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Samstag, 23. April 2022

Peer Meter & Isabel Kreitz: Haarmann


„Alles Menschenknochen!“ (Seite 8)

Im Jahr 1924 tauchen in der Leine in Hannover zahllose Knochen auf. Sie gehörten offenbar den zahlreichen jungen Männern, die seit Monaten in der Stadt spurlos verschwunden waren. Übrig blieben von ihnen nur die fein säuberlich abgetrennten Gebeine und Schädel. Und die Stadt erstarrt in Angst.

 

Die Zeichnungen führen uns eine Altstadt voller verwinkelter Gassen vor Augen, in denen die Menschen in einfachen Verhältnissen leben, kaum über die Runden kommen. Sie halten sich mit kleinen Geschäften, legal oder illegal, über Wasser. Der Schwarzmarkt und Prostitution blühen. Die Polizei greift, wenn überhaupt, eher bei letzterem durch.

 

Fritz Haarmann, dieser komische Kauz, schlägt sich ebenso durch. Er ist offenbar ein eher schlichtes Gemüt, recht roh in seiner Art. Aber bei ihm kann man immer mal wieder einigermaßen gutes Fleisch kaufen oder abgelegte Klamotten. Niemand will sich etwas dabei denken. Immer wieder wird er mit sehr jungen Männern gesehen, die er mitunter am Bahnhof aufliest, wo sie gerade mit nichts in der Stadt gestrandet sind. Er bietet ein Dach über dem Kopf für ein wenig Zuwendung.

 

Alles erscheint in dieser Geschichte so durchschaubar, wie es für spätere Generationen nur sein kann. Fritz Haarmann schleppt die Jungs ab, verführt sie, schlachtet sie und verkauft ihr Fleisch und ihr Hab und Gut später. Doch niemand will etwas sehen oder hören. Die Menschen scheinen wie abgestumpft in ihrer Angst und ihrer Not.

 

Doch auch die Polizei scheint kein wirkliches Interesse an der Aufklärung zu haben oder zumindest daran, Fritz Haarmann zu überführen. Es wird sich herausstellen, dass Haarmann als Polizeispitzel geführt wurde. Warum die Hand über ihn gehalten wurde, ist Gegenstand des folgenden Justizskandals.

 

Dieser großartig gezeichnete und erzählte Comic führt die Geschichte von vermutlich Deutschlands bekanntestem Massenmörder noch einmal vor Augen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger Fritz Haarmann selbst als die sprach- und emotionslose Stadtgesellschaft, die den Hintergrund dieses Dramas bildet. Insofern kann ich zur Ergänzung nur das filmische Kammerspiel empfehlen, in dem Götz George den Fritz Haarmann in seiner erschütternden Einfachheit verkörpert.

 

Abgesehen von dem voyeuristischen Thrill, der ja immer irgendwie von solchen Geschichten ausgeht, regt sie natürlich auch immer die Frage an, ob das hier und heute auch noch so passieren könnte? Und während ich das tippe, kommen mir sofort zahlreiche Missbrauchsskandale in den Sinn, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen sorgten. Auch hier lässt die schiere Anzahl der Opfer immer wieder staunen, wie all das in einer Nachbarschaft, unter den Augen von Behörden aber eben dennoch scheinbar unbemerkt geschehen kann. Warum das so möglich ist, weiß ich auch nicht zu sagen. Aber Geschichten wie die von Fritz Haarmann im kulturellen Gedächtnis zu erhalten, das ist sicher ein Verdienst dieses Comics.

 

Kurz und gut: Eher keine Kuschellektüre aber in jedem Fall unbedingt zu empfehlen. Lesen!

 

#lesefrühling #comic #isabelkreitz #peermeter #carlsen #graphicnovel #deutschland #hannover #1920er #hannover #fritzhaarmann #massenmörder #justizskandal #gesellschaft #lesen #leselust #lesenswert #leseratte #bücher #literatur #yesyoucomican

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Flix: Spirou in Berlin


„Liebe Genossinnen und Genossen, wir sind PLEITE!“ (Seite 5)

Diese Erkenntnis in Ost-Berlin sollte in der Folge dazu führen, dass es Spirou und Fantasio, die beiden franko-belgischen Comichelden in den wilden Osten verschlägt – natürlich mitten in die spannende Zeit kurz vor der Wende 1989. Geschrieben und gezeichnet hat das rasante Abenteuer mit Flix erstmalig ein deutscher Zeichner. Wow.

Aber in aller Kürze von vorn: Graf Rummelsburg, ein guter Freund von Spirou, erhält im Sommer 1989 eine Einladung zum Ersten Internationalen Mykologenkongress – nach Ost-Berlin. Dass der dort gar nicht hinreisen will, dann aber auf einmal aus seiner Villa verschwunden ist, ruft Spirou und seinen Freund Fantasio auf den Plan. Auf der Suche nach dem Grafen landen sie unweigerlich – in Ost-Berlin.

Wie Spirou so ist, kann er nicht ruhen, bis er nicht seinem Freund, dem Grafen helfen konnte. Der eigensinnige Fantasio wittert dagegen seine große Chance al Reporter. Immerhin kann er hier von hinter dem Eisernen Vorhang berichten.

Und zu berichten gibt es dann recht schnell so einiges. Fantasio bringt sich mal wieder in Windeseile in Schwierigkeiten und landet auch noch prompt im Stasiknast. Derweil schließt Spirou Bekanntschaft mit einigen Bürgerrechtler:innen, die im Widerstand arbeiten.

Während der Suche nach dem Grafen werden die beiden belgischen Helden natürlich die ganze Zeit über von der Stasi beobachtet und verfolgt. Immerhin sind sie ganz ungeahnt einem weltverändernden großen Geheimnis des Regimes auf der Spur.

Puh, und am Ende geht es gerade noch mal gut aus. 😊

Insbesondere für Fans in Deutschland ist die Flix-Variation von Spirou natürlich ein echtes Highlight. Zum einen, weil Comicfans schon lange sehr neidisch ins Franko-Belgische schauen, wo Comics als Kulturgut ganz selbstverständlich dazu gehören – im Gegensatz zum eher unterentwickelten Deutschland in dieser Hinsicht. Zum anderen weil gerade dieses Abenteuer von Spirou mitten hinein führt, in die jüngere deutsche Geschichte.

Und Flix meistert das erzählerisch wie zeichnerisch wirklich grandios. Die Story ist rasant, witzig und herrlich abgedreht. Der Zeichenstil wirkt für diese inzwischen ja auch altehrwürdigen Figuren angenehm frisch. Alles bestens also.

Ok, ich muss zugeben, dass ich trotz aller Begeisterung dann doch irgendwie etwas gestutzt habe. Vielleicht war es der Ossi in mir, der da zuerst etwas trotzig geschnauft hat. Ich bin nicht sicher. Aber beim drüber nachdenken hakte dann doch etwas für mich.

Vollkommen klar, dass wir hier über ein kinder-/jugendkompatibles Comicabenteuer sprechen und nicht über eine historische Dokumentation. Aber andererseits hat sich Flix ja schon einige Mühe mit der Genauigkeit gemacht, wie verschiedene Rezensionen gern hervorgehoben haben.

Der Comic macht sich die Mühe, den Leser:innen kurz zu erklären, was die DDR war. Auf einer kleinen eingefügten Erklärseite (ja, immer noch als Comic) wird dieses lustige Land vorgestellt, in dem es gar nicht so lustig zuging. Immerhin handelt es sich hier, wie festgestellt wird, um eine kommunistische Diktatur. Passend zu dieser kleinen Einführung erlebt Fantasio, ganz der Reporter, zunächst die unglaublich friedliche und bunte DDR – bevor er dann flugs im Stasiknast landet, weil er mit der falschen Person gesprochen hat. Zur Ehrenrettung dieses offensichtlichen Schurkenstaats gibt es aber auch noch die Bürgerrechtler:innen, ganz dem Klischee verpflichtet natürlich ein wenig kauzig dargestellt.

Für das Erzählen eines solchen Abenteuers in diesem Genre ist das Böse natürlich passenderweise so richtig richtig böse. In diesem Fall funktioniert die humorige Action halt vor einem typischen Kalter Krieg Hintergrund. Als Mittel der Erzählung verstehe ich das und finde es auch wirklich gelungen. Und trotzdem grummelt da was in mir, weil ich mir denke, dass es schon noch eine DDR jenseits der Erklärseite gab und hier halt ein Narrativ für die Story verwendet wird, dass schon so lange auf Kosten der Ostdeutschen und ihrer Geschichte erzählt wird.

Und dann denke ich wieder: Aber es ist doch nur ein witziger Comic.

Und ich bleibe etwas hin und her gerissen zurück. Kann das jemand nachvollziehen?

Kurz und gut: Flotte Comicaction in und aus Berlin. Lesen!

#leseherbst #comic #flix #carlsen #spirou #ostberlin #ddr #entführung #staatsgeheimnis #juwelen #abenteuer #frankobelgisch #lesen #leselust #lesenswert #bücher #literatur #yesyoucomican

Freitag, 16. August 2019

Arne Jysch: Der nasse Fisch (Erweiterte Neuausgabe)



"BERLIN 1929 - ein Tanz auf dem Vulkan! Ökonomie, Kultur, Politik - alles befindet sich in radikalem Wandel. Nicht nur die Kultur, sondern auch das organisierte Verbrechen blüht und die politischen Spannungen wachsen. Als der ehrgeizige junge Kommissar Gereon Rath auf eigene Faust ermittelt, gerät er in einen Sumpf aus Drogenhandel, Korruption und Politik." (Umschlagtext)

Signierte Originalausgabe und erweiterte Neuausgabe einträchtig nebeneinander. 🥳

Der Umschlagtext wurde offenbar schon mal überarbeitet, und ein Interview mir Arne Jysch nebst etwas Bonusmateriial habe ich in der Neuausgabe schon ausgemacht. Ob sonst wirklich etwas Neues enthalten ist - na, da werde ich den Band wohl noch mal lesen müssen. 

Huch, die Romanvorlage von Volker Kutscher wartet ja auch noch auf dem Lesestapel. Und was ist überhaupt mit der TV-Serie? Ok ok, ich bin dann mal weg. 🤷‍♂️🤣😂

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Mittwoch, 10. April 2019

Sarah Khan/ Isabel Kreitz: Den Nachfolgern im Nachtleben



"Die Regeln für eine Gruselgeschichte werden scheinbar eingehalten: ein unheimlicher Ort, finstere Figuren, ein überraschendes Ende. Und doch bröseln, ja verschwimmen sie bei Khan & Kreitz auf interessant-vertrackte Art. So lernen wir früh: Das Grauen hat viele Gesichter, und manche davon kennt man aus der Wirklichkeit!" (Umschlagtext)

"Die Unheimlichen" heißt die kleine Reihe, in der Schauergeschichten auf Comic neu interpretiert werden. Das ist doch eine nette - äh gruselige Idee. 😱😉

(Aber den Graphic-Novel-Stempel find ich für diesen feinen, kleinen Comic echt unnötig. ^^)

#lesefrühling #comic #sarahkhan #isabelkreitz #carlsencomics #gruselig #schauergeschichen #dieunheimlichen #adaption #lesen #leselust #bücher #yesyoucomican

Sonntag, 28. Oktober 2018

Jason Lutes: berlin. flirrende stadt



"anfang der 1930er-jahre befindet sich berlin im radikalen wandel: schockstarr beobachten der journalist kurt severing und die künstlerin marthe müller, wie weite teile der gesellschaft in einem schwindelerregenden strudel richtung extremismus driften. genauso wie deutschland stehen ihrer beider leben am scheideweg ..." (Umschlagtext)

Nun ist sie endlich komplett, die Berlin-Trilogie von Jason Lutes. Die beiden ersten Bände, schon vor Jahren erschienen, genießen Kultstatus. Ich bin sicher, dass der abschließende Band da anschließen kann. ;)

#leseherbst #comic #jasonlutes #carlsencomics #berlin #trilogie #20erjahre #30erjahre #geschichte #faschismus #demokratie #lesen #leselust #yesyoucomican

Sonntag, 30. September 2018

Arne Jysch: Der nasse Fisch. Nach dem Roman von Volker Kutscher



„Mein Vater hatte seine guten Beziehungen spielen lassen. Das tat er gerne …“ (Seite 6)

Und so kommt der junge Kommissar Gereon Rath nach Berlin. In diesen quirligen, hyperventilierenden, vibrierenden und stinkenden Moloch am Ende der Zwanzigerjahre, 1929 genauer gesagt. Die Stadt steht seit gut einem Jahrzehnt für unglaublichen Glamour, für Rausch und Exzess ebenso wie für die Straßenschlachten politischer Gruppierungen und Parteien um Vergangenheit und Zukunft. Hier will der junge Rath seine eigene Vergangenheit in Köln zurücklassen und am liebsten in der legendären, modernen Berliner Kriminalpolizei arbeiten.

Ohne langes Geplänkel zieht es Leser*innen ebenso wie den Kommissar in einen Strudel aus Ereignissen, in die sich Rath immer mehr verstrickt sieht. Dabei geht es um Drogen, illegale Geschäfte, politische Verwirrungen.
Den Hintergrund gibt das gärende Berlin dieser Zeit – eine Metropole und Weltstadt zwischen romantischer Verklärung der Vergangenheit und einen einem bedingungslosen Glauben an die Zukunft, die alles anders und besser machen wird. Es tobt ein Kampf um die Zukunft auf den Straßen, dessen Ausgang wir natürlich schon längst kennen. Der Faszination nimmt das nichts.

Eigentlich lese ich gern erst das Original, bevor ich mir Verfilmungen und weitere Adaptionen anschaue. Konsequenterweise sah ich im Fall der Geschichte um Gereon Rath erst die zurecht hoch gelobte Fernsehserie, die dieser Tage erstmalig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt wird. Hinreichend angefixt griff ich zur Comicadaption von Arne Jysch. Bleibt also nur noch die ursprüngliche Romanvorlage von Volker Kutscher. ;)

Auch wenn die Story an sich aus der Serie vermutlich schon hinreichend bekannt ist, will ich ausnahmsweise mal nichts weiter zum Inhalt selbst schreiben. Zum Comic selbst aber schon.

Der hat mich nämlich ähnlich gefesselt und begeistert wie die Umsetzung der Serie. Den Schlag auf Schlag folgenden Ereignissen kann man sich auch in Jyschs Version kaum entziehen. Die Zeichnungen entfalten wie auch schon die Settings in der Serie prompt ihre Sogwirkung. Die Figuren sind markant, die Stadt wird lebendig. Den Soundtrack der Serie könnte man getrost auch beim Lesen des Comics laufen lassen.

Geschickt wird die Kriminalgeschichte um den Kommissar gestrickt und in den historischen Kontext eingewoben, ohne dass es sich nach Geschichtsunterricht der schlechten Art anfühlt. Gleichwohl kommt man nicht umhin, diese hochspannende Zeit in der Endphase der Weimarer Republik zur Kenntnis zu nehmen. Mich wenigstens hat das wieder neugierig gemacht auf eine Zeit, über die wir so gern glauben, schon alles zu wissen, schon alles gehört und gelesen zu haben.

Natürlich kann und darf man auch vorrangig die Kriminalgeschichte genießen. ;)

Ich bin in zwischen sehr gespannt auf die Romanvorlage von Volker Kutscher und hoffe sehr, nicht zu lange auf einen weiteren Band von Arne Jysch warten zu müssen. ;)

Kurz und gut: Die Geschichte um Kommissar Gereon Rath ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie verschiedene Medien ihre Stärke bei der gleichen Story ausspielen können. Gerne mehr davon! ;)

#leseherbst #comic #arnejysch #carlsensomic #berlin #weimarerrepublik #krimi #politik #untergrund #gewalt #weltstadt #mythos #leselust #lesen #yesyoucomican

Samstag, 4. August 2018

Flix: Spirou in Berlin



"Im Spätsommer 1989 machen sich zwei Freunde auf den Wert nach Ost-Berlin. Was sie dort erleben, wird den Lauf der Geschichte für immer verändern ..." (Umschlagtext)

Freunden franko-belgischer Comickunst treibt dieser Tage nicht nur der brüllend heiße Sommer den Schweiß aus allen Poren. Der berühmteste Hotelpage erlebt ein Abenteuer in Berlin - erzählt und gezeichnet von einem Berliner.

Kein Wunder also, dass die erste Auflage schon einen Tag nach dem Verkaufsstart ausverkauft war, wie Flix selbst vermeldete. Puh, da hatte ich ja mal Glück mit meiner Ausgabe - auch wenn die zweite Auflage schon im Druck sein soll. ^^

#lesesommer #comic #flix #carlsencomics #spirou #berlin #kult #ostberlin #lesen #leselust #yesyoucomican

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Volker Kutscher: Der nasse Fisch. Gereon Raths erster Fall // Arne Jysch: Der nasse Fisch. Nach dem Roman von Volker Kutscher



Serie geschaut - Check!
Comic Adaption im Regal - Check!
Zeit für die Romanvorlage, von der so viele so lobend sprechen. ^^

"Berlin 1929: Kriminalkommissar Gereon Rath erlebt eine Stadt im Rausch. Kokain, illegale Nachtclubs, politische Straßenschlachten - ein Tanz auf dem Vulkan." (Umschlagtext)

Irgendwann findet sich bestimmt auch noch eine Studie, die erklärt, warum wir ausgerechnet heute so fasziniert auf das Berlin der 20er Jahre schauen. Bis dahin genieße ich das einfach mal mit. ;)

#leseherbst #roman #volkerkutscher #kiwi #comic #arnejysch #carlsencomic #berlin #20erjahre #krimi #geschichte #politik #leselust #lesen #comics

Samstag, 16. September 2017

Reinhard Kleist: Nick Cave. Mercy on me



*kreisch* *nachluftschnapp* *irreguck* *rumhüpf*

Also ... *hust* ... der neue Comic von Reinhard Kleist liegt jetzt auch auf meinem Tisch. Ein guter Anlass, mal die passende Musik rauszusuchen. ^^

*kreisch* *ausrast*

Ähem, sorry. Das musste jetzt mal raus. ;)

#lesesommer #comic #reinhardkleist #carlsen_comic #nickcave #biografie #graphicnovel #comics #comicbook #comicbooks #comicstuff #geilerscheiss #lesen #leselust

Donnerstag, 7. September 2017

Jean-Claude Méziéres/ Pierre Christin: Valerian. (Im Reich der tausend Planeten / Botschafter der Schatten)



Die Comictante hat ein Gewinnspiel gemacht. Und ich darf mich über einen Gewinn freuen. Yippieeeeeee. ;)

Danke für das Comicalbum zum aktuell laufenden Kinofilm! ;)

Das Album enthält übrigens die Bände 2 und 6 der Comic-Reihe,die dem Film als Vorlage dienten. Vielleicht ist das ja ein guter Einstieg in die Serie. ^^

#lesesommer #comic #valerian #jeanclaudemezieres #pierrechristin #comictante #carlsen_comic #scifi #sciencefiction #serie #comics #comicbook #comicbooks #comicstuff #lesen #leselust

Freitag, 25. August 2017

Reinhard Kleist: Johnny Cash. I see a darkness



Reinhard Kleist: Johnny Cash. I see a darkness

„When I was just a baby my mame told me, "Son Always be a good boy, don't ever play with guns." But I shot a man in Reno, just to watch him die.“ (Johnny Cash, Folsom Prison Blues)

Dieses Lied spielt und singt Johnny Cash als erstes bei seinem berühmt gewordenen Konzert im Folsom Prison vor inhaftierten, richtig schweren Jungs am 13. Januar 1968. Die Gefangenen johlen, wie sich auf den Mitschnitten gut hören lässt, und Chash´s Ruhm wächst noch einmal beträchtlich.

Da dieses berühmte Konzert den Ausgangspunkt von Reinhard Kleists gefeierter Cash-Biografie bildet, ließ ich passenderweise das entsprechende Album als Soundtrack beim Schmökern mitlaufen. Und die Mischung war wirklich mitreißend. ;)

Am Anfang steht ein Mord, der Glen Sherley in den Knast brachte – nach Folsom eben. Dieser Gefangene wiederum schrieb selbst Lieder und war offenbar ein großer Cash-Fan. Ob geschickt gebaute Legende oder nicht, Kleist zeigt uns, wie Sherley einen eigenen Song heimlich aufnimmt und Johnny Cash vor seinem Auftritt zukommen lässt. Als letztes Lied des Konzerts präsentiert Cash dann „Greystone Chapel“ und dankt Glen Sherley für den Song.

In grafisch und erzählerisch geschickten Zeitsprüngen führt uns Kleist von hier an durch Cash´s Leben. Wir begegnen dem jungen Johnny auf einer Baumwollplantage, lernen ihn als frustrierten Handelsvertreter kennen und erleben, wie er mit zwei Mechanikern seine Band gründet und die ersten Schritte ins Showgeschäft geht.

Sei es dem monochrom schwarz gehaltenen Stil von Kleist oder der Musik im Hintergrund geschuldet, die Unterzeile „I see a darkness“ schwingt irgendwie die ganze Zeit mit. Dieser Johnny scheint nie zufrieden sein zu können. Rastlos rast er durch sein Leben, das fast folgerichtig irgendwann nur noch von Tabletten und Alkohol angetrieben wird. Ein dunkler Schatten schwebt über allem, verdichtet sich und ballt und entlädt sich in einer Reihe von üblen Abstürzen. Den Veranstaltern ist er offenbar eher ein Graus, aber das Publikum liebt ihn.

Der Auftritt im Folsom Prison muss, das legt Kleists Erzählung eindringlich dar, für Cash nach einem kräftezehrenden Entzug ein echter und auch an Demut grenzender Neuanfang gewesen sein. Vielleicht erklärt das auch die Intensität, das Kraftvolle, spürbar in jedem einzelnen Song des Albums.

Der alt gewordene Cash erzählt am Ende von Kleists Comic noch, wie es Glen Sherley nach diesem denkwürdigen Auftritt erging. Aber das lest ihr bitte einfach selbst. ^^

Dass ich Comics von Reinhard Kleist unheimlich gern mag, daran bestand auch vorm Lesen dieses Bandes kein Zweifel. Aber Johnny Cash und Country Music? ^^ Kleist hat es geschafft, ganz sicher nicht nur mich auf eine Reise mitzunehmen und der Soundtrack kommt von Cash selbst. Und allein das lohnt in jedem Fall und ist ein großer Genuß.

Kurz: Nicht lang schnacken, Mucke aufdrehen und lesen! ;)

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Samstag, 12. August 2017

Scott McCloud: Comics neu erfinden. Wie Vorstellungskraft und Technologie eine Kunstform revolutionieren



"Mit 'Comics richtig lesen' hat Scott McCloud die umfassendste Analyse der Comics vorgelegt, die es in der Geschichte dieser oft verkannten Kunstform gegeben hat. Jetzt hebt McCloud seine Theorie auf eine neue Ebene - und fragt nach der Zukunft der Comics im Zeitalter des Internets und der Multimedia-Ästhetik." (Umschlagtext)

Jetzt war im Jahr 2000. Es dürfte also interessant sein zu lesen, wie sich McCloud unser Heute damals vorstellte. Passenderweise gibt's den Band natürlich nur noch antiquarisch. ^^

#lesesommer #comic #sachbuch #sachcomic #scottmccloud #carlsen_comic #comics #lesen #leselust #comicbook #comicbooks

Montag, 31. Juli 2017

Schwartz & Yann: Der Meister der schwarzen Hostien. Spirou+Fantasio Spezial #22



Das Frühstückchen!

Schamanen, Gorilla-Roboter, Atomwissenschaftler und eine alte Dame. Da kann doch nix schiefgehen. ;)

#lesesommer #comic #spirou #fantasio #spirouspezial #yann #olivierschwartz #carlsen_comic #comics #comicbook #comicbooks #comicstuff #lesen #leselust

Dienstag, 27. Juni 2017

Uli Oesterle: Kopfsachen. Acht grafische Erzählungen



"Ich habe eine multiple Persönlichkeit. Wir sind zu fünft ... Eigentlich kommen wir ganz gut miteinander aus. Aber eine dieser Persönlichkeiten ist bösartig. Der Kerl macht echt Schwierigkeiten." (Umschlagtext)

Neues von Hector Umbra. Ich konnte nicht widerstehen. ^^

#lesesommer #comic #ulioesterle #carlsen_comic #hectorumbra #comicstuff #geilerscheiss #lesen #leselust #lesenswert #comicbook #comicbooks #comics

Montag, 12. Juni 2017

Uli Oesterle: Hector Umbra



"[...] manische Stadtstreicherinnen, gewaltbereite Wachturmrentner, jenseitige Freunde und eine mysteriöse Untergrundorganisation [...]" - sowie eine kantige Hauptfigur, die seltsame Gemälde malt und Comics liest - in München!

Ehrlich, wer denkt sich denn sowas aus? ^^

#lesesommer #comic #ulioesterle #carlsen_comic #münchen #hectorumbra #comicstuff #geilerscheiss #lesen #leselust #comicbook #comicbooks #graphicnovel #comics

Dienstag, 26. Juli 2016

Reinhard Kleist: Berliner Mythen



Auch mit diesem neuen Band von #reinhardkleist wurde ich beschenkt. Horray! 

Diese kurzen und kurzweiligen Comic-Geschichten waren zunächst im Stadtmagazin #zitty erschienen und sind ein Gemeinschaftswerk, an dem auch #lutzgoellner und #michaelgroenewald mitwirkten.

Ein Berliner Taxifahrer - wer auch sonst? - führt durch die Stadt und als Erzähler durch Stadtlegenden, die mal ferner und mal einigermaßen aktuell sind, mal auf Fakten beruhen aber eben auch eindeutig reine Fiktion sein können.

Der Zeichenstil kommt dabei so herrlich schnodderich daher, wie es das Klischee vom Berliner ansich erwartet. ^^

Für mich als #rucksackberliner war es spannend, die Stadt auch so noch einmal kennenzulernen.

Das Album geht also bestens als Berlin-Devotionalie sowohl für Touristen als auch für Eingeborene durch. 

#lesesommer #comic #carlsen_comic #berlin #cityguide #stadtführer #touristuff

Mittwoch, 13. Juli 2016

Yann/ Olivier Schwartz: Operation Fledermaus (Spirou Spezial 9)



So ein gewitterfrischer Sommertag ist ja erst recht eine Einladung zum Schmökern. Und dieses turbulent-freche Abenteuer des Hotelpagen #spirou ist genau das Richtige. Vertraut mir! 

Im Jahr 1942 ist #Brüssel von den Deutschen besetzt. Ausgerechnet im Hotel #moustic hat die Gestapo ihr Hauptquartier eingerichtet.

Spirou und #fantasio glauben voneinander, dass der andere sich jeweils viel zu sehr mit den Deutschen arrangiert. So haben sich die Freunde einander entfremdet. Nur dass beide ihren jeweiligen Widerstand gegen die Besatzung voreinander geheimhalten.

Missverständnisse und eine rasante Story sind damit vorprogrammiert und werden auch prompt geliefert. Und was mir am meisten imponiert, ist der unverkrampft, freche Umgang mit Geschichte und das Spiel mit Stereotypen. So I'm a fanboy! 

#lesesommer #comic #yann #olivierschwartz #carlsen_comic #spirouundfantasio #spirouspezial #brussels

Samstag, 19. März 2016

Joe Haldeman: Der ewige Krieg



William Mandella ist Soldat. Er kämpft gegen die Taurier, eine außerirdische Rasse. Die Menschheit weiß eigentlich nichts über diesen Feind. Aber die Militärmaschinerie sucht mit unerbittlicher Logik einem selbstentwickelten Bedrohungsszenario nach dem anderen zu begegnen.

Wir begleiten Mandella, der sich eigentlich nur für wenige Jahre zum Dienst verpflichtet hat, bei seinen Einsätzen. Durch die Technik zur Überwindung großer interstellarer Distanzen vergehen auf der Erde Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte, während die Hauptfigur von Gefecht zu Gefecht zieht.

In jeder kurzen Verschnaufpause ist er damit konfrontiert, dass das Leben auf der Erde ganz ohne ihn weiterging. Buchstäblich wie von einem anderen Stern kann er die Entwicklungen nur zur Kenntnis nehmen, ohne sie wirklich zu verstehen. Immer mehr entfremdet er sich so seinem Heimatplaneten, zu dessen vermeintlicher Verteidigung er sein Leben riskiert.

Einmal nur kehrt er auf die Erde zurück. Eigentlich will er das Militär verlassen. Aber die Verhältnisse haben sich auf dem ganzen Planeten so sehr geändert, dass er nur noch einen Sinn darin finden kann, sich wieder zum Dienst im Krieg gegen die Taurier zu melden.

Geschrieben hat Joe Haldeman die Geschichte von William Mandella vor dem Eindruck des Vietnamkrieges und der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um dessen Bewältigung in der amerikanischen Gesellschaft. Wie ein Feind zum Feindbild gerinnt, und dies der Verselbständigung militärischer Logik Vorschub leistet, für die Menschenleben nur noch Material ist, erzählt Haldeman gänzlich ohne Pathos mit eindringlich lakonischer Stimme. Nichts ist hier heroisch. Kampfhandlungen werden zum Selbstzweck. Der Krieg rechtfertigt sich allein aus sich selbst heraus.

Die Übersetzung seiner persönlichen Erfahrungen im Vietnamkrieg in eine Zukunftsvision im Weltall gibt Haldeman die Möglichkeit, uns davor zu warnen, was eine unwidersprochene Kriegslogik gepaart mit technischem Fortschritt für gesellschaftlichen Schaden anrichten kann. Diese Botschaft ist zeitlos und macht dieses Werk unbedingt zu einem Klassiker.

Der Comic „Der ewige Krieg“, den Marvano gemeinsam mit Haldeman erschaffen hat, findet die passenden Bilder und den angemessenen Rhythmus für den Sound der Erzählung. Die Zeichnungen sind nicht auf Effekthascherei aus und berühren damit umso mehr. Beide Werke können so in bester Manier nebeneinander stehen.

#roman #comic #joehaldeman #marvano #scifi #nowar #weltall #krieg #vietnam

Donnerstag, 11. Februar 2016

Joe Haldeman: Der ewige Krieg (Comic-Adaption von Marvano)



#joehaldeman schrieb nach seiner Rückkehr aus dem Vietnamkrieg, in dem er als Soldat schwer verletzt wurde, diesen Antikriegsroman. Die Comic-Adaption kenne ich schon. Jetzt freue ich mich auf die Romanvorlage. #lesewinter #roman #heyne #comic #marvano #carlsen_comic #scifi #nowar