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Samstag, 17. November 2018

Kate Evans: Rosa. Die Graphic Novel über Rosa Luxemburg



"Seit ihrer Jugend war Rosa Luxemburg davon überzeugt, dass sich die Welt verändern muss. Schon in jungen Jahren kämpfte sie für die Rechte der Arbeiterschaft und die Idee des Sozialismus. Rosa Luxemburg war Jüdin, sehr gebildet, besaß einen scharfen Verstand und ein mitreißendes Temperament. Sie war eine großartige Rednerin und brillante Schriftstellerin. Konflikte scheute sie nicht. Sie kämpfte auf der Straße und ließ sich nicht einschüchtern, nicht von den Freikorps, nicht von der Polizei, auch von Morddrohungen und Gefängnisaufenthalten nicht." (Umschlagtext)

Letztes Jahr bekam ich die ukrainische Ausgabe dieses Comics geschenkt. Jetzt bin ich gespannt, endlich auch die Texte lesen zu können. ;)

Auf den ersten Blick kommen die Seiten sehr textlastig daher. Ich hoffe mal, dass die Möglichkeiten des Comics auch ausgeschöpft wurden und die Bilder am Ende nicht doch nur illustrativen Charakter haben. ^^

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Freitag, 16. November 2018

Julia Ebner: Wut. Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen



"Der Extremismus ist auf dem Vormarsch in Europa und den USA. Was bedeutet das für die westlichen Demokratien? Für uns?

Julia Ebner beschäftigt sich länderübergreifend mit Islamisten und Rechtsextremen. In Undercover-Recherchen und Gesprächen mit Radikalen beider Seiten verfolgt sie, wie sich Islamismus und Rechtsradikalismus wechselseitig verstärken. Mit verblüffend ähnlicher hetzerischer Rhetorik - online wie offline - schützen sie Hass und treiben einen Keil in die Gesellschaft: die eigene Gruppe wird zum Opfer, die andere zum Feind." (Klappentext)

Überraschend klingt das ja eigentlich nicht. Aufklärerisches Potential darf man aber bestimmt erwarten. Ich bin gespannt.

Wow, ein echt dicker Stapel mit Rezensionsexemplaren, die ich von der WBG Darmstadt zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich sage mal: Danke! ;)

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Freitag, 9. November 2018

J.G. Ballard: Betoninsel



„Kurz nach drei Uhr am Nachmittag des 22. April 1973 fuhr ein fünfunddreißig Jahre alter Architekt namens Robert Maitland mit hoher Geschwindigkeit die Ausfahrt des Westway-Kreuzes in der Londoner Innenstadt hinunter.“ (Seite 5)

Ein Vorderreifen platzt. Der Jaguar kommt von der Straße ab, stürzt die steile Böschung hinunter und kracht gegen dort liegende, rostende Autowracks. Robert Maitland ist gestrandet. Er lebt, muss aber feststellen, dass er mit einer üblen Beinverletzung auf einer grünen Insel inmitten des Autobahnkreuzes festsitzt. Von den umliegenden Straßen ist der Ort kaum oder gar nicht einsehbar.

Die Vorstellung des Settings hatte mich ja gleich gekriegt: Inmitten dieses Inbegriffs der Moderne und der Mobilität – eines Autobahnkreuzes in der Londoner Innenstadt – liegt in abgeschlossenes, unerreichbares Areal. Niemand kommt je hierher, niemand achtet darauf, niemand hält an. Das Leben zieht buchstäblich an diesem armen Robinson vorbei.

Selbst als er es mühsam die Böschung heraufschafft, sehen die vorbeifahrenden Großstädter nichts als einen Vagabunden in abgerissenen Klamotten, der wirr gestikuliert. Er wird buchstäblich auf die Insel zurückgeschleudert.

Seine Verletzungen, Hunger und Durst und das wechselhafte Wetter kosten in Kraft. Selbst die Insel scheint gegen ihn zu kämpfen. Das hohe Gras verschlingt den ramponierten Jaguar und macht jedes Herumstreifen auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit oder auch nur nach Essen zu einem ungleichen Kräftemessen.

Während seine Kraft zusehends schwindet wird ihm irgendwann klar, dass er nicht allein auf dieser Insel ist. Ob das Rettung oder nur einen Gegner mehr bedeutet, das will ich hier gar nicht verraten. 😉

Verraten möchte ich aber, dass die nüchtern-klare Sprache von Ballard schon auf den ersten Seiten ihren Sog entfaltet. Die eher kurzen, klar strukturierten Kapitel stärken das Berichthafte dieses Romans. Trotzdem ist die zunehmende Verwirrung, das fieberne Driften des verletzten Maitland intensiv spürbar.

Ich freue mich auf jeden Fall über eine Entdeckung und bin gespannt darauf, noch mehr von J.G. Ballards Texten zu entdecken. Und überhaupt: Wieso kannte ich den bisher nicht? ^^

Kurz und gut: Der Roman ist perfekt, um ihn direkt an einem Stück wegzuschmökern und sich damit selbst auf eine kleine Insel inmitten der hektisch weiterflutenden Moderne zu katapultieren und innezuhalten. Krass gut!

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Mittwoch, 7. November 2018

Ruth Cerha: Zehntelbrüder



"Meine Familie ähnelte eher einem Wok-Gericht. Man schmiss einfach alles hinein, was man gerade zuhause hatte, und von dem, was man nicht zuhause hatte, behauptete man, es gehöre gar nicht hinein. Aber wenn Sojasauce fehlte, dann war das ein Mangel. Und es blieb einer." (Umschlagtext)

Komplizierte Familien haben ja eh immer die anderen. Also lese ich zumindest gern auch mal darüber. ^^

Ich hoffe schwer, das es mit diesem Zitat aus dem Buch, das der Verlag da für den Umschlagtext ausgewählt hat, nicht wie mit so vielen Trailern bei Filmen ist, bei denen man dann das Beste schon gesehen hat. ;)

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Dienstag, 6. November 2018

Néjib: Stupor Mundi. Das Staunen der Welt



„Die Reise war sehr lang.
Wir zogen durch Wüsten, überwanden Berge und Meere …
…bis wir die Küste Apuliens erreichten.“ (Seite 5)

Néjib führt uns in seiner Geschichte vor, wie sehr Glauben sich mitunter durch Wissen und Wissenschaft herausgefordert, bedroht fühlt. Dazu nutzt er das mittelalterliche Castel del Monte als Kulisse, dass der Stauferkaiser Friedrich II. zwischen 1240 und 1250 im südlichen Italien errichten ließ. Die Zeit der Handlung und das abgelegene Bauwerk lassen gleich ein wenig „Der Name der Rose“-Feeling aufkommen. Schließlich handelt es sich auch hier um ein Verwirrspiel mit Krimieinschlag.

Der Kaiser versammelt im Castel del Monte herausragende Geister seiner Zeit um sich. So auch Hannibal Quassim al Battuti, der mit seiner Tochter Houdeh und einem geheimnisvollen Assassinen anreist. Hannibal ist Optiker und hat entdeckt, wie sich mittels der Bündelung von Lichtstrahlen und ein wenig Chemie das Abbild eines Menschen auf eine Leinwand bannen lässt. Einzig die Fixierung des Bildnisses wirft noch Fragen auf.

Doch solcherlei Experimente finden nicht bei allen Zeitgenossen Unterstützung. Der Glaube fühlt sich herausgefordert von etwas, das nicht sein darf. Und so entspinnt sich ein Wettlauf mit der Zeit. Der Kaiser fordert Ergebnisse und verfolgt dabei seine ganz eigenen Ziele. Hannibal ringt um seinen Ruf und die Ergebnisse seiner Forschungen. Aber andere Kräfte halten all dies für Blasphemie. Selbst wenn es gelänge: Es darf nicht sein.

Néjib gelingt es, die verschiedenen Ebenen der Geschichte auf unterhaltsame und spannende Art zu verbinden. Wie bei Umberto Ecos Werk auch, lässt sich „Stupor Mundi“ als Mittelalterkrimi oder philosophische Wissenschaftsgeschichte lesen. Der krakelig-leichte Strich verhindert realistisch angehauchten Mittelalterkitsch und lässt dabei genug Spielraum für Entdeckungen.

Kurz und gut: Der Verlag Schreiber & Leser tat gut daran, diesen zunächst in Frankreich erschienenen Comicband ins Deutsche zu übersetzen. Möge er in vielen Buchhandlungen auch jenseits des begrenzten Comicmarktes seinen Platz und ein Publikum finden.

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Montag, 5. November 2018

Mosaik #515



Buntes Frühstück am Montag. 😉

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Donnerstag, 1. November 2018

Aleida Assmann: Menschenrechte und Menschenpflichten. Schlüsselbegriffe für eine humane Gesellschaft



"In der aktuellen Flüchtlingsdebatte stellt sich die Frage nach einem neuen Gesellschaftsvertrag, der die demokratischen Grundlagen festigen und die Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens abstützen kann. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen, die von der Verfassung des Staates und seiner Rechtsordnung vorgegeben sind, und den politischen, wie sie von den Programmen der unterschiedlichen Parteien konkretisiert werden, gibt es auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die das einvernehmliche Zusammenleben der Menschen untereinander regeln. Friedenspreisträgerin Aleida Assmann widmet sich dieser dritten Dimension, die man mit Thomas Mann das 'ABC des Menschenanstands' nennen könnte, den auf dieser Ebene beginnt und endet jeder Gesellschaftsvertrag." (Umschlagtext)

Ich bin sehr gespannt, was Aleida Assmann, vermutlich ganz unaufgeregt, in die Debatte einbringt.

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