Samstag, 3. Januar 2026

Mosaik #601


Na, wer fühlt sich bei dem Titel des Heftes an etwas erinnert? 😉

Abgesehen davon: Hoffentlich gesund und munter und auf jeden Fall wieder bunter … ins neue Jahr! 😉

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Donnerstag, 1. Januar 2026

Annett Gröschner/ Peggy Mädler/ Wenke Seemann: Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat


„Wie ist es, aus dem Osten zu kommen? Welche Prägungen und Erfahrungen hängen nach? Die Freundinnen Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann suchen gemeinsam nach Brauchbarem für die Zukunft. Ihr Buch ist voller überraschender Analyse und beglückendem Humor, ungeahntem Wissen und befreiender Großzügigkeit. Es ist ein Geschenk mitten in den Grabenkämpfen der Gegenwart.“ (Umschlagtext)

Allein der Titel klingt doch nun wirklich nach einer richtig guten Neujahrslektüre, leicht angekatert und mit einer langen Nacht im Rücken, auf dem Sofa den Tag absichtsvoll vorbeiziehen lassend.

Eigentlich soll ja die Zeit zwischen den Jahren diejenige sein, die zwischen Vergangenheit und Zukunft hängend zum Verweilen und Innehalten einlädt. Bei mir hat das noch nie funktioniert. Die Weihnachtsfeiertage wollen verdaut werden, Silvester muss vorbereitet werden – alles viel zu hektisch. Neujahr dagegen ist wirklich ein Tag dazwischen. Die Feierlichkeiten sind erledigt; es bleibt noch Zeit, bis der Alltag wieder zuschlägt …

So viel zur Stimmung, die mir ganz gut zu diesem Buch zu passen scheint und das so viele Menschen in meinem Umfeld, auf deren Meinung ich sehr viel gebe, schon in höchsten Tönen gelobt haben. Wohlan, was trinken wir? 😊

„Drei Freundinnen, ein Küchentisch, vor den Fenstern die Nacht: Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann reden. Über sich als ‚Ostfrauen‘, was auch immer diese Schublade bedeutet, über das Glück krummer Lebensläufe, über die Gegenwart mit ihrer sich ständig reindrängelnden Vergangenheit. Es wird getrunken, gelacht und gerungen, es geht um Erinnerungsfetzen und Widersprüche, um die Vielschichtigkeit von Prägungen und um mit den Jahren fremd gewordene Ideale. Im japanischen Volksglauben gibt es Geister, die aus achtlos weggeworfenen Dingen geboren werden – ‚wie sähe der Dinggeist der DDR aus?‘, fragen die drei. Ihr Buch ist dem Erinnern und dem Sich-neu-Erfinden gegenüber so gewitzt und warmherzig, wie es jede große Gesellschaftsdiskussion verdient.

ANNETT GRÖSCHNER, geboren 1964 in Magdeburg, lebt als Schriftstellerin in Berlin

PEGGY MÄDLER, geboren 1976 in Dresden, lebt in Berlin und ist Autorin und Dramaturgin

WENKE SEEMANN, geboren 1978 in Rostock, lebt seit 2000 in Berlin und ist freie Künstlerin und Sozialwissenschaftlerin“(Verlagstext)

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Mittwoch, 31. Dezember 2025

Karsten Krampitz: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung


„Thüringen, Ende der 70er Jahre. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche.
So beginnt die Geschichte einer Kommune, die völlig aus der Zeit und aus dem Land gefallen ist. Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird – Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit.
Intellektueller Kopf der Kommune Hartroda ist Gruns. Er wird vom schweigsamen Mozek gepflegt, der vom Dachboden aus internationale Fernschachturniere bestreitet und sich über seine Vergangenheit bedeckt hält. Denn Mozek, ehemaliger Grenzer, ist auf der Flucht vor der eigenen Schuld.“ (Umschlagtext)

Alles, was ich bisher über diesen schmalen Roman gelesen habe, verspricht eine feine Utopie. Und ich finde, sowas ist doch genau der richtige Post, um das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen.

Überhaupt sollten wir das Ding mit den Vorsätzen einfach lassen und uns stattdessen etwas träumen zu erlauben. Obwohl, vielleicht nicht nur etwas, vielleicht einfach mal richtig groß. Warum eigentlich nicht? 😉

Ich wünsche euch allen eine rauschende und berauschte Nacht und einen angemessen laut miauenden Kater morgen zum Neujahr. Wir sehen uns auf der anderen Seite wieder! 😉

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Dienstag, 30. Dezember 2025

Lavie Tidhar: Adama

 

„Eine Geschichte Israels, die so noch nie erzählt wurde

Adama ist Familien- und Generationenroman, chronique scandaleuse von Israel, Politthriller und Kriminalroman. Ein mitreißendes historisches Epos über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod, über Loyalität und Behauptungswille.“ (Umschlagtext)

Jaja, ich weiß. Alles rund um Israel ist seit mindestens zwei Jahren fürchterlich aufgeladen. Positioniere dich so oder so, ansonsten … Das ist ein Thriller, eine fiktive Geschichte vor einem historischen Hintergrund. Vielleicht eine Möglichkeit der Dauererregungsschleife zu entgehen, die unweigerlich einsetzt, wenn nur das Wort Israel fällt. Ich bin gespannt.

„1946 beginnt die junge Ruth, die sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, getrieben von jugendlichen Idealen in einem Land, das ihr feindlich gesinnt ist. Sie ist eine ungarische Zionistin, die, anders als die meisten Mitglieder ihrer Familie, den Nazis in Budapest entkommen konnte. Ruht wird das Herz des Kibbuz Trashim, und für sie ist der Kibbuz heilig, heilige Erde, also ‚Adama‘, seine Existenz ist ihre Lebensaufgabe. Wenn dafür knallharte Entscheidungen nötig sind, dann wird sie sie treffen, inklusive Gewalt und Mord.
Wir folgen Ruth und den ihren durch die Jahre 1945 bis 2009. Und damit durch die Turbulenzen des Staates Israel – die Auseinandersetzung mit den Briten die Vertreibung der Araber, der Sechs-Tage-Krieg und der Jom-Kippur-Krieg machen Ruth womöglich noch zäher und härter. Neben dem Porträt einer beeindruckenden Frauenfigur und ihrer Familie schreibt Lavie Tidhar auch die Gewaltgeschichte Israels fort.
Adama ist Familien- und Generationenroman, chronique scandaleuse von Israel, Politthriller und Kriminalroman. Ein mitreißendes historisches Epos über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod, über Loyalität und Behauptungswille.“ (Klappentext)

(Übersetzung: Conny Lösch)

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Sonntag, 21. Dezember 2025

Daniel Bax: Die neue Lust auf links. Woher sie kommen, wohin sie gehen und wie sie unser Land verändern


„Die freundliche Revolution

Was für ein Comeback: Mit dem Austritt ihrer umstrittenen Frontfrau Sahra Wagenknecht schien der Abstieg der Linkspartei besiegelt. Doch zur Bundestagswahl im Februar 2025 kehrte sie mit neuem, charismatischen Spitzenpersonal, markigen sozialpolitischen Forderungen und klarer Kante gegen die AfD auf die politische Bühne zurück.
Wofür stehen Heidi Reichinnek, Ines Schwerdtner und Jan van Aken genau? Wird die von ihnen ausgerufene ‚revolutionäre Freundlichkeit‘ trotz innerparteilicher Querelen rund um Reizthemen wie Israel, Ukraine und Nato-Mitgliedschaft Bestand haben? Wie verträgt sich linke Systemkritik mit dem Wunsch nach Regierungsbeteiligung?

In einer entscheidenden Phase deutscher Politik zeichnet der renommierte Journalist Daniel Bax das eindringliche Porträt einer schillernden Partei, die sich zwischen alten Konflikten, TikTok und Klassenkampf neu erfindet.“ (Umschlagtext)

Wie es sich anfühlt, in einer Partei im Umbruch zu arbeiten, deren Mitgliederzahlen sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt zu haben, das erlebe ich live und hautnah. Spannend ist natürlich umso mehr, wie das andere wahrnehmen.

Wenn ich bisher Bücher oder Texte über die Linke gelesen habe, die nicht aus der Partei kamen, hatte ich oft das Gefühl, dass das wenig mit der Organisation zu tun hat, die ich kenne. Andererseits hab ich auch noch keine so lange Phase erlebt, in der die öffentliche Wahrnehmung und Berichterstattung der Linken gegenüber doch deutlich weniger grundsätzlich ablehnend wirkte. Also, seien wir mal gespannt, was in diesem Buch berichtet und analysiert wird. 😉

„‘Die Linke hat ein Comeback hingelegt, das ihr kaum jemand zugetraut hätte. Im Wahlkampf konzentriert sie sich auf sozialpolitische Klassiker: Mietendeckel, Kampf gegen steigende Preise, gerechte Umverteilung. Von Gendersternchen und Transgendertoiletten ist dagegen kaum noch die Rede. Auch andere Reizthemen wie Migrations-, Klima- und Außenpolitik rückt die Linke bewusst nicht nach vorn. Das ist ein Erfolgsrezept, doch Konfliktpotential bleibt. In ihrem aktuellen Programm spricht sie dich Partei nach wie vor für eine Auflösung der Nato sowie für ‚eine europäische Sicherheitsarchitektur‘ in Zusammenarbeit mit Russland aus. Die Frage ist, wie realistisch und zeitgemäß solche Konzepte heute noch sind. Bis 2027 will die Linke ihr Grundsatzprogramm überarbeiten. Es dürften ihr spannende Diskussionen ins Haus stehen.‘ Daniel Bax“ (Klappentext)

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Freitag, 19. Dezember 2025

Mosaik #600


600 Ausgaben. Jeden Monat eine. Das sind 12 im Jahr – 50 Jahre lang. Uff, das ist echt viel Holz für die drei knollennasigen Kerlchen, die schon in meiner Kindheit lustig durch Zeit und Raum sprangen und allerhand Abenteuer erlebten.

Also Prost und auf die nächsten 600 Ausgaben! 😉

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Sonntag, 7. Dezember 2025

Josef H. Reichholf: Mensch. Evolution einer besonderen Spezies


„Der lange Weg der Menschwerdung verlief auf verschlungenen Pfaden. Wie sind wir zu denen geworden, die wir sind? Was zeichnet uns aus? Welche Rolle spielen Natur und Kultur für Gewalt und Mitgefühl, für Konflikte und Fortschritt? Und warum scheint es der Menschheit nicht zu gelingen, sich zukunftsfähig zu verhalten?

In seinem großen Buch erzählt Josef H. Reichholf die Evolution des Menschen neu und wagt einen Blick in unsere Gegenwart und Zukunft.“ (Umschlagtext)

Wie oft passiert es in politischen Debatten, dass behauptet wird, der Mensch wäre so oder so und Dinge wären ja schon immer so also quasi von der Natur genau so vorgesehen. Eine vorhersehbare Strategie, die eigenen Ziele für alternativlos zu erklären.

Interessanterweise gibt es ja seit geraumer Zeit immer wieder spannende Untersuchungen, die so manches Phänomen in die Sphäre der Kultur verweisen, also als menschengemacht kennzeichnen und eben nicht als unabänderlich unserer Natur innewohnend. In Sachen Patriarchat hab ich dazu ja schon einige Bücher gepostet.

Meine Neugierde auf das Große und Ganze ist immer noch ungebrochen. Insofern bin ich auch auf diese Geschichte sehr gespannt.

„Der Mensch ist etwas Besonderes. Mit acht Milliarden über den ganzen Globus verteilten Individuen ist er so erfolgreich wie keine andere vergleichbare Art. Aber warum wir so sind, wie wir sind, daran scheiden sich die Geister. Josef H. Reichholf, vielfach ausgezeichneter Biologe und Bestsellerautor, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der menschlichen Evolution. Hier zieht er Bilanz – und stellt sich der großen Frage nach dem Wesen des Menschen. Anschaulich, spannend und anhand neuester Forschungen zeichnet Reichholf den langen Weg von Homo Sapiens nach – und greift zugleich weit über eine rein biologische Evolutionsgeschichte hinaus.“ (Klappentext)

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