Mittwoch, 2. April 2025

#lbm25 - war schön jewesen!


Hach, so schnell sind vier Tage im Bücher-Paralleluniversum auf der #lbm auch schon wieder vorbei. Aber schön wars gewesen. 😊

Viel Vorplanung haben der MM und ich in diesem Jahr irgendwie nicht hinbekommen. Aber wenigstens standen ein paar Gesprächstermine und für den ersten Tag eine Reihe Veranstaltungen als Optionen bereit.

Meine Strategie in diesem Jahr: Am Vortag in der App der #leipzigerbuchmesse einfach alle Veranstaltungen markieren, die irgendwie interessant sein könnten. Unterwegs auf der Messe konnte ich dann einfach immer schauen, was als nächstes erreichbar wäre und dann entscheiden, was dran ist. Das ging für mich dieses Mal gut auf, machte mir weniger Stress und sorgte durchaus auch dafür, dass ich auf anderen Veranstaltungen landete als zunächst gedacht.

Vielleicht ein kleines Fazit zur App: Find ich grundsätzlich gut. Nur die Suchfunktion ist doch suboptimal, weil dann doch immer wieder sehr umständlich oder ohne Ergebnisse.

Den ersten Tag waren der MM und ich eher getrennt unterwegs. Mein Fokus lag darauf, erstmal alle Hallen zu durchstreifen, ohne gleich in einen Kaufrausch zu verfallen – und ein wenig Veranstaltungshopping. Von Weltpolitik über Gespräche zu neuen Buchprojekten bis hin zu einem Vortrag zu Social Media, Debattenkultur und KI war inhaltlich so einiges dabei. Am Abend hab ich dann doch auch endlich mal die Moritzbastei von innen gesehen und zwei Lesungen genossen. Und ja, das war den Eintritt wirklich wert. Coole Location und zwei spannende Autoren mit überzeugenden Lesungen. 😊

Am Messefreitag nahm ich mir dann etwas mehr Zeit für das Erkunden von einzelnen Ständen, das Stöbern und Reinlesen. Irgendwie war dann auch Familientag, weil wir gemeinsam etliche Leute getroffen haben, die es spontan oder geplant auf die Messe verschlagen hatte. Aber das ist ja das Tolle an Leipzig, dass es immer um Bücher aber auch um Menschen (mit Büchern) geht.

Das Abendprogramm war wieder eine Lesung in der Stadt – richtig voll. Ich weiß noch, dass wir im letzten Jahr doch das eine oder andere Mal eher genervt davon waren. Dieses Mal war es einfach das besondere Flair. Es kommt halt auf die Perspektive an. Und „was tun gegen Rechtsextremismus“ ist ja auch ein Thema, dem man nur ganz viel Zulauf wünschen kann.

Der Samstag auf der Messe ist ja traditionell quasi die Hölle. 😉 Nach über zwei Stunden im Stau haben mich die Videos, die vom Besucherandrang im Netz herumgingen, so gar nicht verwundert. Wir haben es also etwas ruhiger angehen lassen. Halle 5 und die Unabhängigen Verlage sind und bleiben da immer unsere sichere Homebase.

Um ein bisschen zu verschnaufen, ging es an dem Tag etwas früher von der Messe. So haben wir tatsächlich auch noch etwas Leipzig im Tageslicht gesehen. Natürlich brauchte es auch hier ein Abendprogramm. Wir haben mit klassischem Boulevard gestartet, was uns aus unserer üblichen Blase doch deutlich herausgeführt hat. Dafür endeten wir mit Satire gegen Antisemitismus. Brillant.

Ach nein, eigentlich endete der Samstag in dem Lokal, dass ich seit der vorletzten LBM als Tradition zu trenden versuche. Und mit einer unglaublich leckeren Portion Würzfleisch. Muss ja auch mal gewürdigt werden. 😊

Der letzte Messetag gehört, so steht es seit langem fest, unserer Halle 5 und dem ganz gediegenen Bummel durch die Stände der kleinen und unabhängigen Verlage. Wie jedes Jahr merke ich wenigstens, dass ich mit den Messeauftritten der großen Verlage echt nicht mehr viel anfangen kann. Zu voll, nur Gedränge, eigentlich kaum eine Chance mit den Verlagsleuten mal ins Gespräch zu kommen – ganz anders halt als in Halle 5. Es ist ja nicht so, dass ich irgendwie auch verstehe, warum das so ist. Aber hey, die Bücher der Großen gibt’s halt auch in den meisten x-beliebigen Buchhandlungen. Also ran an die Kleinen und ihre Bücher und an die Büchermenschen in Halle 5. 😊

Auffällig war dieses Jahr der Andrang des Publikums schon vom ersten Tag an. Den Verlagen, der Messe ist das ja nur zu wünschen. Für die Anfahrt ist es halt die Hölle. Vermutlich gab es dieses Jahr kaum jemanden ohne sehr strapazierte Nerven, bis es endlich auf die Messe ging. 😉

Und etwas Letztes konnte ich zumindest in diesem Jahr wahrnehmen, was natürlich keine repräsentative Umfrage ist: Aber ich fand die Stimmung bei den Verlagsmenschen deutlich optimistischer als noch im letzten Jahr. Möge das keine Fehleinschätzung gewesen sein.

Jetzt hab ich eine sehr lange Liste an Bücher, die ich eigentlich gern in der besten Buchhandlung von allen #buchdisko bestellen wollen würde – hach, jemand sollte mich besser stoppen. 😊

#lesefrühling #sachbuch #roman #comic #carlauer #albino #kremayrscheriau #kanon #männerschwarm #indiebook #lesen #leselust #lesenswert #leseratte #bücher #literatur

Sonntag, 23. März 2025

Ilko-Sascha Kowalczuk: Freiheitsschock. Eine andere Geschichte Ostdeutschlands von 1989 bis heute


„Willi Kufalt sitzt im Gefängnis. Er kommt frei. Er möchte es jetzt schaffen. Er schafft es nicht.“ (Seite 9)

Kowalczuk beginnt seine Betrachtungen zu Ostdeutschland mit einem Bild aus einem Werk Hans Falladas. Der freigelassene Häftling Kufalt scheitert an der Freiheit und ist erst wieder zufrieden, als er zurück zuhause im Knast in seiner Zelle sitzt. Hier geht alles seinen gewohnten Gang, ist alles in bester sortierter Ordnung.

Ausgehend von diesem Bild konstatiert er seine Grundthese, dass die Ostdeutschen so falsche Grundannahmen darüber hatten, was der Westen und was Freiheit sei, dass die Wiedervereinigung, in der Form, in der sie nun ablief, scheitern musste. Und die Ostdeutschen, natürlich nicht alle aber ein relevanter Anteil von ihnen, blieben mit einem Freiheitsschock zurück, der sich bis heute durchziehe.

Weil es auch ein persönliches Buch, eine persönliche Einmischung in die Debatte ist, kennzeichnet Kowalczuk auch sein Verständnis von Freiheit, das hier natürlich als Referenzrahmen fungiert, auf den er die Beobachtungen bei den Ostdeutschen bezieht. Und er kommt durchaus zu deutlich anderen Einschätzungen als Dirk Oschmann beispielsweise, über dessen Buch ich hier ja auch schon nachdachte.

Ich versuche mal eine sehr subjektive Zusammenfassung, die vermutlich mehr über mich als Leser aussagt. 😊

Die längste Zeit der DDR bot die Bundesrepublik stets einen Fixpunkt, auf den Ostdeutsche sich beziehen konnten, im Guten wie im Schlechten. Einerseits war der Westen über das Fernsehen mit seiner bunten Konsumwelt, in der es immer alles gab, dauerpräsent. Andererseits wirkte auch die ostdeutsche Propaganda, die natürlich den Kapitalismus geißelte, die durchaus vorhandenen Schattenseiten umso greller ausleuchtete und immer auch den mangelnden Antifaschismus anprangerte.

Wie viel Ostdeutsche vor 1989 nun wirklich über das echte, normale Leben im Westen wussten, ist vermutlich schwer zu ergründen. Ich kann mich zumindest noch an die Westbesucher:innen meiner Verwandtschaft erinnern. Die stellten sich als ganz normale Menschen heraus, die zwar so fantastische Dinge wie Coladosen mitbrachten, aber in Gesprächen oft lachend insistierten, dass es im goldenen Westen nun auch nichts geschenkt gäbe. Kurz, wer hören und sehen wollte, konnte schon ein Bild jenseits des Entweder-Oder haben.

Dieses Bild vom Westen, und da finde ich Kowalczuk sehr nachvollziehbar, bestimmte natürlich die Erwartungshaltung im Jahr 1990, als es um die Vereinigungsfrage ging und letztlich darum, was die Menschen ab dem Oktober des Jahres für sich erwarteten. Und hier lief dann so einiges schief und deutlich anders, als viele vermutlich erhofft hatten, wenngleich ja eigentlich mit Ansage.

Im Buch geht es weniger um die Frage, ob die Treuhand nun böse und wenn ja wie böse war, um einen der beliebtesten Punkte aus Debatten über die Transformationsjahre rauszupicken. Vielmehr steht im Mittelpunkt, dass Ostdeutsche so oft und in großer Zahl an der Freiheit scheiterten, weil sie sie fälschlicherweise mit Wohlstand und Sicherheit gleichsetzten. Die vielfachen Erfahrungen der Entwertung der eigenen Biografien, der Mangel an Perspektiven und Fortkommen und manchmal auch nur das Gefühl davon äußerten sich zunehmend in einer Skepsis der liberalen Demokratie westdeutscher Prägung gegenüber.

Der Autor erinnert zurecht und deutlich daran, dass die DDR eine Diktatur war, wenn auch mit behaglichen Nischen, und dass eben nicht alle 17 Millionen DDR-Bürger in der Opposition aktiv waren. Die große Masse schaute zu bei der friedlichen Revolution – und wählte im März 1990 die Konservativen. Es gab also keine gesellschaftlich breit getragene Bügerrechtsbewegung, die eine intensive öffentliche Debatte übers Einmischen und Verantwortung getragen oder auch nur entfacht hätte.

Um noch mal abzuschweifen, vielleicht noch so eine persönliche Erinnerung oder ein Eindruck. Auf mich wirkte es als Kind und junger Jugendlicher so, dass die meisten Erwachsenen um mich herum ihr Leben schon gut im Griff hatten, also auch in einem eigenverantwortlichen Sinne. Das bezieht sich, wenn ich so drüber nachdenke, aber hauptsächlich auf die private Sphäre. Da wurde gebaut, gewerkelt, gegärtnert, was auch immer. Aber es ging dabei ums Einrichten des privaten Lebens. Dazu gehörte zweifellos auch die gegenseitige, freundschaftliche oder nachbarschaftliche Hilfe.

Gespräche und Themen bei Grillabenden, Geburtstagsrunden und all dem, wo Menschen so zusammenkommen, drehten sich zumeist auch darum. Es gab in diesen Runden und auch im Erzählen immer eine Abgrenzung dieser privaten Sphäre zur öffentlichen, gesellschaftlichen. So blieb, ich spreche immer noch aus meiner subjektiven Erinnerung, auch eigenverantwortliches Engagement zumeist genau darauf beschränkt. Klar gab es auch Vereine, die aber vermutlich ebenso eher der privaten Sphäre zuzurechnen wären. Und es gab sehr wohl auch Menschen, die sich im Sinne eines gesellschaftlichen Engagements einbrachten und oft auch genauso meinten. Dies geschah aber natürlich in einem politischen System, das auf deutlich anderen Koordinaten fußte als eben die liberale Demokratie des Westens.

Freiheitsschock – ich empfinde Kowalczuks Beschreibungen und Einschätzungen als angenehm klar. Vielleicht auch, weil er das übliche Pathos von der einen wie der anderen Seite sein lässt. Die Ossis waren und sind natürlich nie nur Opfer und Subjekt, wenn das auch nicht bedeutet, dass nicht Ungerechtigkeiten passiert wären und vermutlich auch weiter passieren werden.

Aber wie ist es denn nun mit der Freiheit? Können Ostdeutsche damit einfach nicht umgehen, weil es kulturell so gewachsen ist? Ich weiß es nicht und finde es auch nicht schlimm, wenn es darauf nicht sofort und abschließend eine Antwort gibt. Immerhin sind gesellschaftliche Dinge ja immer im Fluss.

Offensichtlich ist aber, dass Populisten (und Extremisten) von Rechts offenbar ein leichtes Spiel damit haben, die Einzelnen in Opposition zum bösen System zu bringen, dass ihnen nichts Gutes wolle. Damit einher geht natürlich dieses Bild vom Staat, der zu regeln hat. Gravierend ist, dass die private Sphäre auch hier wieder merkwürdig abgetrennt wirkt. Es scheint kein Widerspruch zu sein, das Haus frisch saniert zu haben, mit Pool im Garten, immer wissend, wo man was regeln muss, wenn es nur ums Eigene geht, aber gleichzeitig zu klagen, dass man nichts mehr dürfe und gesellschaftlich am Abgrund stünde, weil der Staat nichts mehr regele oder wenigstens nicht zum Guten. Die gesellschaftliche, politische Sphäre, die ja bereits im Lokalen beginnt und vorhanden ist, scheint hier keine große Rolle zu spielen.

Ein letzter Gedanke: Ich hege große Sympathie für den Freiheitsdiskurs, wie ihn Kowalczuk anführt. Ich glaube allerdings auch, dass er nicht ohne eine Benennung der Rahmenbedingungen auskommen kann. Banal, aber wer drei Jobs braucht, um auch nur über die Runden zu kommen, mit dem wird eine Debatte über Freiheit und die Verantwortung für Einzelne, die daraus erwächst, deutlich anders verlaufen als mit anderen. Gleichwohl ist die Debatte und dieser Diskurs wichtig, wenn wir nicht tatenlos zusehen wollen, wie autoritärverliebte Rechtsextremisten weiter jeden öffentlichen Raum vergiften. Daher kam das Buch im letzten Jahr durchaus zur richtigen Zeit – noch kurz vor der Landtagswahl in Thüringen.

In jedem Fall konnte ich mit Kowalczuks Betrachtungen sehr viel mehr anfangen als mit – schon wieder als Gegenpohl benannt – Oschmanns Buch über den Westen, der sich die Ossis gemacht habe.

Kurz und gut: Pointiert, mitunter schmerzhaft für Ostdeutsche aber unverzichtbar in der Debatte. Lesen!

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Samstag, 22. März 2025

Dahlia de la Cerda: Reservoir Bitches. Roman in Storys INDIEBOOKDAY 2025


„Heftig, klug und mit tiefschwarzem Humor erzählt Reservoir Bitches aus dem Leben mexikanischer Frauen, die kämpfen, tricksen, lügen und töten, die alles tun, um zu überleben.

Ob Narco-Braut, Hausfrau oder Influencerin in Luxury Fashion, ob Auftragskillerin, Prostituierte oder Kleinkriminelle, ob Reich oder Arm – Dahlia de la Cerdas so unterschiedliche Heldinnen führen uns mitten hinein in eine weit entfernte, aber sehr reale und oft gewalttätige Umgebung, und ihre kompromisslosen Stimmen verbinden sich zu einem wilden, rauen und immer wieder auch überraschend zärtlichen Porträt der mexikanischen Gesellschaft.“ (Umschlagtext)

Heute gab es mal wieder einen guten Grund zum Feiern: #indiebookday 😉

Gute Bücher von konzernunabhängigen und kleinen Verlagen in der unabhängigen Buchhandlung des Herzens und des Vertrauens zu kaufen – ja, eigentlich braucht es dafür ja keinen eigenen Anlass. Andererseits geht es halt ansonsten auch gern im Alltagstrubel unter, wie viel gerade kleine Verlage für die Vielfalt der veröffentlichten Stimmen machen. Mal abgesehen davon, dass der Trend zum wieder gut und schön gemachten Buch in den letzten Jahren ja schon von den Kleinen ausging.

Und auch das Engagement der unabhängigen Buchhändler:innen soll hier nicht vergessen werden. Sie öffnen uns oft die Türen zu genau der Vielfältigkeit jenseits der Bestsellerlisten, die eben auch die Arbeit der kleinen Verlage überhaupt für ein größeres Publikum erst sichtbar macht. Während in den Filialen der großen Buchhandelsketten die Zentralen und Verkaufsprogramme weitestgehend das Sortiment bestimmen, sind die Auslagen in den unabhängigen Buchhandlungen sehr viel mehr persönliche Empfehlungen und prägen oft genug auch eine engagierte Ausrichtung. In Zeiten des Rechtsruckes ist das oft weitaus mehr als Bücherverkaufen.

Ein Hoch und einen aufrichtigen Dank also an all die unabhängigen Verlage und Buchhandlungen. Ihr seid Held:innen!

Da passt doch mein Fundstück zum Indiebookday 2025 in der besten #buchdisko ganz wunderbar. Dass ich ein Fanboy der Arbeit von Culturbooks bin, hab ich hier schon oft genug erwähnt. Spannend ist diese Veröffentlichung, weil sie mich auch an die  Werke von Fernanda Melchor erinnert, die auch immer wieder von Frauenleben in Mexiko in einer toxischen, frauenfeindlichen Gesellschaft erzählt. Ich hoffe auf genauso viel literarische Wucht.

(Übersetzung: Johanna Malcher)

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Luksan Wunder: Eine mögliche Geschichte der deutschen Popmusik. Buchrelease-Party mit Gästen: Tilman Birr



Alter, was ein Abend.
„Bisschen weird, aber nice!“
Das war mal eine Lesung! Mit Gesang und allem. Und jetzt hab ich rotgelachte Augenringe.
Mehr zum Buch später. Und geht vor allem und kauft euch sofort Karten für Luksan Wunder. Und das Buch!

Donnerstag, 20. März 2025

Octavia E. Butler: Wilde Saat


„Doro ist ein Unsterblicher. Er tötet ohne Reue, wenn er von Körper zu Körper springt, um sich selbst am Leben zu erhalten. Er hat vor nichts und niemandem Angst – bis er der Gestaltwandlerin Anyanwu begegnet, die ihre Heilkräfte nutzt, um den Alterungsprozess aufzuhalten. Vom ersten Moment an begehrt Doro Anyanwu, so sehr er sie auch fürchtet, und sein dreihundert Jahre währendes Werben um sie wird das Schicksal der Menschheit für immer verändern.“ (Umschlagtext)

Nach „Xenogenesis“ brauche ich auf jedem Fall mehr Stoff von Octavia E. Butler. Gesagt, getan. 😉

Sci-Fi bietet ja immer die Möglichkeit, nicht einfach nur eskapistisch zur Unterhaltung einzuladen, sondern eben auch zum Nachdenken über gesellschaftliche Grundfragen anzuregen. Und ich bin sehr gespannt auf die Anregungen, die hoffentlich in diesem Roman stecken.

Ganz abgesehen davon, dass das Cover dieser Ausgabe einfach mal heftig gut geworden ist. 😊

„Doro ist ein Unsterblicher, der die Fähigkeit, menschliche Körper zu übernehmen, meisterhaft beherrscht. Seit tausend Jahren greift er immer wieder in die Geschicke eines kleinen afrikanischen Dorfes ein, um einen perfekten Menschen zu züchten. Doch eines Tages verwüsten Sklavenhändler sein Dorf und nehmen Doros ‚Kinder‘ mit in die neue Welt. Als der Unsterbliche ihnen hinterherreist, macht er eine unglaubliche Entdeckung: Es gibt noch eine zweite Unsterbliche! Anyanwu ist eine Gestaltwandlerin und Heilerin, und sie könnte der Schlüssel zu Doros Zuchtvorhaben sein. Doch die kluge Anyanwu hat ihre eigenen Pläne, und so beginnt ein Jahrhunderte währender Kampf zwischen zwei Halbgöttern, der die Zukunft der gesamten Menschheit für immer verändern wird.“ (Verlagstext)

(Übersetzung: Will Platten)

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Sonntag, 16. März 2025

Ron Leshem: Feuer. Israel und der 7. Oktober


„‘Um halb sieben morgens heulten die Sirenen, und der Kibbuz Be´eri erwachte in einem irrealen Szenario. Fünf Jahre lang hatten die Angreifer trainiert, und obwohl die Nachrichtendienste davon wussten, hatte niemand meine Familie gewarnt. In Be´eri verschanzten sich die Menschen in ihren Häusern. Meine Tante Orit und ihr Sohn Itai lagen eng beieinander im Dunkeln und hielten uns in den nächsten Stunden, die eine Ewigkeit währten, telefonisch auf dem Laufenden. Sie riefen die Polizei an, vergebens. An jenem Schabbat war der Staat eingestürzt wie ein Turm aus Sand. Es gab keine Polizei, keine politische Führung mehr. Nur Menschen, allein auf sich gestellt, einen ganzen Tag lang.‘

Ron Leshem ist Autor und ehemaliger israelischer Geheimdienstoffizier. Am 07. Oktober 2023 wurden mehrere seiner Verwandten entführt, ermordet. Auf bewegende Weise zeichnet er den Tag des Terrors nach, zeigt die Wurzeln der Gewalt, schildert ein tief gespaltenes Land und wagt den Ausblick auf die kaum absehbaren Folgen.“ (Umschlagtext)

Einerseits weiß man manchmal gar nicht, wohin schauen, vor lauter grauenhaften Geschehnissen in der Welt. Und die Konzentration auf das Eine, lässt alle anderen schrecklichen Dinge sofort in den Hintergrund treten, wenn nicht ganz aus dem Bewusstsein verschwinden. Andererseits gibt es, wie beim Überfall Russlands auf die Ukraine, den Angriff auf Charlie Hebdo – oder eben beim Terrorüberfall der Hamas auf Israel auch diese Ereignisse, die sofort die Aufmerksamkeit fesseln, das Grauen unmittelbar zutage treten lassen. Ich war sicher nicht der Einzige, für den die Nachrichten rund um den 07. Oktober 2023 nur sehr schwer auszuhalten waren.

Vermutlich wird es mir beim Lesen mit diesem Buch ähnlich gehen. Aber Wegschauen kann keine Lösung sein, vor allem, weil bis heute Nichts gelöst ist. Es gibt keinen Frieden, für Israel nicht und nicht für diejenigen Palästinenser:innen, die nicht der Hamas angehören oder nahestehen. Wer kommt auch allein noch hinterher, wie viele und welche weiteren Konfliktlagen das Grauen dieses Tages inzwischen noch überlagern.

Das Buch wird sicher keine schöne Lektüre. Aber ich hoffe, eine wichtige.

„Am 07. Oktober 2023 überzog die Hamas Israel mit Terror, seither hält die Welt den Atem an – und überschlagen sich die Ereignisse. Ron Leshem zeichnet in seinem bewegenden Text jenen Tag und die Entwicklungen seither nach – und führt ein zutiefst gespaltenes Land vor Augen. Gerade der liberale, auf Verständigung bedachte Teil der Gesellschaft wurde getroffen. Was werden die Folgen sein?

Leshem, international bekannter Autor (‚Euphoria‘, ‚Beaufort‘), Journalist und ehemaliger Geheimdienstoffizier, ist auch persönlich betroffen. Die Hamas ermordete seinen Onkel und seine Tante, verschleppte seinen Cousin, der auch deutscher Staatsbürger war, als Geisel. Ein Blick in die Wirklichkeit Israels, der uns das Land auf sehr persönliche Weise nahebringt und zugleich ein großes Bild vermittelt. Das Buch zur Stunde, das den Konflikt begreifbar macht.“ (Klappentext)

(Übersetzung: Ulrike Harnisch/ Markus Lemke)

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Samstag, 15. März 2025

Orson Scott Card: Enders Spiel


„Kann ein Junge die Menschheit retten?

Der junge Ender Wiggin ist ein taktisches und strategisches Genie. Also wird er an die Militärakademie berufen – denn die Menschheit steht vor ihrer Vernichtung durch einen übermächtigen Feind, und Ender soll das verhindern. Aber Enders Ausbildung verläuft anders, als die Militärs es geplant haben. Ganz anders.“ (Umschlagtext)

Natürlich stammen unglaublich viele Stoffe, die wir aus Filmen kennen, ursprünglich aus Büchern, Romanen. Ich bin sicher nicht der Einzige, der oft genug erst einen Film entdeckt und gut findet und dann erst darauf stößt, dass es eine literarische Vorlage gab. […]

Die Vorlage zu „Enders Game“, dem Film, ist fast so alt wie ich. Nachdem ich den Film fantastisch fand, bin ich sehr gespannt, was ich zum Roman sagen werde, der dann jetzt auch seinen Weg zu mir gefunden hat. 😉

„Die Zukunft: Die Menschheit lebt in der ständigen Bedrohung eines Angriffs aus dem Weltall. Die sogenannten ‚Krabbler‘ haben die Erde schon einmal angegriffen und konnten nur mit allergrößter zurückgeschlagen werden. Nun aber scheinen die Aliens ihre Kräfte zu sammeln und zum entscheidenden Schlag auszuholen, der die Menschen vernichten soll. Um dies zu verhindern, wird verzweifelt nach einem strategischen Genie gesucht, das die Krabbler besiegen kann – und in dem jungen hochbegabten Ender Wiggin meint man, dieses Genie gefunden zu haben. Doch niemand ahnt, dass mit Enders Ausbildung auf der Militärschule ein Prozess in Gang gesetzt wird, der die menschliche Zivilisation für immer verändern wird …

Mit Ender Spiel hat Orson Scott Card einen der bedeutendsten Science-Fiction-Romane der letzten Jahre geschrieben – ein packendes Abenteuer, das mit Harrison Ford und Ben Kingsley in den Hauptrollen kongenial verfilmt wurde.“ (Verlagstext)

(Übersetzung: Karl-Ulrich Burgdorf)

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