Montag, 10. August 2026

Nnedi Okorafor: BINTI

 

„Der Nebula-Award-Gewinner endlich in einem Band: Die Sammlung der drei Novellen BINTI: ALLEIN, BINTI: HEIMAT und BINTI: NACHTMASKERADE

Ihr Name ist Binti und sie ist die erste Himba, die jemals an der Oomza Universität, einer der besten Lehranstalten der Galaxis, angenommen wurde. Aber diese Möglichkeit bedeutet, dass sie ihren Platz innerhalb ihrer Familie aufgeben und mit Fremden zwischen den Sternen reisen muss, die weder ihre Denkweise teilen, noch ihre Bräuche respektieren.

Die Welt, deren Teil sie werden möchte, hat einen langen Krieg gegen die Medusen hinter sich und Bintis Reise zwischen den Sternen lässt sie dieser Spezies näher kommen, als ihr lieb ist. Wenn Binti das Vermächtnis eines Krieges überleben will, mit dem sie nichts zu tun hatte, wird sie die Gaben ihres Volkes brauchen und die Weisheit, die sich in der Universität verbirgt – aber zuerst muss sie es bis dorthin schaffen, lebendig.“ (Umschlagtext)

Gerade habe ich entdeckt, dass das neueste Buch der Autorin Anfang 2026 in einem größeren Publikumsverlag, nämlich bei Ullstein, erschienen ist. Es bleibt zu hoffen, dass sie dann nicht mehr nur ein Geheimtipp hierzulande bleiben wird.

Schon ein paar Mal hatte ich mich einerseits begeistert von Okorafors Schreiben gezeigt und zugleich ein dickes Danke an Cross Cult formuliert, wo ihre bisher ins Deutsche übersetzten Texte erschienen sind. Auch wenn Cross Cult nun nicht mehr Indie ist, hätte ich ihnen viel mehr Erfolg mit dieser Autorin gewünscht.

Sei es drum. Die hier vorliegende Ausgabe ist tatsächlich nur noch antiquarisch zu finden und ansonsten als Print on Demand erhältlich.

(Übersetzung: Claudia Kern)

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Samstag, 1. August 2026

Asma Mhalla: Cyberpunk. Das neue totalitäre System


„Asma Mhalla zeigt in ‚Cyberpunk‘, wie im 21. Jahrhundert ein zweiköpfiges technopolitisches Herrschaftsmonster entsteht: ein neuer Leviathan aus politischer Inszenierung und technologischer Programmierung. Statt historischer Vergleiche nutzt sie die Bildwelt der Science-Fiction – von Blade Runner bis Matrix -, um den Umbau der Demokratie sichtbar zu machen.“ (Umschlagtext)

Wenn derzeit mit viel Marketingblingbling über die Möglichkeiten von KI und Technologien gesprochen wird, klingt es ja immer wieder nach Science-Fiction, die da um die nächste Ecke liegt. Was läge also näher als genau das, was dieser Essay dem Umschlagtext nach vornimmt: Sprache und Ästhetik eines Erzählgenres zu nutzen, um die Welt zu beschrieben, die sich gerade auftut.

Ich bin gespannt, wie fruchtbar diese Herangehensweise ist. Unterhaltsam dürfte sie allemal sein. ;)

„Asma Mhalla ist die Pariser Starintellektuelle der Stunde. Ihr Essay ‚Cyberpunk‘ stand in Frankreich zuletzt monatelang auf der Bestsellerliste und erscheint nun auf Deutsch. Darin beschreibt sie auf bestechende Weise die politischen Entwicklungen unserer Zeit: Ein hybrides, technopolitisches Regime ist am Werk, das einerseits eine große Show inszeniert, während im Hintergrund das System programmiert wird. Sein Einfluss breitet sich still und leise global aus, gestaltet die Demokratie um und kolonisiert Körper wie Geist. Um den aktuellen Verfall der liberalen Demokratie zu verstehen, hilft laut Mhalla kein Rückgriff auf die 1920er- und 1930er-jahre. Stattdessen führt sie uns in die dystopische Welt der Science-Fiction: in stahlharte technologische Gehäuse, in denen desillusionierte Individuen durch apokalyptische Städte irren und von hochzentralisierten Autoritäten mittels KI-Systemen gesteuert werden. Blade Runner und Matrix lassen grüßen.“ (Klappentext)

(Übersetzung: Stephanie Singh)

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Samstag, 25. Juli 2026

Xiao Bai: Die Verschwörung von Shanghai


„Ein Attentat im Hafen und die bildhübsche Ehefrau an der Seite des Opfers verschwunden. Die Spur führt in die Französische Konzession: 1931 eine zu Reichtum gekommene europäische Enklave mitten in Shanghai, bevölkert von Gangstern, korrupten Polizisten, Revolutionären und Spionen … Xiao Bai spinnt eine meisterhafte Intrige rund um ein verhängnisvolles Begehren, literarisch, spannend, atmosphärisch.“ (Umschlagtext)

Hui, vom Insel Verlag hatte ich länger nichts mehr auf dem Lesestapel und erwarte gute Unterhaltung, ein gepflegtes UE also. (U-nterhaltung, E-rnste Kunst 😉)

Und mal ehrlich, wie schon häufiger an dieser Stelle angemerkt, wir kennen trotz all der unendlich vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr dann doch so wenig von der Literatur in der ganzen Welt. Natürlich unterliegt die Auswahl der Verlage immer auch Trends, die sicher nicht nur literaturwissenschaftlich begründet sind, sondern eben eher politischen Trends folgen. Die wiederum können ja dann doch auch oft ein Interesse bei uns, dem Publikum, entfachen. Schade nur, dass es solcher Konjunkturen bedarf, gelle. ^^

Egal, ich bin dann mal gespannt. 😊

„An Deck des Ozeandampfers mit Kurs auf Shanghai schießt Hsueh heimlich ein Bild von ihr. Er ist Fotograf, sie wunderschön, sie verlieren einander aus den Augen. Doch als nach den Schüssen unten am Hafen ihr Gesicht in jeder Zeitung auftaucht und er ihr dann in den Gassen der Französischen Konzession wiederbegegnet, verfällt er ihr hoffnungslos. Um in ihrer Nähe zu sein, wird er Teil eines doppelbödigen Spiels, als Spitzel für die Polizei, Kämpfer für die Revolution und als Waffenhändler. Nur hat Leidenschaft allein in der Französischen Konzession noch niemanden vor einer Kugel bewahrt, das weiß er ganz genau …“ (Klappentext)

(Übersetzung: Lutz-W. Wolff)

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Freitag, 24. Juli 2026

Mosaik #607 und #608


Ok, die Hundine will offenbar eher ins Wochenende schlummern. Umso mehr bleibt mir Zeit für Eskapismus in Bunt. ;)

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Sonntag, 19. Juli 2026

Morten Paul (Hrsg.): Was war Faschismustheorie?


„Zu fragen, was Faschismustheorie war, heißt, dem vertrackten Verhältnis von Verstehen und Verhindern nachzugehen. […]“ (Umschlagtext)

Der weltweite Aufstieg von Rechtsautoritären, hierzulande ein Rechtsruck bis weit in die Mitte der Gesellschaft – natürlich haben wir zu reden.

Bei allem „Nie wieder“ bleibt die Frage ja immer noch offen, wie wir als Gesellschaft widerstehen können, was jetzt zu tun ist. Schon die aktuelle Debatte um den neuen Song von Danger Dan „Keine Angst“ weist in die Richtung, die auch dieser Sammelband einschlägt: Wir müssen wissen, womit wir es zu tun haben, damit wir wissen, welche Strategien des Widerstands für die Demokratie helfen können. Und vermutlich braucht es mehr als eine davon.

„Der Faschismus ist zurück – und mit ihm die Frage, wie wir ihn verstehen und bekämpfen können. Das Buch nimmt sich dieser Frage auf besondere Weise an. Es richtet den Blick auf die über hundertjährige Geschichte der Faschismustheorie selbst. Statt hektisch eine weitere Deutung anzubieten, beleuchtet es ihre Kontroversen und Brüche, ihre blinden Flecken und vergessenen Einsichten. An diesen Punkten sind die Theorien der Vergangenheit noch heute besonders produktiv. Zu fragen, was Faschismustheorie war, heißt dann nämlich, dem nicht immer einfachen Verhältnis von Verstehen und Verhindern nachzugehen.
Das Buch ‚Was war Faschismustheorie?‘ richtet sich an alle, die über Faschismus nicht nur reden, sondern herausfinden wollen, wie dieses Reden beschaffen sein muss, um zu einem antifaschistischen zu werden.

Mit Beiträgen von Caroline Adler, Luce deLire, Alex Demirović, Frank Engster, Fernando Esposito, Laura Rivas Gagliardi, Stefan Höhne, Mona Leinung, Martin G. Maier, Maria Muhle, Francesca Raimondi, Yanara Schmacks, Philipp Schönthaler, Cecilia Sebastian, Friederike Sigler, Tatjana Söding und Elena Stingl.“ (Verlagstext)

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Samstag, 18. Juli 2026

Benjamin von Eckartsberg/ Chaiko: GUNG HO. Tanaka


„Das ist die Pflicht eines Samurai.

Er stirbt, damit wir leben.

Das ist der Weg des Kriegers.

Eine eigenständige Geschichte, die vor der Hauptreihe spielt.“ (Umschlagtext)

Aus den Weiten Sibiriens überrollt eine Flut weißer, vierbeiniger Monster ganz Europa. Die Menschen flüchten sich in große Städte, die sie mit Mauern umgeben, die Sicherheit bieten und missliebige Menschen ausschließen. Abgesetzt von den Städten gibt es Vorposten, die für Nahrung sorgen und die „weiße Flut“ beobachten und abfangen sollen. In einem solchen Vorposten spielt die Hauptreihe.

Und bevor ich es vergesse: Kreiiiiiiiisch!

Gung Ho ist vollkommen zurecht so hochgelobt worden, finde ich und bin so froh, dass es mit den Prequels nun mehr Lesestoff gibt. 😉

Sehr gespannt bin ich auf die Zeichnungen, die nun von Chaiko gemacht werden. Der wiederum sprang schon bei der „Chronik der Unsterblichen“ ein. Also, ich bin schon wieder drauf! 😊

„Das langerwartete Prequel zum deutschen Comichit!

Tanaka Hasegawa ist ein Actionfilmsstar. Als Elitesoldat stellt er seine Kunst nicht nur in den Dienst des Kinos, sondern auch in den der japanischen Spezialkräfte. Derzeit ist er mit seiner Frau und seiner Tochter auf Promotiontour für seinen neuesten Film in Paris. Dabei schenkt er den Weltnachrichten keine Beachtung, insbesondere dieser neuen Weißen Plage ...

Eine neue Spezies ist aufgetaucht und scheint sich überall einzuschleichen ...

Sie lauert in den Tunneln, schleicht versteckt voran und schlägt dann blitzschnell zu ...

Die Menschheit ist in Gefahr!

Gung Ho-Autor Benjamin von Eckartsberg tut sich sich mit Zeichner Tsai Chaiko (Les Misérables) zusammen und präsentiert die spannende Vorgeschichte von Gung Ho, die sich in jedem Band einem anderen Charakter widmet. Dieses Mal: Tanaka Hasegawa.“ (Verlagstext)

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Sonntag, 12. Juli 2026

Christoph Hein: Unterm Staub der Zeit


„Der vierzehnjährige Daniel kommt 1958 aus seiner ostdeutschen Heimatstadt, wo ihm als Pfarrerssohn das Abitur verwehrt wird, nach Berlin, um dort das Gymnasium zu besuchen. Mit seinen Zimmergenossen – die alle, wie er, aus der DDR stammen – drückt er nicht nur die Schulbank, sondern sie erkunden gemeinsam die Stadt.

Christoph Hein erzählt von einer Jugend in West-Berlin kurz vor dem Mauerbau.“ (Umschlagtext)

In der Erinnerungskultur geht im Schatten der Mauer fast unter, dass es noch eine Zeit vorm Mauerbau gab, in der sich die Blöcke schon unversöhnlich gegenüberstanden, die Grenzen für die Menschen aber noch durchlässig waren.

Mal wieder erzählt Hein vor zeitgeschichtlichem Hintergrund eine Geschichte, die den Blick auf einen historischen Graubereich lenkt, irgendwie bekannt aber im historischen Bewusstsein wenig ausgeleuchtet. Erwachsenwerden und Geschichte gehen ja erzählerisch eh immer wieder sehr gut Hand in Hand. Ich darf also gespannt sein. 😊

„Der vierzehnjährige Daniel kommt 1958 aus seiner ostdeutschen Heimatstadt, wo ihm als Pfarrerssohn das Abitur verwehrt wird, nach Berlin. Er zieht in ein Schülerheim in Grunewald, wo er auch das Gymnasium besucht, und lebt sich in der neuen Umgebung rasch ein. Mit seinen Zimmergenossen – die alle, wie er, aus der DDR stammen – drückt er nicht nur die Schulbank, sondern sie erkunden gemeinsam der Stadt: Als Zeitungsverkäufer ziehen sie allabendlich durch die Kneipen, und wenn das Essen im Schülerheim allzu fade schmeckt, geht es auf eine Erbsensuppe in Aschingers ‚Stehbierhalle‘. Sie erleben den Erweckungsprediger Billy Graham, der die Massen im Tiergarten in Verzückung versetzt, und Bill Haley, der den Sportpalast zum Kochen bringt.“ (Klappentext)

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