„In unserer Vorstellung sind Autokraten einsame Herrscher. Doch Pulitzer-Preisträgerin Anne Applebaum zeigt: Die Macht von Diktatoren beruht auf vielfältigen Verbindungen untereinander und einem ausgeklügelten globalen Netzwerk, einer ‚Achse der Autokraten‘. Von Belarus bis Syrien, von Myanmar bis Venezuela unterstützen sich autokratische Machthaber gegenseitig mit Waren und Finanzströmen, Söldnern, Waffen und Equipment made in China, Iran oder Russland. In ihrem augenöffnenden Buch offenbart Applebaum, wie diese Achse funktioniert und wie die Autokraten von heute, geeint in ihrer Gier nach Machterhalt und dem Kampf gegen die Demokratie, eine neue Weltordnung erschaffen.“ (Umschlagtext)
Das Buch erschien ursprünglich 2024, kurz vor den US-amerikanischen Wahlen, aus denen Trump zum zweiten Mal als Sieger hervorging. In ihrem aktualisierten Vorwort geht Applebaum darauf ein.
Ist der Blick auf Autokraten von 2024 heute bereits obsolet, wo sich zumindest in Syrien, in Venezuela die Lage verändert hat? Wo sich die Lage der westlichen Demokratien noch einmal in schon dramatischer Weise weiterentwickelt hat – mit derzeit umso offenerer Zukunft?
Es wäre ja zu wünschen, dass Autokraten und ihre Regimes ein eher abseitiges Thema wären. Leider zeigt die weltweite Entwicklung eher etwas anderes. Grund genug also, sich dem Thema intensiver zu widmen – und dabei nicht zu vergessen, auch darüber zu sprechen, was wir mit Demokratie zu erhalten und sogar zu gewinnen haben.
„‘Im
Westen, und vor allem in den Vereinigten Staaten, sehen außenpolitische
Experten die Welt oft als ein Nebeneinander von getrennten Schauplätzen –
Mitteleuropa, der Nahe Osten, das Südchinesische Meer –, auf denen jeweils
eigene Spezialisten gefragt sind. Autokraten sehen die Welt anders. Putin
unterstützt rechte und extremistische Bewegungen in Europa und versorgt
afrikanische Diktatoren mit Söldnern und Waffen. Er führt seinen Krieg in der
Ukraine, indem er in aller Welt die Nahrungsmittelknappheit schürt und die
Energiepreise nach oben treibt. Der Iran finanziert seine Schergen im Libanon,
in Palästina, im Jemen und im Irak. Iranische Agenten haben einen
Bombenanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires verübt, Morde
in Istanbul und Paris begangen, Attentate in den Vereinigten Staaten
durchgeführt und Medien in der gesamten arabisch- und spanischsprachigen Welt
finanziert. Der belarussische Diktator versucht, seine Nachbarländer zu
destabilisieren, indem er Flüchtlinge aus dem Nahen Osten ins Land holt und
nach Europa schleust. Kubaner kämpfen in den Reihen der russischen Armee in der
Ukraine, kubanische Geheimpolizisten greifen dem Regime in Venezuela unter die
Arme. Und China, mit seinen umfassenden wirtschaftlichen und politischen Interessen
in Afrika und Lateinamerika, sieht sich schon lange nicht mehr als ‚asiatische‘
Macht.
Die
Autokraten verfolgen die Siege und Niederlagen der anderen sehr genau und
wählen den Zeitpunkt für ihre eigenen Schritte so, dass sie damit das
größtmögliche Chaos stiften.‘
Aus dem Inhalt“ (Klappentext)
(Übersetzung:
Jürgen Neubauer)

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