr von der Familie war dafür notwendig und möglich? Je dichter die Familiengeschichte an sein eigenes Erwachsenenleben heranrückt, desto weniger gibt er preis. Dies mag auch dem Selbstschutz geschuldet sein. Ich hätte das durchaus spannend gefunden.

Andererseits schreibt zwar das Leben, so will es das Klischee, die spannendsten Geschichten. Aber das Leben passiert trotzdem doch eher selten in Romanform, so dass willkürliche Beschränkungen unumgänglich sind.

Kurz und gut: Was Alexander Münninghoff zu erzählen hat und die Art, wie er das kann und auch macht, ist unterhaltsam, interessant, spannend, erschütternd – und ganz sicher lesenswert!

Dank sage ich dem C.H. Beck Verlag, von dem ich einmal mehr ein kostenloses Leseexemplar erhalten habe. ;)

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Mittwoch, 15. August 2018

Kathrin Glösel/ Hanna Lichtenberger: Unbeugsam & unbequem. Debatten über Handlungsräume und Strategien gegen die extreme Rechte



"Die Zustimmung zu autoritärer politik steigt, rechtsextreme Parteien sind im Aufwind während Kader der 'Identitären' Netzwerke bilden und Einfluss auf Diskurse und Politik nehmen. Diesen Entwicklungen zuzusehen, ist für viele unerträglich. Die Fragen, die wie uns wie viele andere stellen, sind: Was tun? Wie reagieren, wie selbst Bilder erzeugen? Richten Demonstrationen etwas aus? Können gut recherchierte Texte aufklären? Wie sollte politische Bildungsarbeit funktionieren, damit Jugendliche wie auch Erwachsene über ihre eigenen Werte nachdenken? [...] Dieses Buch ist also kein Theorie- und kein Sammelband, sondern ein Debattenbuch, das an Praxen und Alltagserfahrungen anknüpft." (Umschlagtext)

Gut, dass neben dem Gefühl der Überforderung durch all die Umbrüche um uns herum auch das Fragen nach Zusammenhängen und der Bedarf nach Austausch und Debatte wieder so stark zugenommen haben. Gar nicht so leicht, da den Überblick zu behalten. ^^

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Dienstag, 14. August 2018

Andrej Platonow: Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen



"Don Quijote und Sancho Pansa durchstreifen die Steppe Südrusslands: Sascha Dwanow hat als Heizer an den Kämpfen der Roten Armee gegen die Weissen teilgenommen. Kopjonkin ist auf dem Ross 'Proletarische Kraft' unterwegs, auf der Suche nach dem Grab Rosa Luxemburgs, in deren Namen er Heldentaten begehen will. Soll das, was ihnen unterwegs begegnet, die Verwirklichung der sozialistischen Idee sein? Erst nach der Trennung von Kopjonkin kommt Sascha auf die richtige Spur. In der Steppenstadt Tschewengur sein der Kommunismus bereits angebrochen sein." (Verlagstext)

Wie viele sowjetische Autor*innen es zu entdecken gibt, deren Werke verboten, zensiert und fast vergessen waren ...

Das Werk von 1930 erschien gerade in einer überarbeiteten Übersetzung. Suhrkamp hat mal wieder Exemplare verlost, und ich darf mich freuen. Yeah und danke! 😊🤗

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Montag, 13. August 2018

Jonathan Safran Foer: Hier bin ich



"Die Stimmung bei Julia und Jacob Bloch ist angespannt. Der älteste Sohn Sam bemüht sich redlich, von der Schule zu fliegen, Großvater Isaac weigert sich, ins Seniorenheim zu gehen, und der senile Familienhund Argus müsste endlich eingeschläfert werden. Kurz bevor die gesamte Verwandtschaft aus Israel eintrifft, um Sams Bar Mizwa zu feiern, entdeckt Julia auf dem Handy ihres Mannes unzweideutige Nachrichten an eine andere Frau. Während die Blochs in Washington D.C. auf ein Familiendrama zusteuern, braut sich im Nahen Osten eine Katastrophe mit globalen Folgen zusammen, die Jacob mit der Frage nach seiner jüdischen Identität konfrontiert." (Verlagstext)

Mmh, ich muss ja gestehen, dass ich den Verlagstext ziemlich öde und uninspiriert finde. Ein Glück, dass ich mir bei dem Autor recht sicher bin, dass der Roman schon gelungen sein wird. ^^ Ansonsten ist dem Titel ja irgendwie auch nix hinzuzufügen! 😉

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Sonntag, 12. August 2018

Markus Metz/ Georg Seeßlen: Kapitalistischer (Sur)realismus. Neoliberalismus als Ästhetik



"Der Neoliberalismus bringt nicht nur ökonomische Krisen, Kriege und Finanzmarkt-Crashs hervor - er verändert auch die kulturelle und politische Ordnung. Ausgedient hat der kapitalistische Realist, der dass System vernünftig und Kapitalismuskritiker romantisch findet; der zwar über 'Gutmenschen' spottet, aber doch auch gern spendet, wenn ein Popstar mal wieder zur Rettung des Regenwaldes aufruft. Zu seinem Wesen gehört es, dass er sich Refugien der Regression und der Moral schafft.
Mittlerweile hat ihn der kapitalistische Surrealist abgelöst." (Umschlagtext)

Kann man doch mal gut lesen, während man im hippen Berlin zum Sonntag bruncht und mit der Zeitung, in der es einen Vorabruck aus eben jenem Buch gibt, diese nervigen Wespen vom Croissant wegwedelt. ^^

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Freitag, 10. August 2018

Hamid Sulaiman: Freedom Hospital



"Syrien im Frühling 2012: Yasmin und die Journalistin Sophie sind über die Türkei eingereist. Sie sind auf dem Weg zum 'Freedom Hospital', einem Untergrund-Krankenhaus, in dem verwundete Rebellen versorgt werden. Der syrische Bürgerkrieg hält bereits ein Jahr an, und die Behandlung Verletzter ist schwierig, gefährlich und teuer." (Umschlagtext)

In der ursprünglich im Hanser Verlag erschienen Graphic Novel stellt Hamid Sulaiman die Geschichten verschiedener Menschen vor, deren Leben mit den Kämpfen und den Auswirkungen des Bürgerkriegs verknüpft sind.

Während die Berichte aus Syrien schon so sehr zum Alltag geworden sind, dass wir sie kaum mehr wahrnehmen, lohnt es sich ganz sicher, noch einmal zurück zu schauen.

Gut finde ich, dass die Bundeszentrale für politische Bildung zunehmend auch Comics als Lizenzausgaben herausgibt. Sehr erschwinglich, auch wenn die die Aufmachung das Herz von Comicfreunden natürlich eher nicht höher schlagen lässt. ^^ Wichtiger erscheint mir hier, dass mehr Menschen Comics jenseits von bunten Heftchen kennenlernen können.

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Donnerstag, 9. August 2018

Robert McKee: Dialog. Wie man seinen Figuren eine Stimme gibt - Ein Handbuch für Autoren



"Egal, wie aufwendig die Inszenierung eines Theaterstücks auch ist, wie lebendig die Schilderung eines Romans und wie opulent die Kameraführung eines Films: Die tiefgreifende Komplexität, die Ironie und das 'Innere' der Story werden durch die Figurenrede geformt. Ohne ausdrucksvolle Dialoge verlieren die Geschehnisse an Tiefe, die Figuren werden eindimensional, die Story verflacht ... Als eine Art Navigationssysten für Schreibende möchte das vorliegende Buch den Anfängern eine Anleitung sein und den Verwirrten neue Wege weisen." (Umschlagtext)

Ohne Zweifel genauso lesenswert wie das Buch zu den Prinzipien des Drehbuchschreibens "Story" vom gleichen Autor.

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Dienstag, 7. August 2018

Walter Moers: Ensel und Krete. Ein Märchen aus Zamonien



"Der Große Wald. Buntbären. Fhernhachenzwerge. Ein gemeingefährlicher Laubwolf. Unsterbliche Sternenstauner. Ehrgeizige Erdgnömchen. Ein unberechenbarer Stollentroll. Die Mythenmetzsche Abschweifung. Kokette Elfenwespen. Geheimbären. Eine Waldspinnenhexe. Blutsaugende Fledertratten. Weinende Bäume. Sprechende Pflanzen. Tanzende Pilze. Leuchtende Ameisen. Doppelköpfige Wollhühnchen. Dreiäugige Schuhus. Ein sehr alter Meteor. Schreckliche Spannung. Grausamste Bosheit. Goldener Humor. Feinste zamonische Hochliteratur. Um nur das Gröbste zu sagen." (Umschlagtext)

Bestes Reiseziel 2018: Zamonien! 🤩😍

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Montag, 6. August 2018

Karl Geary: Montpelier Parade



"Sonny ist noch so jung. Vera könnte fast seine Mutter sein, und doch zieht sie ihn in den Bann. Mit ihrer Schönheit. Ihrer Trauer. Ihrem Schweigen über das, was geschah. Dies ist eine Geschichte von Verlangen, Begierde, Einsamkeit: eine Liebesgeschichte, die davon träumt, eine zu sein." (Umschlagtext)

Eigentlich lässt solch ein Umschlagtext nur zwei Möglichkeiten: Das wird ganz schlimm oder grandios. ^^

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Sonntag, 5. August 2018

Adolf Muschg: Heimkehr nach Fukushima



„Trotz aufgeklebter Warnung war der Briefkasten, den Paul Neuhaus eine Woche nicht mehr geleert hatte, mit Reklame verstopft – er war keine Anlaufstelle freudiger Erwartung mehr.“ (Seite 9)

Unter all der unerwünschten Werbung findet Paul Neuhaus, alternder, philosophierender Architekt, einen Brief aus Japan. Freunde, die vor Jahren als junges Paar Deutschland besuchten, laden Paul ins Japan nach der Katastrophe von Fukushima ein. Ein Dorf in der kontaminierten aber wieder mit Einschränkungen freigegebenen Zone radioaktiver Verstrahlung soll wieder besiedelt werden. Um die Ängste der geflüchteten Einwohner vor einer Rückkehr zu beschwichtigen, möchte er, Paul, überlegen, ob er nicht eine Künstlerkolonie gründen könne und wolle. Die solle dann ein sichtbares Zeichen werden für die Wiederbesiedelung.

Paul nimmt die Einladung an, wenn offenbar auch eher aus Neugierde denn aus Überzeugung. Der Roman begleitet ihn auf seiner Reise. Im Gepäck hat Paul einen Band von Adalbert Stifter, dessen Text im Verlauf der Reise immer wieder in den Text eingeflochten wird.

In Japan angekommen, tritt er die Reise nach Fukushima entgegen des ursprünglichen Plans allein mit der jungen Frau Mitsuko. Ihr Mann bleibt aus zunächst unklaren Gründen zurück. Mitsuko dient Paul als Reiseführerin, Dolmetscherin und Begleitung. Erst nach und nach wird ihre Verbindung deutlich zu dem Dorf, um das es geht, zu dem Bürgermeister, der die Idee für die Künstlerkolonie hatte und zum Haus, das dafür zur Verfügung steht.

Beeindruckend fand ich das Aufblättern dieser Vorgeschichte wie auch die Beschreibung der unsichtbar kontaminierten Landschaft. Die Natur scheint unbeschädigt und erobert sich ehemals besiedeltes Gebiet langsam zurück. Wenige Menschen blieben oder kehren als Pendler immer wieder heim. Das Trotzen gegen die Folgen der menschengemachten Katastrophe scheint eine Frage der Ehre zu sein in diesem Land, in dem die Wahrung dieser Ehre höher geschätzt wird als das Risiko und die Gefährdung der Menschenleben.

Weniger erreicht hat mich die Person der Hauptfigur, bei der ich mich bis zum Schluss gefragt habe, was sie dort eigentlich macht. Ich erlebte einen alternden Protagonisten, dessen unkonventionell geführte Ehe offenbar kurz vor der Reise endgültig beendet ist, der so gänzlich ohne eigene Motivation durch die Handlung schlurft. Einzig sein Interesse an der deutlich jüngeren Mitsuko zeugt davon, dass im greisen Gebein noch etwas Leben steckt. Die Liebesszenen schließlich klingen für meinen Geschmack auch genauso nach Altherrenphantasien, wie sie zu diesem mir fremd gebliebenen Paul Neuhaus passen.

Unzugänglich blieb mir ebenso der Grund dafür, dass die Textauszüge von Adalbert Stifter so viel Raum einnehmen. Da mag sicher erschwerend hinzukommen, dass ich mit Stifter selbst nicht viel anfangen kann.

Interessant wiederum fand ich zu entdecken, dass Muschg offenbar eine innig gepflegte Liebe zu Japan pflegt. Dies mag für mich auch die Stärke der Passagen erklären, in denen es um Japan, das Land und auch die Menschen dort geht.

Immer wieder fand ich auch den Erzählstil aufblitzen, der mich im „Roten Ritter“ so großartig unterhalten hat. Für mein Gefühl bleibt „Heimkehr nach Fukushima“ dahinter aber insgesamt deutlich zurück.

Fukushima – die uns immer noch vor Augen stehende, mahnende Katastrophe – und dieses so rätselhafte Japan als Hintergrund für die erzählte Geschichte sprachen mich sofort an und bieten so unglaublich viel Stoff zum Erzählen. Eingelöst davon hat Adolf Muschg für meinen Geschmack hier nur einen Teil. Andere Leser*innen wird das Buch sicher eher erreichen können. Für mich bleibt es nur bei einer bedingten Leseempfehlung.

Einmal mehr geht mein Dank an den C.H. Beck Verlag für das Leseexemplar! ;)

Kurz und gut: Trotz einiger starker Teile hätte ich den Roman wirklich gern mehr gemocht. Liebhaber*innen von Adolf Muschgs Werk werden trotzdem auf ihre Kosten kommen können.

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Samstag, 4. August 2018

Flix: Spirou in Berlin



"Im Spätsommer 1989 machen sich zwei Freunde auf den Wert nach Ost-Berlin. Was sie dort erleben, wird den Lauf der Geschichte für immer verändern ..." (Umschlagtext)

Freunden franko-belgischer Comickunst treibt dieser Tage nicht nur der brüllend heiße Sommer den Schweiß aus allen Poren. Der berühmteste Hotelpage erlebt ein Abenteuer in Berlin - erzählt und gezeichnet von einem Berliner.

Kein Wunder also, dass die erste Auflage schon einen Tag nach dem Verkaufsstart ausverkauft war, wie Flix selbst vermeldete. Puh, da hatte ich ja mal Glück mit meiner Ausgabe - auch wenn die zweite Auflage schon im Druck sein soll. ^^

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Donnerstag, 2. August 2018

William Finnegan: Barbarentage



"Vor fünfzig Jahren verfällt William Finnegan dem Surfen. Damals verschafft es ihm Respekt, dann jagt es ihm raus in die Welt - Samoa, Indonesien, Australien, Südafrika -, als Familienvater mit Job beim New Yorker dient es der Flucht vor dern Alltag ..." (Umschlagtext)

Schon vor der Hitzewelle kam man ja kaum herum um das Buch. Ich nehme die schweißtreibenden Temperaturen zum Anlass, diese Autobiografie mit dem Willkommenspost auf dem Lesestapel zu begrüßen. 😏😉😎

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Mittwoch, 1. August 2018

Walter Moers: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär



"Gefragt, was für ihn gute Literatur sei, antwortete der Blaubär einmal: "Es gibt für mich nur zwei Arten von guten Büchern: solche, die man bisher noch nicht gelesen hat. Und solche, die man immer wieder neu lesen möchte. Meine Lebensgeschichte gehört in beide Kategorien." (Klappentext)

Es ist also passiert. Nachdem ich mich jahrelang auch um diesen Bestseller gedrückt habe, sorgte ein sicher nicht unbedachtes Geburtstagsgeschenk dafür, dass ich die Zamonien Romane nun endlich nachhole. 😅

Allein Aufmachung und Gestaltung treiben mir ja schon Freudentränen in die Augen. 🤩😍

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