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Donnerstag, 29. März 2018

Daniel Galera: So enden wir



"Am Grab ihres alten Mitstreiters kommen Aurora, Antero und Emiliano zusammen, nach einer gefühlten Ewigkeit wie Fremde. Damals waren sie unsterblich - Helden einer neuen digitalen Gegenkultur, wütend und exzessiv -, jetzt ist der genialste von ihnen tot. In seinen Büchern scheint er ihnen ein Rätsel hinterlassen zu haben. Oder ist es eine Warnung?" (Umschlagtext)

Literatur aus Brasilien - Mitbringsel #6 von der #lbm18 🤗

#lesefrühling #roman #danielgalera #suhrkamp #brasilien #gegenwart #generationenroman #digits #hacker #lesen #leselust #literatur

Dienstag, 27. März 2018

Mosaik #508



Herrengedeck.

#lesefrühling #comic #abrafaxe #mosaik #leipzig #hanse #mittelalter #geschichte #lesen #leselust #comics #indiecomic

Samstag, 24. März 2018

Ae-Ran Kim: Mein pochendes Leben



Dieses Mitbringsel #5 von der #lbm18 passt ganz wunderbar zum heutigen #indiebookday - und signiert ist es auch noch. *kreisch*
Der Cass Verlag aus #Thüringen hat sich auf japanische Literatur spezialisiert. Inzwischen finden sich auch koreanische Autor_innen im Programm, wie zum Beispiel Ae-Ran Kim.
Nach einer ganz wunderbaren Lesung während der Leipziger Buchmesse konnte ich nicht widerstehen und wurde gleich noch mit einem Autogramm belohnt. Yeah! 😂
Die Bücher vom Verlag sind übrigens wirklich ansprechend gestaltet und sorgfältig hergestellt. Für so viel Liebe zum Buch muss man dem Cass Verlag wie so vielen anderen Indieverlagen echt dankbar sein. 😍😘 Und hatte ich erwähnt, das die Verlegerin echt cool und eine richtig sympathische Gesprächspartnerin ist? ^^
Zum Buch gibt's noch diese kurze Vorschau:
"In diesem Jahr bin ich sechzehn geworden. Die Leute sagen, es grenze an ein Wunder, dass ich noch lebe. Das stimmt. Von den Fällen, die meinem ähneln, sind nur wenige älter als sechzehn geworden. ich aber bin der Überzeugung, dass Wunder immer im Gewöhnlichen geschehen. Nach einem gewöhnlichen Leben in einem gewöhnlichen Alter zu sterben - das ist das eigentliche Wunder. In meinen Augen waren meine Mutter und mein Vater das Wunder. Meine Onkel und Tanten, die Männer und Frauen in der Nachbarschaft - das waren die Wunder. Ebenso der Hochsommer und der tiefe Winter. Aber nicht ich." (Umschlagtext)



Freitag, 23. März 2018

César Aira: Die Schneiderin und der Wind



"Es war einmal in Colonel Pringles, jenem mythischen Städtchens César Airas: Dort lebte eine Näherin ohne Geschmack, aber von unendlicher Fingerfertigkeit. Wie viele andere Frauen in Pringles hatte sie einen einzigen Sohn. Eines Tages glaubt sie ihm entführt und nach Patagonien verschleppt. Sie rafft das Brautkleid zusammen, das sie noch schnell für die örtliche Kunstlehrerin nähen sollte, springt in ein Taxi und folgt ihrem Sohn in wilder Jagd. Als ihr Mann davon erfährt, entschließt er sich, ihr zu folgen, und die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Unterwegs verliebt sich ein Wirbelwind in die Näherin und offenbart sich ihr irgendwo am Ende der Welt. Er verspricht ihr, (fast) all ihre Wünsche zu erfüllen." (Klappentext)

Matthes & Seitz machen weiter mit der ganz wunderbaren Bibliothek César Aira. Und jedes Jahr kaufe ich in Leipzig einen Band. 😉

Mitbringsel #4 von der #lbm18 😍

#lesefrühling #roman #cesaraira #matthesseitz #argentinien #lateinamerika #fantasie #magie #realismus #lesen #leselust #literatur #indiebook

Donnerstag, 22. März 2018

Koschka Linkerhand (Hrsg.): Feministisch streiten. Texte zu Vernunft und Leidenschaft unter Frauen



"Feministisch streiten versammelt Thesen und Utopien eines Feminismus, der sich zwischen Vernunft und Leidenschaft bewegt: Das bedeutet einerseits eine vernünftige Gesellschaftskritik im Sinne der Aufklärung, andererseits leidenschaftliche Identitätspolitik. Diese 25 Beiträge tragen zu einer neuen Streitkultur bei." (Umschlagtext)

Die Debatten sind noch lange nicht am Ende angelangt. Feminismus und andere Identitätspolitiken sowie Gesellschafts- und Herrschaftskritik gegeneinander zu stellen, das ist einfach eine echt doofe Idee. Solche Debattenbände sind ein guter Schritt und der kleine aber feine Querverlag ist ein guter Ort dafür.

Mitbringsel #3 von der #lbm18 😉

#lesefrühling #sachbuch #koschkalinkerhand #querverlag #debatte #gesellschaft #feminismus #streiten #politik #polbil #verlagegegenrechts #indiebook #lesen #leselust

Mittwoch, 21. März 2018

Tsutomu Nihei: APOSIMZ - Land der Puppen 01




"Vor 500 Jahren verloren die Menschen des künstlichen Planeten Aposimz den Krieg gegen den Kern des Planeten und somit auch das Recht, im Inneren von Aposimz zu leben. Seitdem kämpfen sie auf der eiskalten Oberfläche des Planeten ums Überleben. Sie verstecken sich in den Ruinen einer längst vergangenen Zeit, um der Unterdrückung durch die aggressiven Cyborgs (oder Puppen) des Kernes zu entgehen ... während sie eine mysteriöse Krankheit einen nach dem anderen selbst in Puppen verwandelt." (Umschlagtext)

Eiskalte Oberfläche - wenn das nicht bestens zum Wetter passt. ;)

#mangacult bringt nicht nur die #masteredition von Niheis BLAME heraus, sondern natürlich auch diese neue Serie des Meisters. Und zur Buchmesse gab es Poster und glitzerndes Variant Cover. Yippie! ;)

Mitbringsel #2 von der #lbm18 😉

#lesefrühling #comic #manga #tsutomunihei #crosscult #scifi #überleben #cyborgs #lesen #leselust #indiecomic #indiebook

Dienstag, 20. März 2018

Jaume Cabré: Eine bessere Zeit (Der Schatten des Eunuchen)



Dann schneit es draußen halt ... ^^

"Er wollte sie nie, die Textilfabrik, die seit sieben Generationen den Reichtum der Gensanas bedeutete. Miguel wollte ein Leben in Barcelona, eins, das Überzeugungen folgt, nicht dem Geld. Doch mit den Jahren kamen die Niederlagen, dann die Zweifel, und nun zwingt ihn der Tod eines Freundes zurückzukehren ..." (Umschlagtext)

Familie, Aufbegehren gegen Traditionen, Familie - bei Jaume Cabré greife ich ja nach den ersten drei auf deutsch erschienenen Romanen auch blindlings zu und bin sicher, dass ich gute und ergreifende Literatur bekomme.

Mitbringsel #1 von der #lbm18 😉

#lesefrühling #roman #jaumecabre #inselverlag #spanien #katalonien #familie #tradition #barcelona #lesen #leselust #literatur

Montag, 19. März 2018

Leipziger Buchmesse 2018 - Soooooo schön! ;)












Puh, was für ein Wochenende! 😂🤣

Allem Winterchaos zum Trotz hatten wir zwei wirklich grandiose Messetage. Herzliche Wiedersehen mit Menschen, die wir viel zu selten treffen; interessante und nicht weniger herzliche neue Bekanntschaften; Bücher, Bücher, Bücher - und schon heute die Vorfreude auf das nächste Jahr.

Der MM und ich, wie sind uns einig: Unsere diesjährige Entdeckung der Messe - der Cass Verlag! Spannende Themen, interessante Autor_innen, toll gemachte Bücher und ein echt cooles Verlegerehepaar. Ich sage nur "Ghettofaust". 😂🤣

Die Mitbringsel von der #lbm18 gibt's dann in den nächsten Tagen. Jetzt erstmal ausschlafen. ^^

#lesefrühling #leipzig #buchmesse #buchmesseleipzig #bücher #mehrbücher #lesen #leselust #verlagegegenrechts #menschen

Freitag, 16. März 2018

Leipziger Buchmesse 2018



Wenn ich übers Wochenende verreise, nehme ich immer genügend zu lesen mit.

Dieses Wochenende reise ich nach Leipzig zur Buchmesse.

Mmh ... 🤔

😂🤣

#lesefrühling #lbm18 #leipzig #buchmesse #messe #bücher #lesen #leselust #thatlogic

Mittwoch, 14. März 2018

Dave Eggers: Ein herzzerreissendes Werk von umwerfender Genialität. Eine wahre Geschichte



"Innerhalb weniger Wochen verlieren die Brüder Dave, 22, und Toph, acht Jahre alt, Mutter und Vater. In Kalifornien beginnen die Geschwister ein neues Leben - und Dave ist auf einmal nicht nur der große Bruder, sondern auch Vater und Mutter für Toph." (Umschlagtext)

Ich hab ja ein Herz für Größenwahn, aus Gründen. Obwohl mich "The Circle" trotz des Hypes nicht so packen konnte, sei dem Debüt von Dave Eggers hiermit eine Chance eingeräumt. Wegen des Titels, wiederum aus Gründen. 😉

#lesefrühling #roman #daveeggers #kiwi #kalifornien #brüder #waisen #comingofage #lesen #leselust #literatur

Dienstag, 13. März 2018

Umberto Eco: NullNummer



"Korruption, Intrigen, Verschwörungstheorien - Umberto Eco porträtiert die gute Gesellschaft unserer Gegenwart in einer rasanten Kriminalgeschichte zwischen Wirtschaft, Politik und Presse - ironisch, komisch, provozierend." (Umschlagtext)

Umberto Eco - da brauche ich gar nichts groß schreiben. ^^ Mein erstes selbstgekauftes "Westbuch", das muss Ende 1989 gewesen sein, war "Der Name der Rose". Seither haben mich Ecos Romane begleitet. Dies war sein letzter Streich.

#lesefrühling #roman #umbertoeco #hanserverlag #krimi #korruption #intrigen #verschwörung #gesellschaft #presse #lesen #leselust #literatur

Montag, 12. März 2018

Tsutomu Nihei: BLAME! #1 (Master Edition)



"Der wortkarge, aber dafür visuell umso beeindruckendere Manga begleitet den Einzelgänger Killy auf seiner gefährlichen Suche nach den Netzwerkgenen, die der Schlüssel zum Wissen der gesamten Menschheit sind. Seine Reise führt ihn bis in die oberen Ebenen der gigantischen Megastruktur, die sich konstant weiter ausbreitet und sowohl die Erde als auch den Mond umschließt. Dort stellt er sich dem Kampf gegen mächtige Cyborgs und irre Mutanten." (Verlagstext)

BÄMM! BÄMM! BLAME! 😉

#lesefrühling #comic #manga #tsutomunihei #crosscult #scifi #zukunft #cyborg #lesen #leselust #indiebook

Freitag, 9. März 2018

José Saramago: Eine Zeit ohne Tod



"Kein Mensch kommt mehr zu Tode - weder gewaltsam noch friedlich. Die Bevölkerung ist verstört, die Politiker sind ratlos. Steuert das Land auf eine Katastrophe zu?" (Umschlagtext)

Wenn der Menschheitstraum vom ewigen leben zur Dystopie wird ... Das reicht doch vollkommen aus, um mich anzufüttern. ^^

#lesefrühling #roman #josesaramago #atlantikverlag #hoffmannundcampe #dystopie #ewigesleben #lesen #leselust #literatur

Donnerstag, 8. März 2018

Jean-Yves Ferri/ Didier Conrad: Asterix #37 - Asterix in Italien



Es gäbe hier zu wenige Comics - Pah, lächerlich! 😲🤓

#lesefrühling #comic #asterix #jeanyvesferri #didierconrad #egmont #italien #obelix #lesen #leselust

Mittwoch, 7. März 2018

Hans Pleschinski: Wiesenstein



„Der Opel Blitz kroch über die Mordgrundbrücke.
Die Reifen waren abgefahren.
Kupplung und Zwischengas hatte die Werkstatt instand gesetzt.
Rußschlieren überzogen das rote Kreuz.
Die verschlissenen Sitze quietschten.“ (Seite 7)

Der Zufall wollte es, dass ich „Wiesenstein“ aufschlug, kurz nachdem ich die neue Comic-Adaption des Tagebuchs von Anne Frank (von Ari Folman) gelesen hatte. Die Einträge Anne Franks vom Juni 1942 bis zum 01. August 1944 wie auch die Umsetzung in Comic-Form gingen mir noch in ihrer Eindringlichkeit und Intensität nach – wie auch die Frage, wie Menschen anderen Menschen derlei nur antun konnten.

Schnitt.

In einem Sanatorium unweit des gerade durch Brandbomben verheerten Dresdens residiert der Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann mit seiner Frau Margarete. Den 82jährigen plagt das Alter, die Lungen rasseln; seine Frau ist halb blind. Es ist März im Jahr 1945. Der Krieg ist unwiederbringlich an seinen Ursprung zurückgekehrt und walzt sich von Osten unaufhaltsam heran. Während Dresden in Trümmern liegt und das Ende zum Greifen nah ist, wollen die Hauptmanns nur noch eines – zurück auf ihr Anwesen im Riesengebirge, in Schlesien – ins Haus „Wiesenstein“.

Dank seiner Prominenz, seines Rufes als Volksdichter und der zunächst noch nebulösen Verquickung mit dem Naziregime gelangt das Ehepaar zusammen mit ihrer Zofe und dem Masseur tatsächlich bis zu seinem prächtigen Heim. Die Reise erlebt der greise Dichter nur als Schatten seiner selbst. Die Ehefrau bangt, die Bediensteten nicht minder. Dass nur sein Ruhm sie alle beschützen könne, zieht sich durch die geflüsterten Unterhaltungen, in denen Hauptmanns Leben und Wirken lebendiger hindurch scheint als der betagte, röchelnde Dichter noch wirkt, der da im Zug kauert.

Im „Wiesenstein“ angekommen, scheint die glorreiche, fast schon vergangene Zeit noch einmal stillzustehen. Das Hauspersonal erledigt dienstbeflissen seine Aufgaben, der Alte erholt sich langsam von den Strapazen der Reise und beginnt wieder zu arbeiten. Sogar kleine gesellschaftliche Zusammenkünfte gibt es ab und an im Haus, das zunächst noch von seinen Vorräten zehren und Gäste aus der Nachbarschaft bewirten kann. Die wenigen, die noch in diesem irgendwie toten Winkel des Krieges verblieben sind.

Natürlich bleibt es nicht so, und kann es auch nicht. Die Idylle ist flüchtig, der Schein trügerisch. Risse tun sich auf, in Unterhaltungen, in hereintröpfelnden Nachrichten von der Welt da draußen, in geflüsterten Mutmaßungen was und wie denn alles sich entwickeln wird.

Die sehschwache Hausherrin verbittet sich Krieg und das Chaos um sie herum als Themen bei Tisch; sie will nicht sehen und nicht wahrhaben. Zugleich wird im Keller des Hauses, im ehemaligen Schwimmbecken, das Archiv des Hausherrn sortiert, gesichtet, für die Reise in vermeintlich sicherere Reich verpackt – und vorsorglich nach Be- und Entlastendem durchforstet. Die Dienerschaft macht sich Kleine-Leute-Sorgen ums Überleben. Bei Tisch schwanken die Gespräche immer mehr zwischen „es war doch nicht alles schlecht“, „wir haben doch nur Befehle befolgt“, „wir haben versucht anständig zu bleiben“ und der heraufziehenden Erkenntnis, wie sehr man sich dreingefügt hatte und es sich wohlgehen ließ.

Immer skurriler wirkt das Ensemble, je mehr Einschränkungen auch im „Wiesenstein“ spürbar werden. Vorräte werden knapper, Informationen darüber, was um sie herum sich abspielt auch. Dass die ungeschminkte Kriegs- und heraufziehende Nachkriegswirklichkeit immer wieder harsch an die massive Haustür donnert, ist zunehmend weniger zu überhören und zu ignorieren – wenigstens für diejenigen im Haus, die sich noch sorgen, um das Leben danach und nicht nur ums reine Überleben.

Dem „Wiesensteiner“, wie Hauptmann hier auch genannt wird, ist es in seinen lichten Momenten immer wieder darum, an seinem Werk zu feilen, zu verbessern und – das schleicht sich immer weiter ein – am Bild von sich in dieser Zeit. Warum ist er in Deutschland geblieben, wo andere gingen? Warum empfing er Gauleiter, nahm Preise entgegen und ließ sich von den Schlächtern hofieren? Reicht es aus, als Stimme der kleinen Leute und der doch auch großen Kultur geblieben zu sein? Hatte er nicht sogar eindeutige Zeichen der Humanität gen Russland gesendet, vor Jahren schon?

Dieses Ringen des großen Dichters um sein Erbe, seinen Ruf lesend zu erleben ist mit all den Referenzen auf Gedichte und Tagebucheinträge im Text eindringlich, erschütternd und eben alles andere als einfach zu bewerten. Auch wenn mir mehr als einmal, immer noch Anne Frank vor Augen, in den Sinn kam: Wie konnte er nur so blind sein und nicht sehen wollen, mit wem er sich einließ? Glaubte er ernsthaft, er könne einen Unterschied machen, wo so unterschiedslos gemordet wurde? Wie schwer wiegt in seinem Werk, dass er letztlich doch nur ein Mensch war und so irrte, der Dichter-Heroe?

Am Ende bereiteten sich Hauptmanns darauf vor, zurückzukehren ins Restdeutschland. Sein Ruf konnte gerade so sein Leben auch nach dem Einmarsch der Sieger in sein Schlesien verschonen. Als er dann doch noch im Haus „Wiesenstein“ am 06. Juni 1946 verstarb, blieb den Verbliebenen nicht mehr viel Zeit, um das aus der Zeit gefallene Refugium zu verlassen. Die harte historische Wirklichkeit holte sich auch das zurück.

Leicht hat es mir das Buch Pleschinskis nicht gemacht. Die Sprache so schleppend und schwer auf der Zunge zuweilen. Kaum eine Figur, die ich ehrlich sympathisch finden konnte. Soviel Ambivalenz und Hin- und Hergerissensein zwischen Verständnis und irritierendem Ekel. Es ist, für mich ganz unzweifelhaft, ein großes Buch. Es schenkt keine bequemen Einsichten und fordert heraus. Und wo sich gerade wieder Kräfte aufmachen und etwas von Volksgmeinschaft faseln und den bösen Fremden, und es müsse doch vorbei sein mit dem „Schuldkult“ – da trifft so ein Werk ins Schwarze.

Kurz und gut: Kein Vergessen, kein Herumlavieren und es doch nicht so gemeint haben! Lesen, weil wir uns dem immer und immer wieder stellen müssen! Andernfalls ist jedes Beharren darauf, dass es doch auch so viel Bedeutendes neben der Schande gäbe, blanker Zynismus.

Danke sei noch dem Verlag gesagt, für das Rezensionsexemplar.

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Montag, 5. März 2018

Rabih Alameddine: Eine überflüssige Frau



"Aaliya ist 72 Jahre alt und lebt allein in einer Wohnung in Beirut. [...] Sie arbeitet als Buchhändlerin und übersetzt jedes Jahr eines ihrer Lieblingswerke ins Arabische. Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu und zum ersten Mal ist Aaliya unsicher, welches Buch sie als nächstes übersetzen soll." (Umschlagtext)

"Ein sehr poetisches Buch, das in eine Welt voller Liebe zum Wort, zur Weisheit und zur Erinnerung entführt. Reicher an schillernden Geschichten, klugen Gedanken, aufmüpfigem Humor und tiefer innerer Wahrheit kann ein Roman kaum sein." (Klappentext)

Puh, da wird ganz schön viel Erwartung geweckt. Mich macht das hinreichend neugierig. ^^

#lesefrühling #roman #rabihalameddine #louisoder #beirut #bücher #Bürgerkrieg #poesie #lesen #leselust #literatur #indiebook

Sonntag, 4. März 2018

Philippe Ôtié/ Li Kunwu: Ein Leben in China. Band 1: Die Zeit meines Vaters



„Einst gliederte man Chinas lange Geschichte in Dynastien, von denen einige über Jahrhunderte hinweg Bestand hatten. In der neueren Geschichte aber sind Dynastien zu Generationen geschrumpft, die in einem immer schnelleren Rhythmus aufeinanderfolgen.“ (Vorwort von Pierre Haski, Seite 9)

Mitten hinein in diesen sich zunehmend überschlagenden gesellschaftlichen Wandel wird Xiao Li in den Fünfzigerjahren als Sohn eines kommunistischen Funktionärs geboren. Mit dem Makel behaftet, einer Familie von Großgrundbesitzern zu entstammen, hatte dieser sich von seiner Familie losgesagt und sein Leben der Revolution gewidmet.

In Xiao Lis jungem Leben ist Mao Zedong omnipräsent. Schon die Kinder werden in der Schule vom revolutionären Furor erfasst. Um die Stahlproduktion anzukurbeln ziehen die Knirpse los, jedes noch so kleine Quäntchen Erz zu finden und krempeln dabei ihre Stadt um. Mit dem Aufkommen der Roten Garden denunzieren sie ihre Lehrer, greifen tätlich jede Form von Traditionalismus an und reißen sich schließlich auch mit gegenseitigen Beschuldigungen ins Elend. So landet Xiao Lis Vater nach einer Denunziation für Jahre im Umerziehungslager.

Gefangen im Strudel aus revolutionärem Eifer und gegenseitigen Beschuldigungen bleibt offenbar nur der unbedingte Glaube an Mao und die Partei als Rettungsanker, nach dem sich das Leben auszurichten hat. Selbst die der Kulturrevolution folgende große Hungersnot kann diesen unbedingten Glauben daran, das Richtige zu tun, nicht erschüttern. Die Nachricht vom Tod des Großen Führers 1976 bricht dann auch wie eine Naturgewalt über die Menschen herein. Xiao Li erlebt das als junger Soldat, fern von seiner Familie.

„Ein Leben in China“ erzählt vom Leben des Zeichners Li Kunwu, der – wie auch die Figur Xiao Li später – unter anderem Propagandabilder malt. Die Verlagsbeschreibung spricht davon, dass die Erzählung dicht am Leben vom Li Kunwu entlang entwickelt wird. Insofern handelt es sich also nicht um eine reine Autobiografie.

Beim Lesen musste ich immer mal wieder an meine Kindheit in der DDR denken, an die Jahre als Jung- und Thälmannpionier. Frühe Ideologisierung und Indoktrination empfinde ich nachträglich durchaus sehr viel deutlicher als mir das damals bewusst gewesen ist. Im Vergleich zum China unter Mao Zedong sorgte der relative Wohlstand in der späten DDR aber zumindest in dem Dorf, in dem ich aufwuchs, für eine deutliche Abmilderung der Auswirkungen. Wenn wir Timur und seinem Trupp nacheiferten und Rentner*innen in der Nachbarschaft die Kohlen aus dem Keller in die Wohnung hinauftrugen, war das sicher weit entfernt von dem inquisitorischen Gehabe der Roten Garde gegenüber den öffentlich verächtlich gemachten, vorgeführten und erniedrigten Lehrern in Li Kunwus Erinnerungen.

Wie wohl die meisten europäischen Leser*innen habe ich nur wenig Vorstellung vom Leben im China unter Mao und der Allmacht der Kommunistischen Partei dort. Die Schilderungen im Buch sind drastisch und regten mich immer wieder dazu an, eigene Erinnerungen an das Leben im Realsozialismus zu reaktivieren und dagegen zu halten. Allein das hätte die Lektüre schon gelohnt.

Aber auch zeichnerisch finde ich das Werk überzeugend. Die Figuren wirken zumeist leicht überzogen und perspektivisch verzerrt, was sowohl drastische Szenen verstärkt als auch die kleinen, leisen und nachdenklichen Momente zur Geltung kommen lässt. Der Comic braucht keine langen textlichen Erklärungen, weil die Bilder und Dialoge alles Wichtige zeigen und sagen. Hier wird nicht belehrt, nicht pathetisch überhöht, sondern ein Leben erzählt und gezeigt.

Ich freue mich auf die Bände zwei und drei, die vom Leben in China nach dem Tod Mao Zedongs erzählen und wie sich die Gesellschaft im Zeichen kommunistischer Marktwirtschaft entwickelt.

Kurz und gut: Unbedingte Empfehlung, auch weil nicht extra „Graphic Novel“ auf das Cover gedruckt wurde. Danke, Edition Moderne! ;)

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Donnerstag, 1. März 2018

Mosaik #507



Frühlingsfrisch farbenfroh starten die Abrafaxe in ein neues Abenteuer. Yippieh. 🕺

Mittelalter - war da nicht nicht alles noch nur in Schwarzweiss? 🤔😉

Passend dazu gab es am 27.02.2018 noch diese Meldung im Tagesspiegel: Das Mosaik mit den Abrafaxen ist jetzt das auflagenstärkste Comic-Magazin in Deutschland. ^^

LINK: https://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/deutschlands-meistverkauftes-comic-heft-die-abrafaxe-haengen-micky-maus-ab/21009006.html

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