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Mittwoch, 28. Juni 2017

Daniel Clowes: Patience



"Daniel Clowes schickt seinen Helden auf einen kosmischen Horrortrip zum Ursprung der ewigen Liebe." (Umschlagtext)

Noch Fragen? ;)

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Dienstag, 27. Juni 2017

Uli Oesterle: Kopfsachen. Acht grafische Erzählungen



"Ich habe eine multiple Persönlichkeit. Wir sind zu fünft ... Eigentlich kommen wir ganz gut miteinander aus. Aber eine dieser Persönlichkeiten ist bösartig. Der Kerl macht echt Schwierigkeiten." (Umschlagtext)

Neues von Hector Umbra. Ich konnte nicht widerstehen. ^^

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Sonntag, 25. Juni 2017

Horst Siebert: Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung // Gerhard Roth, Alica Ryba: Coaching, Beratung und Gehirn



Harte Arbeit im Grünen. Eine Woche Teamendenqualifizierung für die RLS in Gelsenkirchen. Schick war's. ;)

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Freitag, 23. Juni 2017

Rainer Balcerowiak: Die Heuchelei von der Reform. Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt.



"[...] War eine Reform nicht einmal eine planvolle Veränderung des Bestehenden zum Besseren, ohne grundsätzlich etwas zu ändern?" (Umschlagtext)

Rainer Balcerowiak untersucht und bespricht einen Begriff, der aus der politischen Kommunikation und dem Polit-Sprech nicht mehr wegzudenken ist. Fängt doch schon mal gut an. ^^

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Samstag, 17. Juni 2017

Freitag, 16. Juni 2017

Donnerstag, 15. Juni 2017

Leonardo Padura: Ketzer



„Mehrere Jahre sollte Daniel Kaminsky brauchen, um sich an den pulsierenden Lärm einer Stadt zu gewöhnen, die in allgegenwärtiges Stimmengewirr eingehüllt war.“ (Seite 17)

Die fröhlich-lärmende Stadt ist natürlich Havanna. Daniel kam als kleiner Junge hier an, vorausgeschickt von seiner jüdischen Familie, die noch bis 1939 in Deutschland ausharrte, bevor sie sich schließlich auf der MS „St. Louis“ einschiffte. Dieses Kreuzfahrtschiff erlangte traurige Berühmtheit, weil sich auf ihm auf dieser Fahrt 937 jüdische Flüchtlinge befanden, die darauf hofften, in Havanna ein neues Leben zu beginnen. Angekommen im Hafen von Havanna, wurde den Flüchtlingen jedoch das Verlassen des Schiffes verwehrt. Alles Verhandeln hatte keinen Erfolg, die erkauften Passagen und Einreiseerlaubnisse blieben wirkungslos. Nach Tagen zäher Gespräche wurde das Schiff zur Abfahrt gezwungen – die Flüchtlinge waren immer noch an Bord. Daniel wurde im Hafen an der Hand seines Onkels, bei dem er untergekommen war, Zeuge dieser beschämenden Szene. Das Schiff landete nach weiterer Irrfahrt wieder in Europa, viele der Flüchtlinge kamen in den Lagern der Nazis ums Leben.

(Mehr über diese beschämende Geschichte findet sich u.a. in diesen beiden Artikeln, die in der Zeit bzw. im Spiegel erschienen: http://www.zeit.de/online/2009/20/flucht-kuba sowie http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/judenverfolgung-kreuzfahrt-in-den-tod-a-421002.html )

Die Geschichte des Schiffes und der Flüchtlinge ist nur der Ausgangspunkt des Romans, der im weiteren Verlauf von Daniels Leben erzählt. Er wächst bei seinem Onkel auf, der gläubiger Jude ist, und gerät mehr und mehr in Streit mit ihm, weil er nur eines sein möchte – ein echter Kubaner. Während der Onkel an den Traditionen festhält, versucht Daniel alles, um der engen und ihm engstirnig erscheinenden Welt der jüdischen Gemeinde zu entkommen. Der Gott seiner Familie und er werden keine Freunde.

Doch auch mit Kuba und Daniel geht es nicht gut. Seine Eltern führten auf dem Schiff ein Gemälde mit sich, dass sich seit jeher im Familienbesitz befand und vermutlich ein echter Rembrandt war. Noch im Hafen vor Havanna sollte es ihre Versicherung werden, an Land gehen zu dürfen, oder wenigstens Daniels Leben absichern. Doch er verschwand in dunklen Kanälen der Korruption, wie Daniel sehr viel später herausfindet. Nach dem zunächst unaufgeklärten Mord an dem korrupten Beamten, bei dem sich dieses Gemälde befand, verlässt Daniel in den 60er Jahren Kuba mit seiner Frau und lebt fortan in den USA.

Als dieses Gemälde nun 2007 auf einer Auktion plötzlich wieder auftaucht, tritt Daniels Sohn in die Geschichte ein. Auf Kuba versucht er mithilfe des ehemaligen Polizisten Mario Conde Licht in das Dunkel rund um den Mord zu bringen, dessen Daniel so sehr verdächtig ist, wie auch in die Geschichte des Gemäldes. Handelt es sich wirklich um einen echten Rembrandt?

Diese Frage führt im Roman zurück in das Amsterdam des Jahres 1648. Hier lebt ein junger Jude, der nichts mehr begehrt, als bei dem großen Meister Rembrandt das Malen zu erlernen. Damit verstößt er gegen jüdische Gebote, was ihn in schwere Gewissensnöte bringt. Er erkämpft sich seinen Traum, ohne seinem Glauben aufzugeben, verteufelt und verstoßen von seiner Gemeinde.

Im Havanna der Gegenwart kommt Mario Conde, der sich seit seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst als Privatdetektiv in Sachen antiquarischer Bücher verdingt, bei seinen Ermittlungen an seine Grenze. Auch im sozialistischen Kuba wuchert die Korruption. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf dunkle Machenschaften von Beamten und schließlich auf einen weiteren Mord – dieses Mal an einem jungen Mädchen aus der Emo-Szene der Großstadt.

Ein Jude, der der Religion seiner Familie abschwört; ein anderer Jude, der sich mit seinem Begehren zu malen gegen die Tradition stellt; ein ehemaliger Polizist, der sich mit seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst für ein freieres Leben entscheidet; eine Jugendkultur, deren Anhänger*innen sich bewusst abseits der Gesellschaft stellen – der rote Faden in diesem backsteindicken Epos ist unübersehbar und erklärt den Titel.

Am stärksten fand ich das Werk von Leonardo Padura in den Passagen zum Leben von Daniel Kaminsky in Havanna, der Suche von Mario Conde und in dem langen Teil, der im Amsterdam des Jahres 1648 spielt. Das Auftreten der kubanischen Emos ist eine grandiose Idee, weil es so herrlich unerwartet kommt. Aber hier empfand ich den Ton als etwas zu flapsig, was vielleicht an der Distanz des Älteren zu dieser Jugendkultur liegen mag.

Der erzählerischen Kraft des Buches nimmt dies nichts. Langeweile oder Langatmigkeit spürte ich an keiner Stelle. Meine Lust, mehr von Padura zu lesen ist eindeutig geweckt, weil es ihm gelingt, eine in weiten Teilen tieftraurige Geschichte mit Leichtigkeit und auch Humor zu erzählen. Auch wenn die Menschen in seinem Roman so oft verzweifeln und an ihrer Gegenwart leiden, vermeidet er Betroffenheitsklischees.

Kurz und gut: Das gibt eine klare Leseempfehlung. Der Autor bleibt unbedingt auf der Leseliste! J

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Mittwoch, 14. Juni 2017

LuXemburg 1/2017: Einwanderungsschland



Politische Zeitschriften mit Gesellschaftsanalyse sind immer langweilig aufgemacht und unlesbar? Iwo, die Rosa-Luxemburg-Stiftung macht das schon ganz richtig!

Kann man auch kostenlos abonnieren. ^^

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Dienstag, 13. Juni 2017

Leif Randt: Planet Magnon



„Es war die erste Woche der Sommerferien. Wir saßen im Reisebusshuttle, wir tranken Colabiere und hörten Musik. Draußen zog die Küste vorbei, eine menschenleere Region voller Palmen und Kliffs, wenige Wolken. Die Scheiben waren getönt. Sonnenbrillen brauchten wir nicht.“ (Seite 9)

Der Anfang klingt noch nicht so sehr nach Sci-Fi, aber schnell stößt man beim Lesen auf die ersten eher unverständlichen Begriffe: Planetennamen, Techniken und soziale Strukturen. Der Text selbst nimmt keinen großen Anlauf, um die Welt – oder vielmehr Welten, in denen die Geschichte spielt vorzustellen. Aber dafür gibt es ein Glossar, auf das ich beim Lesen gern und immer wieder zurückgegriffen habe.

Irgendeine Zukunft, irgendwo im Weltall – ein kleines Sonnensystem mit sechs Planeten und zwei Monden wird regiert durch ein Computersystem, das Entwicklungen im Verhalten der Bewohner*innen und weitere Parameter nutzt, um total vernünftige Entscheidungen zu fällen. Derweil gehen alle ihren Arbeiten nach und organisieren sich zu einem Teil in Kollektiven, die für bestimmte, sich auch widersprechende Lebensstile stehen. Vernunft gegen Emotion, Pragmatismus gegen Idealismus etc.

Alles wirkt sorgsam ausbalanciert, aber natürlich ist das nur vordergründig so und bleibt es auch nicht dabei. Die Computervernunft, so wird gemunkelt, ist gar nicht so unabhängig und unbeeinflussbar, in seinen Entscheidungen darüber, wie und an wen Ressourcen verteilt werden. Anschläge setzen Kollektive unter Druck; das Ringen um die Positionen der Lebensstile wird ruppiger. Und es tritt dieses vermeintlich aggressive neue Kollektiv auf den Plan, das der gebrochenen Herzen.

So richtig umgehauen hat mich das Buch nicht. Es ließ sich gut lesen, die Sprache ist klar formuliert, der Rhythmus war dazu angetan, recht angenehm durch die Story zu treiben. Möglicherweise hab ich, um im Bild zu bleiben, auch nur vorhandene Strudel im Erzählfluss verpasst.

Kurz und gut: Sci-Fi-Setting, eine gute Schreibe und dabei Reflektion über die Ausrichtung von Lebensentwürfen – doch, ich kann das Buch schon empfehlen. Und vielleicht bricht meine große Begeisterung ja bei einem zweiten Durchgang los. 😊

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Montag, 12. Juni 2017

Uli Oesterle: Hector Umbra



"[...] manische Stadtstreicherinnen, gewaltbereite Wachturmrentner, jenseitige Freunde und eine mysteriöse Untergrundorganisation [...]" - sowie eine kantige Hauptfigur, die seltsame Gemälde malt und Comics liest - in München!

Ehrlich, wer denkt sich denn sowas aus? ^^

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Sonntag, 11. Juni 2017

Saphia Azzeddine: Mein Vater ist Putzfrau



„Mein Vater ist Putzfrau. Nach der Schule greife ich ihm oft unter die Arme. Damit wir früher nach Hause kommen. Und auch, weil er mein Vater ist. Ich poliere, ich putze, ich scheuere, ich sauge Staub, sogar in den Ecken. Klein und schmal, wie ich bin, komme ich überall hin. Aber ich lerne auch was. Ein Wort pro Woche. Nicht irgendwelche. Die Wörter, die Angst machen. Die arroganten, die hochgestochenen, die überheblichen, die transzendenten, bei denen du dich bis auf die Knochen blamierst, wenn du ihren Sinn nicht kennst. Die, die sich drei Konsonanten hintereinander leisten wie obskur. Oder sogar vier wie abstrakt. Und das ist nicht mal ein Schreibfehler.“ (Seite 7)

Paul ist vierzehn und klein und schmächtig. Er ringt um seinen Platz in der Welt, hadert mit seiner Familie und geht auf eine Schule, in der der Sohn des Mannes in seine Klasse geht, bei dem Pauls Vater als Reinigungskraft angestellt ist. Seine Mutter beschreibt er selbst als „gelähmt und hässlich“. Der Ehrgeiz seiner Schwester beschränkt sich darauf, ihrem Leben und ihrer Familie durch den Sieg bei einer Miss-Wahl zu entfliehen.

Während Paul seinem Vater bei den nächtlichen Putztouren hilft, entdeckt er beim Abstauben der Bücherregale in einer Bibliothek die Faszination und die Macht von Wörtern. Wörter, die in seinem Leben nicht vorkommen, die von einer anderen Welt erzählen. Von der Welt seiner Mitschüler zum Beispiel, von dem Universum, in dem die schöne und kluge Priscilla nahbar und erreichbar ist.

Aber Paul ist auch ein kleiner Besserwisser, ein mitunter hormongesteuerter Angeber, der so gern stolz auf seinen Vater wäre. Immer wieder stößt er an Grenzen, die ihm seine Herkunft setzt oder die Welt um ihn herum oder das Gefühl von Ausweglosigkeit tief in ihm drin.

Die marokkanisch-stämmige Französin Saphia Azzeddine lässt Paul selbst seine Geschichte erzählen. Er darf altklug und wie ein kleiner Macho daherreden und dabei eine Menge schlaue Dinge sagen. Paul sinniert über Begriffe wie transzendent, Ungemach aber natürlich auch über Schwänze und Muschis.

In Pauls Entwicklung zeigt Azzeddine, welche Wirkmacht es entfalten kann, wenn Menschen in prekären Verhältnissen Begriffe finden, um ihr Leben, ihre Situation zu beschreiben. Damit lässt sich dieser kleine Roman gut einreihen in die Folge erfolgreicher Texte aus Frankreich wie die von Didier Eribon oder auch von Edouard Louis. Dabei schreibt sie weniger soziologisch als Eribon aber für meinen Geschmack deutlich pointierter und witziger als Louis.

Natürlich ist die Geschichte auch ein wenig Klischee. Armer Junge aus einfachen Verhältnissen will das reiche Mädchen beeindrucken und entdeckt die Macht des Wissens dafür. Irgendwann wirft ihn der Widerspruch zwischen der oberflächlichen Welt des Erfolgs und der bodenständigen Moral der armen Leute in tiefe Konflikte. Aber wenn man nur will, lässt sich natürlich alles erreichen.

Ganz so einfach macht es sich und uns Saphia Azzeddine dann aber doch nicht. Es sind die Zwischentöne, immer wieder eingestreute Momente, die auf Strukturelles verweisen, was andererseits Didier Eribon wiederum in seinem Buch „Rückkehr nach Reims“ viel analytischer beschreibt.

Kurz und gut: Lesen! Und beim Versuch, die Welt um uns herum auch in ihren abstoßenden Facetten zu verstehen, darf ruhig auch mal gelacht werden. ^^


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