Dienstag, 27. Januar 2026

Philipp Felsch: Der Philosoph. Habermas und wir


„Das intellektuelle Gesicht einer Epoche

Jürgen Habermas hat die intellektuellen und politischen Debatten der Bundesrepublik wie kein anderer geprägt. Machen die Krisen, die wir heute erleben, sein Werk obsolet – oder verleihen sie ihm neue Relevanz? Philipp Felsch wirft einen ebenso persönlichen wie durch die Perspektive seiner Generation geprägten Blick auf den einflussreichsten Denker der deutschen Nachkriegszeit.“ (Umschlagtext)

Es ist schon einige Jahre her, da fand ich den Autor einen wunderbaren Begleiter durch den „Langen Sommer der Theorie“, einen wirklich spannend erzählten Gang durch 30 Jahre linker, bundesrepublikanischer Theoriegeschichte. Ein interessierter Gesprächspartner war er bei einer anderen Gelegenheit. All das spricht für eine feine Lektüre an immer noch kalten Winterabenden. 😉

Insbesondere bin ich gespannt, wie Felsch die Frage beantwortet, ob und was uns Habermas heute zu sagen hat und in dieser erschütternd wilden Zeit sagen kann. Immerhin sind so viele Gewissheiten der letzten Jahrzehnte inzwischen wenigstens in Rutschen gekommen.

„Solange Philipp Felsch zurückdenken kann, war Jürgen Habermas around: als mahnende Stimme der Vernunft, als Stichwortgeber der Erinnerungskultur, als Sohn der Nachbarn seiner Großeltern in Gummersbach. Gehört die intellektuelle Lufthoheit des Philosophen der Vergangenheit an, oder bekommen seine Ideen in der Krise unserer ‚Zeitenwende‘ neue Brisanz? Felsch liest in einem kaum zu überblickenden Oeuvre nach, folgt dessen Autor in die intellektuelle Kampfzone der Bundesrepublik und fährt nach Starnberg, um Habermas zum Tee zu treffen. Dabei entsteht nicht nur das Porträt eines faszinierend widersprüchlichen Denkers, sondern auch der Epoche, der er sein Gesicht verliehen hat.“(Verlagstext)

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Mittwoch, 21. Januar 2026

Mosaik #602 und LUXEMBURG. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis 01/26


So viel Farbe im Briefkasten. Besser als Rechnungen, gelle. 😊

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Dienstag, 20. Januar 2026

Rebecca F. Kuang: Babel


„Ein außergewöhnlicher Roman rund um die Schönheit von Sprache und die Grausamkeit von Kolonialismus.

1836. Oxford ist das Zentrum allen Wissens und Fortschritts in der Welt. Denn dort befindet sich Babel, das königliche Institut für Übersetzung, der Turm, von dem die ganze Macht des Britischen Weltreiches ausgeht. Zusammen mit dem Inder Ramy, der Haitianerin Victoire und der Britin Letty studiert der aus China stammende Robin Swift mit Begeisterung die feinen Unterschiede zwischen den Sprachen. Doch der wahrgewordene Traum entfaltet schon bald seinen Schrecken. Denn was bloße Forschung zu sein scheint, ist mit der Unterwerfung ganzer Länder verbunden. Aber wie gegen ein Imperium kämpfen?“ (Umschlagtext)

Beim Internationalen Literaturfestival in Berlin im letzten Jahr platzte die Lesung mit Rebecca F. Kung förmlich aus allen Nähten. Toll daran war es zu sehen, wie viele eher jüngere Menschen die Autorin anzuziehen vermochte. Bei Literaturveranstaltungen ist das ja nun nicht zwingend so. Aber etwas Hype gehört natürlich auch hier dazu.

Einen Roman (Yellowface) hab ich inzwischen schon gelesen und konnte mich davon überzeugen, dass sie ihr Handwerk versteht. Auf die Mischung aus Geschichte und Magie vor dem Hintergrund des westlichen Kolonialismus bin ich tatsächlich sehr gespannt – und durchaus bereit für den Hype. Mal schauen, ob der auch bei mir so zündet. 😊

„Kanton, China, 1828. Nachdem seine Mutter an Cholera stirbt, wird Robin Swift von dem geheimnisvollen Professor Lovell nach London gebracht. Dort lernt der Junge jahrelang Latein, Altgriechisch und Chinesisch, um sich auf den Tag vorzubereiten, an dem er ins Königliche Institut für Übersetzung der Universität Oxford – auch bekannt als Babel – aufgenommen werden soll. Für Robin erfüllt sich ein Traum: Er wird an dem Ort studieren, der die ganze Macht des britischen Empire verkörpert. Denn in Babel wird nicht nur Übersetzung gelehrt, sondern auch Magie. Das Silberwerk – die Kunst, die in der Übersetzung verloren gegangene Bedeutung mithilfe von verzauberten Silberbarren zu manifestieren – hat den Briten unvergleichlichen Einfluss beschert, große Teile der Welt sind Kolonien des Empires.
Für Robin und seine Freunde steht Oxford für das Streben nach Wissen. Doch Wissen gehorcht Macht, und Robin erkennt allmählich, dass Babel zu dienen Verrat an seinem chinesischen Mutterland bedeutet. Im Laufe seines Studiums gerät Robin zwischen Babel und den zwielichtigen Hermes-Bund, eine Organisation, die die imperiale Expansion stoppen will. Als Großbritannien einen ungerechten Krieg mit China um Silber und Opium führt, muss Robin sich für eine Seite entscheiden.“(Verlagstext)

(Übersetzung: Heide Franck/ Alexandra Jordan)

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Montag, 19. Januar 2026

Daniel Marwecki: Die Welt nach dem Westen. Über die Neuordnung der Macht im 21. Jahrhundert


„Die jahrhundertelange Dominanz des Westens ist zu Ende. Daniel Marwecki beschreibt die Welt, wie sie sich gerade vor unseren Augen verändert.

In den Trümmern der Kriege in Gaza und der Ukraine zeichnen sich die Konturen einer neuen Welt ab. Donald Trump ist der westliche Abstiegsmanager, der die USA von einem Imperium zurück in einen Nationalstaat verwandelt – zum Leidwesen eines traurigen Europas, das ahnungslos in die neue, multipolare Welt hineinstolpert. Im Schatten all dessen entfaltet die Dekolonisation – verspätet -ihre Wirkung.“ (Umschlagtext)

Liest man nur die Schlagzeilen, könnte man sich endlos in den einzelnen Krisen, Katastrophen, Kriegen, Auseinandersetzungen und Entwicklungen verlieren. Ist es da ein Wunder, dass selbst die hartgesottensten Politikjunkies inzwischen getrieben scheinen von der Ohnmacht angesichts einer kaum noch zu begreifenden Komplexität? Und ist es gemessen daran nicht mehr als nachvollziehbar, dass ganz individuell die Weltlage ebenso wie die persönliche Situation kaum noch zu fassen, geschweige denn beherrschbar scheint?

Ich möchte darauf vertrauen, dass manchmal der Schritt zurück, der Blick aufs große Ganze hilfreich sein kann, um zu sortieren, zu gewichten, für Kontext und Verständnis. Immerhin geht es uns doch allen darum, Handlungsoptionen und damit ein Gefühl von Selbstwirksamkeit im Kleinen, wie im Großen zu gewinnen.

Ich bin also gespannt, ob dieses Buch dabei ein wenig helfen kann. 😊

„Der Westen hat Angst vor seinem Abstieg. Diese Angst ist nicht neu, aber sie ist berechtigt. Längst lassen sich Staaten wie Indien, Südafrika, Brasilien, Indonesien und Saudi-Arabien nicht mehr auf die hinteren Plätze verweisen. In China finden sie eine mächtige wirtschaftspolitische Alternative. Den USA ist der chinesische Aufstieg längst unheimlich geworden. Mit Russland suchen sie einen Schulterschluss über Europa hinweg – das endlich lernen muss, eigenständig und geschlossen zu handeln. Der Politikwissenschaftler Daniel Marwecki versucht in seinem Buch, die Umbruchsmomente und Katastrophen der Gegenwart einzukreisen und potenzielle Zukünfte zu ertasten.“ (Klappentext)

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Dienstag, 13. Januar 2026

Walter Moers: Weihnachten auf der Lindwurmfeste oder Warum ich Hamoulimepp hasse


„Nie war Weihnachten so zamonisch.
Nie war Zamonien so weihnachtlich.

Hildegunst von Mythenmetz, der berühmteste Schriftsteller Zamoniens, erzählt von einem kuriosen Ritual namens ‚Hamoulimepp‘, das in seiner Heimat, der legendären Lindwurmfeste, alljährlich abgehalten wird. Die Ähnlichkeiten dieses Ereignisses zu unserem Weihnachtsfest sind verblüffend. Mythenmetz berichtet von Rostigen Gnomen und Hamoulimeppwurmzwergen, von schwer verdaulichem Essen, Feuerlosem Feuerwerk und vielem mehr.“ (Umschlagtext)

Noch schnell diesen Post nachholen, bevor der letzte Rest von Weihnachtsstimmung aus den letzten Tagen weggetaut ist. Und wenn jetzt jemand meinte, ich sei zu spät … papperlabla. Nix da zu spät. Der Schnee kam zu spät. Mein Timing ist genau richtig!

Von den zamonischen Romanen kann man ja quasi nicht genügend im Regal stehen haben, um sie ab und an hervorzuziehen, wenn die reale Welt mal wieder etwas zu fantastisch und wie ausgedacht wirkt. Und das Schöne an dieser Art Eskapismus ist, dass sie erst richtig Spaß macht, wenn man sich gewappnet mit zamonischer Weisheit und moers´schem Humor wieder dem Alltag zuwendet.

Irgendwelche Einwände? Irgendjemand? 😉

„Als Walter Moers den Briefwechsel zwischen Hildegunst von Mythenmetz und dem Buchheimer Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer sichtete, stieß er auf einen Brief, in dem der zamonische Großschriftsteller ein Fest schildert, das Moers frappierend an unser Weihnachtsfest erinnert hat. Die Lindwürmer Zamoniens begehen es alljährlich und nennen es ‚Hamoulimepp‘. Zur Tradition gehören Hamoulimeppwürmer, Trilobitensuppe, jede Menge Geschenke, die in bemalten Felsengeiereiern verpackt werden, und vieles andere mehr. Laut Moers, selbst kein Freund unserer Weihnachtsfeierei, gibt dieser Brief von Mythenmetz einen profunden Einblick in die Gebräuche einer beliebten zamonischen Daseinsform, der Lindwürmer.“ (Klappentext)

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Samstag, 3. Januar 2026

Mosaik #601


Na, wer fühlt sich bei dem Titel des Heftes an etwas erinnert? 😉

Abgesehen davon: Hoffentlich gesund und munter und auf jeden Fall wieder bunter … ins neue Jahr! 😉

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Donnerstag, 1. Januar 2026

Annett Gröschner/ Peggy Mädler/ Wenke Seemann: Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat


„Wie ist es, aus dem Osten zu kommen? Welche Prägungen und Erfahrungen hängen nach? Die Freundinnen Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann suchen gemeinsam nach Brauchbarem für die Zukunft. Ihr Buch ist voller überraschender Analyse und beglückendem Humor, ungeahntem Wissen und befreiender Großzügigkeit. Es ist ein Geschenk mitten in den Grabenkämpfen der Gegenwart.“ (Umschlagtext)

Allein der Titel klingt doch nun wirklich nach einer richtig guten Neujahrslektüre, leicht angekatert und mit einer langen Nacht im Rücken, auf dem Sofa den Tag absichtsvoll vorbeiziehen lassend.

Eigentlich soll ja die Zeit zwischen den Jahren diejenige sein, die zwischen Vergangenheit und Zukunft hängend zum Verweilen und Innehalten einlädt. Bei mir hat das noch nie funktioniert. Die Weihnachtsfeiertage wollen verdaut werden, Silvester muss vorbereitet werden – alles viel zu hektisch. Neujahr dagegen ist wirklich ein Tag dazwischen. Die Feierlichkeiten sind erledigt; es bleibt noch Zeit, bis der Alltag wieder zuschlägt …

So viel zur Stimmung, die mir ganz gut zu diesem Buch zu passen scheint und das so viele Menschen in meinem Umfeld, auf deren Meinung ich sehr viel gebe, schon in höchsten Tönen gelobt haben. Wohlan, was trinken wir? 😊

„Drei Freundinnen, ein Küchentisch, vor den Fenstern die Nacht: Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann reden. Über sich als ‚Ostfrauen‘, was auch immer diese Schublade bedeutet, über das Glück krummer Lebensläufe, über die Gegenwart mit ihrer sich ständig reindrängelnden Vergangenheit. Es wird getrunken, gelacht und gerungen, es geht um Erinnerungsfetzen und Widersprüche, um die Vielschichtigkeit von Prägungen und um mit den Jahren fremd gewordene Ideale. Im japanischen Volksglauben gibt es Geister, die aus achtlos weggeworfenen Dingen geboren werden – ‚wie sähe der Dinggeist der DDR aus?‘, fragen die drei. Ihr Buch ist dem Erinnern und dem Sich-neu-Erfinden gegenüber so gewitzt und warmherzig, wie es jede große Gesellschaftsdiskussion verdient.

ANNETT GRÖSCHNER, geboren 1964 in Magdeburg, lebt als Schriftstellerin in Berlin

PEGGY MÄDLER, geboren 1976 in Dresden, lebt in Berlin und ist Autorin und Dramaturgin

WENKE SEEMANN, geboren 1978 in Rostock, lebt seit 2000 in Berlin und ist freie Künstlerin und Sozialwissenschaftlerin“(Verlagstext)

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