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Montag, 26. Februar 2018

Goran Vojnović: Vaters Land



"Als Vladan Borojević den Namen seines Vaters googelt, stößt er auf ein dunkles Geheimnis: Er findet sich als Sohn eines flüchtigen Kriegsverbrechers wieder. So bricht er auf zu einer Reise durch ein zerstörtes und von Misstrauen zerfressenes Land. Selbst im Visier von Geheimdiensten sucht er nach einem Vater, der ihn als Elfjährigen verlassen hat, getrieben von der Sehnsucht nach einer Familie und einer Gesellschaft, die es nicht mehr gibt." (Umschlagtext)

So nah und doch so fern. Räumlich und zeitlich. Ist die Geschichte des Balkans seit den 90ern eigentlich schon auserzählt?

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Montag, 19. Februar 2018

Robert Maruschke: Community Organizing. Zwischen Revolution und Herrschaftssicherung. Eine kritische Einführung



"Seit einigen Jahren steigt Community Organizing zum Schlagwort in der außerparlamentarischen Stadt- und Sozialpolitik auf. [...] Dieses Buch bietet eine kritische Einführung in das Feld des Community Organizings. Interviews mit Organizer_innen aus Berlin und Los Angeles und viele Beispiele aus der politischen Praxis vermitteln die Chancen und Probleme der verschiedenen Ansätze. Dabei wird deutlich, das Community Organizing eine kämpferische und langfristige Organisation in Stadtteilen ermöglichen und die vorherrschende Inhaltsleere in der neoliberalen Stadt in Frage stellen kann." (Umschlagtext)

Das Buch ist also weniger ein How-to-Ratgeber als eine Reflexion des auch ein bisschen hip daherkommenden Ansatzes. Mal schauen, was da so drin steckt. ;)

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Samstag, 17. Februar 2018

Kurt Vonnegut: Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug



"Wie seine Hauptfigur Billy Pilgrim hat auch Kurt Vonnegut als US-Soldat die Ardennenoffensive und als Kriegsgefangener das Bombeninferno von Dresden überlebt. In SCHLACHTHOF 5, einem der bedeutendsten amerikanischen Romane des 20. Jahrhunderts, entwirft er ein tragikomisches Kaleidoskop des Irrsinns: Was macht der Krieg mit einem Menschen? Und wie lässt sich mit dern Bildern und Erinnerungen weiterleben?" (Umschlagtext)

Die Neuübersetzung ist doch mal an ein Anlass, das Buch endlich mal zu lesen. ^^

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Donnerstag, 15. Februar 2018

Kamui Fujiwara/ Eiji Otsuka: Unlucky young men (2 Bände)



"TOKYO 1968, DIE ZEIT DER STUDENTENREVOLTE.
[...] Unlucky Young Men, eine Chronik über die enttäuschte junge Generation Japans - zu allem bereit, ihre Träume auszuleben." (Umschlagtext)

Crime, Jazz, rebellische Jugend, Kunst - ich freue mich auf diese Art der Erinnerung an den 50. Jahrestag von 1968. ;)

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Mittwoch, 14. Februar 2018

Helmut Krausser: Einsamkeit und Sex und Mitleid



„Die Spelunke am Viktoriapark machte um neunzehn Uhr dicht. Vincent fragte die Kellnerin, ob sie Familie habe, auf die sie sich freue. Die Kellnerin verneinte, aber man komme in ihrem Beruf selten genug zu einem ungestörten Fernsehabend.“ (Seite 9)

Zeit für ungestörte Fernsehabende hat in dem Buch aber ohnehin kaum jemand. Nicht Vincent, der attraktive Escort, nicht Dr. Stern, der eine von seiner Frau geduldete Affäre mit seiner Sekretärin pflegt, und die Punkclique, die in einem Abrissbau lebt, schon gar nicht. Das ist aber auch nur ein wirklich kleiner Ausschnitt aus all den Episoden des Buches.

Alle anderen lernen wir in zunächst unverbunden nebeneinanderstehenden Episoden kennen, beginnend mit dem Weihnachtsabend von Vincent. Es folgt Szene um Szene, die Berliner*innen vermutlich zur Genüge kennen. Es hat etwas von „Berlin Tag und Nacht“. Irgendwie trashige Figuren, nur mit besseren Dialogen und tatsächlich lebensechter Dramaturgie.

Es wird geliebt, gestritten, gevögelt, gepöbelt, gehasst und wieder geliebt. Einsam sind nicht alle der Figuren, aber immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen. Das gilt für die Punks genauso wie für die Mittelstandsfamilie und die Upper-Class-Unternehmerin. Sex, oder irgendetwas in der Art, firmiert als Antrieb und endet allzu oft im Mitleid mit anderen, aber noch öfter mit sich selbst.

Wie bei echtem Reality-TV gilt: Das ist wie ein Unfall. Es ist so schrecklich, dass man permanent dazwischenrufen möchte, aber weggucken geht auch nicht. Ich bin aber umgekehrt auch nicht so sicher, ob wir uns nicht alle früher oder später genauso asozial, dumm, töricht und idiotisch verhalten wie all diese Gestalten.

Gleichzeitig ist es natürlich witzig, in diesen Spiegel zu schauen und sich köstlich zu amüsieren, während wir die Parallelen zu unserem eigenen Leben geflissentlich übersehen. Krausser überlässt es uns, uns selbst in den Figuren wiedererkennen zu wollen – oder eben nicht.

Dabei hilft der eher lakonische Erzählton, der nicht dramatisiert, sich aber den einen oder anderen dezenten Hieb im Nebensatz erlaubt. Das Schreien, Keifen, Giften, Betteln und Schmeicheln übernimmt schon das Personal in den Dialogen.

Grandios finde ich, wie es Krausser gelingt zu zeigen, dass dieses Großstadtmonster mit all den anonymen Leben eben doch nur eine Ansammlung von Dörfern ist. Vielleicht liegt auch genau darin der Reiz, dass all wir Zugezogenen Berlin nur spielen, tatsächlich aber aus unseren Dörfern nie herausgekommen sind.

Kurz und gut: Krausser ist witzig und richtig, richtig böse. Aber er liebt seine Figuren und wir auch. Lest mehr Krausser!

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Dienstag, 13. Februar 2018

Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne



"Das Besondere ist Trumpf, das Einzigartige wird prämiert, eher reizlos ist das Allgemeine und Standardisierte. Der Durchschnittsmenschm mit seinem Durchschnittsleben steht unter Konformitätsverdacht. Das neue Maß der Dinge sind die authentischen Subjekte mit originellen Interessen und kuratierter Biografie, aber auch die unverwechselbaren Güter und Events, Communities und Städte. Spätmoderne Gesellschaften feiern das Singuläre." (Klappentext)

Nicht weniger als eine Theorie der Moderne wird angekündigt, in der von strahlenden Siegern, Ungleichheiten und Verlierern die Rede ist. Klingt doch vielversprechend. ^^

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Montag, 12. Februar 2018

Klaus Mann: Alexander. Roman der Utopie



"Klaus Mann erzählt die Geschichte des Mazedonierkönigs als Versuch, einen alten Menschheitstraum zu verwirklichen: ein Weltreich der Freiheit und Liebe will Alexander errichten. Doch während der junge König seinen Siegeszug mit Blumen und Jubelgesang beginnt, bringt er am Ende, als sich sein Imperium von den ägyptischen Wüsten bis zum Indus erstreckt, den m Menschen nur noch Unterdrückung und Jammer. Klaus Mann entmystifiziert die Figur Alexanders, den die Geschichtsbücher seit jeher als 'den Großen' präsentieren, mit dern Mitteln seiner ausgeprägt erotischen Fabulierkunst." (Verlagstext, Seite 2)

Und alle paar Jahre bekomme ich mal wieder Lust, Variationen zu Alexander zu entdecken. Klaus Mann musste da ja irgendwann einmal dran kommen. ^^

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Mittwoch, 7. Februar 2018

Sara Lövestam: Herz aus Jazz



Ok, ich korrigiere: Beim #büchertausch schneite mir noch ein weiteres Buch in den Briefkasten. Mit einem superlieben Kartengruß. Danke, liebe @ania_tita ! ;)

"An ihrer Schule in der schwedischen Provinz wird Steffi gemobbt. Dem Alltag entflieht die talentierte Fünfzehnjährige, indem sie Musik macht und hört. Am liebsten Swing und Jazz. Als ihr I-Pod eines Tages den Geist aufgibt, reißt die Musik nicht ab. Sie dringt aus dem Fenster eines Altenheims. Und der alte Mann, der dort wohnt, lädt Steffi zu sich ein." (Umschlagtext)

Der Mann war selbst Musiker und kannte Steffis musikalische Helden persönlich. So entsteht eine Freundschaft über Generationen hinweg.

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Dienstag, 6. Februar 2018

Teju Cole: Open City



"Julius, ein junger Psychiater, durchstreift die Straßen Manhattans, allein und ohne Ziel, stundenlang. Er denkt an seine kürzlich zerbrochene Liebesbeziehung, seine Kindheit, seine Isolation in dieser Metropole voller Menschen. Fas unmerklich verzaubert sein Blick die Umgebung, die Stadt blättert sich vor ihm auf, offenbart die Spuren der Menschen, die früher hier lebten. Mit jeder Begegnung, jeder neuen Entdeckung gerät Julius tiefer hinein in die verborgene Gegenwart New Yorks - und schließlich in seine eigene, ihm fremd gewordene Vergangenheit." (Verlagstext, Seite 2)

Gerade passt das Wetter bestens zum Flanieren und diese Ausgabe gerade gut in die Manteltasche. ^^

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Albrecht von Lucke: 50 Jahre APO, 5 Jahre AfD: Von der Revolte zur »Konterrevolution« (»Blätter« 2/2018, Seite 41-49)


https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2018/februar/50-jahre-apo-5-jahre-afd-von-der-revolte-zur-%C2%BBkonterrevolution%C2%AB

Wenn Dobrindt und die CSU anfangen, die Revoluzzer in sich zu spüren, dann sollte die Linke sich schnellstens daran machen, demokratische Institutionen zu verteidigen und Projekte wie Europa visionär mit Leben zu erfüllen. - Schlauer Artikel. Lesen! ^^

Montag, 5. Februar 2018

Will Wiles: Kein Leben ohne Minibar



Vor einigen Wochen wollte ich herausfinden, ob das "Schneeballsystem" Büchertausch denn funktioniert. Und siehe da, für ein verschenktes Buch kam nun eines an mich zurück. ^^ Danke Susanne aus Düsseldorf! ;)

"Eines Nachts trifft der eigenwillige Einzelgänger Neil Double an der Hotelbar auf die faszinierende Frau, der er schon einmal unter höchst bizarren Umständen begegnet ist. Als sie plötzlich verschwindet, gerät er aud der Suche nach ihr in einen aberwitzigen Albtraum, der ihn immer tiefer in die labyrinthischen Flure des mit einem Mal sehr bedrohlich wirkenden Hotels führt." (Umschlagtext)

Ein Buch verschenkt und eines erhalten - das finde ich als "Ausbeute" sehr ok und lasse mich gern auf das Entdecken eines Buches ein, das sonst vermutlich so gar nicht auf meinem Tisch gelandet wäre.

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