Dienstag, 10. März 2026

Sascha Reh: Biotopia

 


„Natürlich hatte Malu von der Störung gehört, immerhin war sie der Grund, weswegen die letzte Lieferung der Farm ausgeblieben war und sie das geplante Abendessen eine Nummer kleiner ausfallen lassen musste.“ (Seite 8)

Wenn doch aber alles so schön bio und nachhaltig ist …

Berlin in naher Zukunft. Klimatische und andere globale Entwicklungen zwingen immer mehr zu nachhaltigen Lösungen vor Ort. So ist es doch ganz wunderbar, dass ein Startup in Berlin genau solche anbietet. Auf dem Tempelhofer Feld entsteht und arbeitet eine Vertikalfarm, die die Stadt mit Lebensmitteln und allem möglichen Anderen versorgt. Großartig.

Ja gut, das Startup beginnt mit seinem Erfolg und Rahmenbedingungen immer mehr in die Stadtgesellschaft hineinzuwachsen. So kann sich der Staat ganz effizient auf immer weniger Verwaltungsaufgaben konzentrieren und damit ein Umfeld schaffen, das dem Startup nutzt, was natürlich den Menschen nutzt.

Also, wenn sie das zu schätzen wissen. Und nicht durch sämtliche Raster fallen. So wie Flüchtlinge zum Beispiel. Da gab es vor einigen Jahren Gerüchte, dass die wie Sklaven in der Fabrik auf dem Tempelhofer Feld gehalten würden. Aber wirklich stören konnten diese Gerüchte das neubürgerliche, nachhaltige Leben in der Stadt nicht.

Alle, die sich an die neuen Gegebenheiten anpassen wollten und wollen, sind ohnehin ausgewandert in den Speckgürtel und weiter hinaus. Auch wenn die Bezeichnung Speckgürtel für den immer weiter zerfallenden Raum jenseits der Stadt der Zukunft eigentlich eine eher unpassende Bezeichnung scheint. Dort leben auf jeden Fall all die unangepassten Nichtkonsumenten, Verweigerer:innen jeglicher Couleur, Habenichtse, Ewiggestrige. Aber auch sie sind und bleiben mit der Stadt so sehr verbunden, dass Malu, die Hauptfigur des Romans, ohne sie nicht weiterkommt.

Sie ist Ermittlerin, angestellt bei dem Reststaat, der in der Stadt noch existiert, und will die aktuellen Vorgänge in der Fabrik aufklären. Und diese Vorgänge sind verknüpft mit alten Gerüchten, mit immer geringeren individuellen Spielräumen gegenüber einer KI-gesteuerten Versorgung, die gesellschaftliche Verantwortung zu einer leeren Hülle hat verkommen lassen. Um also zu klären, was mitten in der Stadt passiert, muss sich Malu dem stellen, was in dieser Welt das logische Gegenstück zur bio-heilen, künstlichen Konsumentenstadt ist, dem abgehängten sehr realen Rest.

Zugegeben, so richtig mitreißend ist Sascha Reh dieser Roman nicht gelungen. Solide erzählt ist er aber allemal. Und so konnte ich mich letztlich auch sehr gut auf das Durchdeklinieren von Strängen einlassen, die ins Hier und Heute ragen. Vermeintlich grünes Wirtschaften, dem ausgerechnet Cybertechniken zum Durchbruch verhelfen. Ein vermeintlich grüner Hyperkapitalismus, der nur noch Individualismus zu kennen scheint, aber eigentlich ein privatwirtschaftliches Monopol gegenüber einer ausgehöhlten Gesellschaft meint. Eine Manipulation der Bürger:innen, die das auch noch für ein Heilsversprechen halten sollen und das Aussortieren all derer, die nicht in dieses Raster passen oder passen wollen.

Und obwohl jetzt häufiger das Wort grün gefallen ist, geht es eher um die libertär-autoritären Entwicklungen, die sich heute bei den amerikanischen Techgiganten ebenso beobachten lassen wie bei all den rechtspopulistischen/-extremen Gruppierungen, die angeblich eine hübsch bürgerliche Welt bauen wollen.

Kurz und gut: Ganz nah dran und darum: Lesen!

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Sonntag, 8. März 2026

Veronika Kracher: Bitch Hunt. Warum wir es lieben, Frauen zu hassen

 

„Es ist erschreckend, wie omnipräsent Frauenhass in unserer Gesellschaft nach wie vor ist. Was früher in reißerischen Printmedien stattfand, geschieht heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen. Influencer, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf Sozialen Medien ein Millionenpublikum. Digitale Plattformen unterbinden dies nicht, denn hinter dem Hass steckt oft ein System, das gewinnbringende Klicks generiert.

In ‚Bitch Hunt‘ analysiert Veronika Kracher die Funktion digitaler Misogynie, welche Rolle misogyne Kampagnen im rechten Kulturkampf spielen und wie Soziale Medien alltäglichen Frauenhass in einer patriarchalen Gesellschaft verstärken. Letztendlich leiden nicht nur Betroffene unter diesen Dynamiken, sondern auch unsere Demokratie.“ (Umschlagtext)

Internationaler Frauentag! Rosen und Anderes werden verteilt, wohlfeile Reden gehalten – es gibt aber auch Demos, die den Finger in die Wunde legen. Weil der konservative/rechte Rollback sich natürlich auch hier nicht nur gesellschaftlich, sondern für so viele Frauen auch ganz real auswirkt.

Immerhin hat es den Effekt, dass Termine wie dieser, die doch recht lange etwas zu gerade mal pflichtschuldig wahrgenommenen Daten geraten sind, wieder an Relevanz gewinnen.

Und ein bisschen Feiern gehört natürlich auch dazu. Also auf Euch! 😉

„Im Sommer 2022 offenbarte die Hasskampagne gegen die Schauspielerin Amber Heard, wie salonfähig es ist, Opfer häuslicher Gewalt zu verhöhnen und wie omnipräsent Frauenhass in unserer Gesellschaft nach wie vor ist. Was früher in reißerischen Printmedien stattfand, geschieht heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen – stellenweise sogar ungehemmt unter vollem Klarnamen. Influencer, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf Sozialen Medien ein Millionenpublikum. Digitale Plattformen unterbinden diesen, oft gegen Einzelpersonen gerichteten Hass, nicht – ganz im Gegenteil, denn hinter dem Hass steckt oft ein System, das gewinnbringende Klicks generiert.
In ‚Bitch Hunt‘ analysiert Veronika Kracher die Funktion digitaler Misogynie, welche Rolle misogyne Kampagnen im rechten Kulturkampf spielen, und wieso Soziale Medien alltäglichen Frauenhass in einer patriarchalen Gesellschaft derart verstärken. Letztendlich leiden nicht nur Betroffene unter diesen Dynamiken, sondern unsere Demokratie.“ (Verlagstext)

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Buchhandelspreis 2026: Buchhandlung Zur schwankenden Weltkugel, Berlin


So, ihr Schlapphüte! Tuscheln ist ja auch ne Form von Unsicherheit. Und ich kann berichten, dass gestern wirklich viele Leute ganz sicher gezeigt haben, dass es wirklich keinen Grund gibt, einem stabilen Buchladen mit stabilen Leuten und einem sehr stabilen Sortiment so hintenrum einen reinzuwürgen.

Perfide ist, wenn sich jetzt hämische Stimmen vernehmen lassen, die linke Bubble bekäme jetzt einfach nur ihre eigene Cancel Culture zu schmecken. Mir wenigstens ist bis heute kein staatliches Eingreifen im Sinne linker Politik bekannt, bei dem mal ernsthaft gecancelt wurde. Im Sinne konservativ/rechter Politik schon.

Und es ist nicht mal verwunderlich, dass es hier drei linke und unabhängige Buchhandlungen trifft. Niemals nie würde das bei den großen Buchhandelsketten vorkommen. Konzerne sind einfach zu gefügig, wie wir in den USA seit über einem Jahr gut beobachten können. Das gleiche gilt übrigens für unabhängige Verlage vs. Konzernmedien.

In diesem Sinne: Nächste Woche, am 14. März ist Indiebookday. Ein wirklich guter Anlass gleich wieder in die unabhängige Buchhandlung eurer Wahl zu gehen und gute und gut gemachte Bücher von unabhängigen Verlagen zu erstehen. Das geht dann natürlich auch auf der Leipziger Buchmesse eine Woche später – Halle 5, einfach vormerken! 😉

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Samstag, 7. März 2026

Ocatvia E. Butler: Verbunden


„Dies ist die Geschichte von Dana, einer jungen Schwarzen Schriftstellerin, die eines Tages auf unerklärliche Weise in die Vergangenheit versetzt wird: auf eine Sklavenplantage im US-Bundesstaat Maryland des Jahres 1815. Jetzt liest sie nicht nur über die Schrecken der Sklaverei – sie erlebt sie am eigenen Leib. Aber Dana findet sich nicht mit ihrem Schicksal ab.

Eine Reise in die Vergangenheit wird zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart – mit diesem Roman hat Octavia E. Butler der modernen Schwarzen Literatur den Weg bereitet. Bis heute hat das Buch nichts von seiner eindringlichen Kraft verloren.“ (Umschlagtext)

Einen Tag vorm Internationalen Frauentag finde ich diesen Roman von genau dieser Autorin einen wirklich guten Post. Vor allem, weil Science Fiction/ Fantastisches immer noch eher als Männerdomäne wahrgenommen wird, freue ich mich, dass ich die Romane von Butler für mich entdecken konnte.

Die Verbindung von Frau und Schwarz, Feminismus mit Widerstand gegen Rassismus unterstreicht ganz praktisch die Relevanz von Intersektionalität, wenn wir über eine bessere Welt nachdenken und daran bauen wollen. Doch doch, Lesen bildet halt! 😊

‘Der Ärger begann schon lange vor dem 9. Juni 1976, als er mir bewusst wurde, aber der 9 Juni ist der Tag, den ich mir eingeprägt habe. Es war auch der Tag, an dem ich Rufus kennenlernte – der Tag, an dem er mich zum ersten Mal zu sich rief …‘

Im Sommer 1976 wird das Leben von Dana, einer jungen Schwarzen Schriftstellerin, völlig auf den Kopf gestellt. Sie wacht plötzlich in einer ihr fremden Umgebung auf, rettet einen kleinen Jungen vor dem Ertrinken und bringt ihn zu seinen Eltern, die auf einer Plantage leben. Dort erfährt sie, dass sie sich im Jahre 1815 befindet – in einer Zeit, in der Schwarze Menschen afrikanischer Herkunft von Weißen versklavt wurden. Dana kann wieder in die Gegenwart zurückkehren, aber sie erlebt weitere Sprünge in die Vergangenheit. Und mit jeder dieser Reisen wird es für sie gefährlicher. Sie erfährt den Horror der Sklaverei, der das Leben von Millionen von Menschen geprägt hat. Und sie begreift, dass sie mit der Skavenplantage und ihren Bewohnern auf verhängnisvolle Weise verbunden ist. Sie muss sich entscheiden: sich unterwerfen, um zu überleben, oder Widerstand leisten und alles riskieren.

Mit Verbunden, erstmals 1970 veröffentlicht, hat Octavia E. Butler die amerikanische Literatur neu definiert. Ein so eindringlicher wie mitreißender Roman über das rassistische System der Sklaverei, familiäre Verstrickungen und gesellschaftliche Verantwortung – vom Magazin Atlantic als einer der ‚bedeutendsten Romane der letzten 100 Jahre‘ ausgewählt.“ (Klappentext)

(Übersetzung: Mirjam Nuenning)

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Donnerstag, 5. März 2026

Anne Applebaum: Die Achse der Autokraten. Korruption, Kontrolle, Propaganda: Wie Diktatoren sich gegenseitig an der Macht halten


„In unserer Vorstellung sind Autokraten einsame Herrscher. Doch Pulitzer-Preisträgerin Anne Applebaum zeigt: Die Macht von Diktatoren beruht auf vielfältigen Verbindungen untereinander und einem ausgeklügelten globalen Netzwerk, einer ‚Achse der Autokraten‘. Von Belarus bis Syrien, von Myanmar bis Venezuela unterstützen sich autokratische Machthaber gegenseitig mit Waren und Finanzströmen, Söldnern, Waffen und Equipment made in China, Iran oder Russland. In ihrem augenöffnenden Buch offenbart Applebaum, wie diese Achse funktioniert und wie die Autokraten von heute, geeint in ihrer Gier nach Machterhalt und dem Kampf gegen die Demokratie, eine neue Weltordnung erschaffen.“ (Umschlagtext)

Das Buch erschien ursprünglich 2024, kurz vor den US-amerikanischen Wahlen, aus denen Trump zum zweiten Mal als Sieger hervorging. In ihrem aktualisierten Vorwort geht Applebaum darauf ein.

Ist der Blick auf Autokraten von 2024 heute bereits obsolet, wo sich zumindest in Syrien, in Venezuela die Lage verändert hat? Wo sich die Lage der westlichen Demokratien noch einmal in schon dramatischer Weise weiterentwickelt hat – mit derzeit umso offenerer Zukunft?

Es wäre ja zu wünschen, dass Autokraten und ihre Regimes ein eher abseitiges Thema wären. Leider zeigt die weltweite Entwicklung eher etwas anderes. Grund genug also, sich dem Thema intensiver zu widmen – und dabei nicht zu vergessen, auch darüber zu sprechen, was wir mit Demokratie zu erhalten und sogar zu gewinnen haben.

„‘Im Westen, und vor allem in den Vereinigten Staaten, sehen außenpolitische Experten die Welt oft als ein Nebeneinander von getrennten Schauplätzen – Mitteleuropa, der Nahe Osten, das Südchinesische Meer –, auf denen jeweils eigene Spezialisten gefragt sind. Autokraten sehen die Welt anders. Putin unterstützt rechte und extremistische Bewegungen in Europa und versorgt afrikanische Diktatoren mit Söldnern und Waffen. Er führt seinen Krieg in der Ukraine, indem er in aller Welt die Nahrungsmittelknappheit schürt und die Energiepreise nach oben treibt. Der Iran finanziert seine Schergen im Libanon, in Palästina, im Jemen und im Irak. Iranische Agenten haben einen Bombenanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires verübt, Morde in Istanbul und Paris begangen, Attentate in den Vereinigten Staaten durchgeführt und Medien in der gesamten arabisch- und spanischsprachigen Welt finanziert. Der belarussische Diktator versucht, seine Nachbarländer zu destabilisieren, indem er Flüchtlinge aus dem Nahen Osten ins Land holt und nach Europa schleust. Kubaner kämpfen in den Reihen der russischen Armee in der Ukraine, kubanische Geheimpolizisten greifen dem Regime in Venezuela unter die Arme. Und China, mit seinen umfassenden wirtschaftlichen und politischen Interessen in Afrika und Lateinamerika, sieht sich schon lange nicht mehr als ‚asiatische‘ Macht.
Die Autokraten verfolgen die Siege und Niederlagen der anderen sehr genau und wählen den Zeitpunkt für ihre eigenen Schritte so, dass sie damit das größtmögliche Chaos stiften.‘

Aus dem Inhalt“ (Klappentext)

(Übersetzung: Jürgen Neubauer)

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Mittwoch, 4. März 2026

Mosaik #603 und Sonderheft mit der Neuen Bachgesellschaft


Die Hundine läuft lieber im Flur herum und schaut, wer so alles im Büro unterwegs ist. Wäre ich etwas kleiner, wäre das also mein Leseplatz. 😉

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Samstag, 28. Februar 2026

Barbara Kingsolver: Demon Copperhead


„Ein Trailer in den Wäldern Virginias, dem Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der Hillbilly-Cadillac-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt – die Mutter ist noch ein Teenie und frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein Junge mit kupferroten Haaren und großer Klappe, der sich trotz allem nicht unterkriegen lässt. Dies ist seine Geschichte, erzählt in seinen Worten, unbekümmert, vorwitzig, von übersprudelnder Lebenskraft. Ein mitreißender Roman über ein Leben auf Messers Schneide, in dem in jedem Moment Hoffnung aufscheint.“ (Umschlagtext)

Lange bin ich um die Hardcover-Ausgabe rumgeschlichen und konnte bei Erscheinen der Taschenbuchausgabe nun nicht mehr widerstehen. 😉

Ein wenig erinnnert die Beschreibung an den autobiografischen Roman des aktuellen US-Vize-Präsidenten J.D. Vance. Ich hoffe inständig, das diese Story mehr hermacht, nachdem mich die Geschichte von Vance enttäuscht zurückgelassen hatte.

Jetzt mal wieder so richtig lange Lese-Winterabende … 😉

„‘Erst mal musste ichs schaffen, auf die Welt zu kommen.‘ So beginnt die Geschichte von Damon Fields – auf dem Fußboden eines Trailers, geboren von einer Mutter im Teenageralter, die sich für das Ereignis mit Whiskey und Pillen gewappnet hat. Seine vorlaute Art bringt ihm bald den Spitznamen Demon ein; die roten Haare, das Einzige, was ihm der tote Vater auf den Lebensweg mitgab, erklären das Copperhead. Demon wächst in Lee County, Virginia, auf, der ‚Welthauptstadt der Lose-Lose-Situation‘: stillgelegte Kohlebergwerke und heruntergekommene Farmen, dazwischen Fastfoodketten, Tankstellen und Perspektivlosigkeit. Mit elf Jahren gerät Demon in die Mühlen der Kinderfürsorge, erlebt Hunger, Vernachlässigung, Ausbeutung, flüchtige Momente des Glücks und unvorstellbare Tragödien; bewahrt sich trotz allem seinen Mut, seine Verletzlichkeit und Hoffnung.
Seine Odyssee durch die abgehängte, von Armut und Drogen verheerte Provinz der Appalachen erzählt von einem Amerika, wie wir es kaum kennen – und, auf der Vorlage von Charles Dickens´ ‚David Copperfield‘, von einer ganzen verlorenen Generation. Barbara Kingsolvers Roman über ein Leben gegen alle Widerstände wurde zum Weltbestseller und u.a. mit dem Pulitzer Prize und dem Women´s Prize for Fiction ausgezeichnet.“ (Verlagstext)

(Übersetzung: Dirk van Gunsteren)

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