„Ein Manifest kritischen Denkens für die Gegenwart
Du bist selbst an allem schuld!
So lautet die Ideologie unserer Zeit. Ununterbrochen vorgetragen wird sie von Politikern wie Ökonominnen, Influencern wie der eigenen Familie. Ausgeblendet bleiben dabei sämtliche gesellschaftliche Bedingungen. In 13 persönlichen Essays fragen die Autor:innen, wie die persönliche Schuld sämtliche Lebensbereiche erobern konnte.“ (Umschlagtext)
Der Befund ist ja leider nicht neu. Aus der Befreiung des Individuums aus starren gesellschaftlichen Konventionen nach den 60ern des letzten Jahrhunderts wurde irgendwie eine allumfassende Verantwortung de*r Einzelnen für alles. Was damit verschwindet, ist gesellschaftlicher Kontext, das sind systemische Zusammenhänge. Daraus folgt fast schon in logischer Konsequenz das Verschwinden von Utopie, von der Möglichkeit auch jenseits vorhandener Strukturen denken zu können. There is no alternative – TINA.
Das bedeutet natürlich nicht, dass niemand im Umkehrschluss irgendeine Verantwortung trüge. Aber nur so wird sichtbar, besprechbar und damit verhandelbar, was über das Hier und Heute hinausweisen könnte. Und vor allem, wo wir als Individuen eben nicht allein sind, sondern verbunden in unseren Interessen. Das braucht es als Grundlange gemeinsamen Handelns.
Ich bin gespannt auf diesen Band und die sehr verschiedenen Blickwinkel der Autor*innen.
„»Du bist selbst schuld an deinem Unglück!« Ein Einspruch gegen das neoliberale Mantra von Ann-Kristin Tlusty und Wolfgang M. Schmitt
Du bist überfordert, weil du deine Zeit nicht richtig planst. Du verdienst nicht genug Geld, weil du nicht hart genug arbeitest. Du bist verantwortlich für die Klimakatastrophe, weil du die Joghurtbecher nicht richtig entsorgst. Kurzum: Du bist selbst an allem schuld! So lautet die Ideologie unserer Zeit. Vorgetragen wird sie von Politikern wie Ökonominnen, Influencern wie der eigenen Familie. Ausgeblendet werden dabei sämtliche gesellschaftlichen Bedingungen. In 13 persönlichen Essays fragen die Autor:innen, wie die persönliche Schuld sämtliche Lebensbereiche erobern konnte. Ihr Buch leistet sich den Luxus des Zweifels am scheinbar Selbstverständlichen. Es ist ein Manifest kritischen Denkens für die Gegenwart.
Mit Beiträgen von Christian Baron, Dietmar Dath, Aladin El-Mafaalani, Sebastian Friedrich, Sarah-Lee Heinrich, Özge İnan, Şeyda Kurt, Sophie Lewis, Maximilian Pichl, Anke Stelling, Wolfgang M. Schmitt, Ann-Kristin Tlusty und Matthias Ubl“ (Verlagstext)
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