Freitag, 13. Juli 2018

Nona Fernández: Die Strasse zum 10. Juli



"Die Freunde der kommunistischen Jugendbewegung zu Zeiten der Militärdiktatur, die Kinder der Colonia Dignidad, Juan ... so viele Menschen sind spurlos verschwunden. Irgendwo in einem Loch im Boden werden sie alle gefangen gehalten, all die Verschwundenen. Irgendwo unter der Erde Chiles brodelt es gewaltig." (Klappentext)

Roberto Bolaño hielt die Autorin für eine große Entdeckung der jüngeren chilenischen Literatur. Und ich kann sie jetzt mit der Ausgabe des Septime Verlags entdecken. Die Voraussetzungen stimmen also schon mal. ;)

#lesesommer #roman #nonafernandez #septimeverlag #chile #militärdiktatur #pinochet #coloniadignidad #verfolgung #überleben #zeitgeschichte #lesen #leselust #literatur #indiebook

Mittwoch, 11. Juli 2018

Wassili Grossman: Leben und Schicksal



Jetzt, da alle andauernd Urlaub machen, ist definitiv mal wieder Zeit für ein echt dickes Buch. ^^

"Wassili Grossmans Gesellschaftsepos über die Schlacht um Stalingrad ist wie Tolstois Krieg und Frieden eines der wichtigsten Werke der russischen Literatur - ein Meisterwerk von enormer erzählerischer Kraft, von tiefer Einfühlung in die Leiden der Opfer und einer umfassenden Erkenntnis über die Mechanismen hinter der Tragödie des 20. Jahrhunderts." (Umschlagtext)

"Leben und Schicksal" - Ich find ja, der Titel klingt schon nach eindeutig russischem Epos. 

#lesesommer #roman #wassiligrossman #list#russland #20jahrhundert #stalingrad #weltkrieg#epos #krieg #menschen #lesen #leselust #literatur

Dienstag, 10. Juli 2018

Katrin Heinau: Das glückliche Leben. Eine moralische Erzählung



„An einem Morgen im März erwachte Claudina früher als nötig, ärgerte sich und blickte voll Unruhe an die Decke.“ (Seite 7)

Claudina lebt in Berlin und trennt sich gerade vom Vater ihrer Tochter. Sie sieht einer ungewissen beruflichen Zukunft entgegen und fühlt sich insgesamt recht antriebslos, nutzlos und irgendwie müde. So müde, dass sie zuweilen einfach in Schlaf fällt.

Während sie eines Tages schon mal das Jobcenter von außen besichtigt, um sich darauf einzustellen, dass sie dort landen wird, aber auch um sich abzuschrecken und Vorurteile bestätigt zu finden, spricht sie ein attraktiver Mann an. Wenig später besucht sie ihn im Berliner Umland – eine leidenschaftliche Romanze beginnt. Claudina flirtet mit ihm, mit einem Leben auf dem Land, mit einem idyllischen Leben abseits der um sich greifenden und alles erfassenden Verwertungslogik.

Nur leider hat der Typ, ich sag es mal salopp, mächtig einen an der Klatsche. Wie irgendwie alle, die Claudina innerhalb kürzester Zeit dort kennenlernt – während sie mal eben Zeugin einer Spontan-Entführung wird, die nichts weniger will, als die Welt zu ändern.

Doch leider bestimmen auch hier eben die Typen, die von ihren ganz eigenen Dämonen verfolgt werden. Claudina findet sicher wieder einmal auf dem Zuschauerplatz wider und spielt allenfalls eine Statistenrolle.

Der sich irgendwie auflösenden Entführung folgt eine Reise in einem alten Wagen nach Frankreich, die romantisch hätte werden können. Aber irgendwie dämmert ihr, dass dieses Leben doch noch eine andere Zukunft bereithalten müsste. Der Typ ist es jedenfalls nicht. Hach, und schon ist es auch wieder vorbei. Wie die Erzählung, nach 130 Seiten.

Mich lässt das Ganze ein wenig zwiegespalten zurück. Einerseits mochte ich Katrin Heinaus Erzählstil gern: Mit Tempo formuliert, witzig, überdreht und trotzdem eingängig. Mit den Figuren und der Story selbst wurde ich nicht so ganz warm. Das Überdrehte macht es schwer, finde ich, zu erkennen, worum es Heinau geht. Insbesondere die Hauptfigur Claudina bleibt für mich farblos. Ihre Passivität erschließt sich mir nicht. Vielleicht ist es aber auch genau der Effekt, den Filme gern erzeugen, dass man als Zuschauer die Figuren am liebsten anschreien möchte, damit sie das offensichtlich einfache endlich tun.

Kurz und gut: Meinen Spaß beim Lesen hatte ich, auch wenn die Story und Figuren mich nicht ganz überzeugen konnten. Vielleicht ist es aber auch eines der Büchlein, die noch länger nachhallen. Mal schauen. 😊

#lesesommer #roman #erzählung #katrinheinau #martapress #berlin #gegenwart #hierundheute #frauen #gesellschaft #emanzipation #dorfleben #ironie #kapitalismus #indiebook #lesen #leselust #literatur

Montag, 9. Juli 2018

Meg-John Barker/ Julia Scheele: QUEER. Eine illustrierte Geschichte


"Es geht um Identitätspolitik und Geschlechterrollen, Privilegien und Ausschlüsse. QUEER erläutert, wie wir dazu kamen, Geschlecht und Sexualität so zu sehen, wie wir es heute tun, und stellt heraus, wie diese Ideen mit unserem Verständnis von Biologie, Psychologie und Sexualwissenschaft verbunden sind. [...]" (Umschlagtext)

Ok, es geht also um dieses "Aufregerthema", das immer niemand versteht, der nicht schon drin steckt. Und das Ganze mit Bildern illustriert. 😂😉

Im Ernst, ich bin gespannt, wie zugänglich das Thema hier dargestellt wird und hoffe auf etwas Gutes.

#lesesommer #sachbuch #megjohnbarker #juliascheele #unrastverlag #queer #queertheorie #identität #geschlecht #sexualität #gender #gesellschaft #debatte #politik #demokratie #illustration #lesen #leselust #indiebook

Samstag, 7. Juli 2018

Antonio Ruiz-Camacho: Denn sie sterben jung



"Der Patriarch der wohlhabenden Familie Arteaga wird entführt. Er wird nicht zurückkommen. Und seine Familie, für deren Sicherheit niemand mehr garantieren kann, muss aus Mexiko fliehen. Über Städte und Kontinente verstreut, versuchen Sie in der Fremde neu anzufangen; jeder für sich und alle auf ihre Weise gezeichnet vom Verlust eines geliebten Menschen und der Heimat." (Umschlagtext)

Danke an den C.H. Beck Verlag für dieses Leseexemplar des Debüts des Mexikaners Antonio Ruiz-Camacho.

Fast unnötig zu erwähnen, dass ich auf die Lektüre gespannt bin. 🤣😉

#lesesommer #roman #antonioruizcamacho #chbeck #mexiko #gangs #flucht #überleben #familie #trauma #sehnsucht #lesen #leselust #literatur

Mittwoch, 4. Juli 2018

Charles Berberian: Cinerama. Eine Auswahl der besten schlechtesten Filme der Welt



"Wie unterscheidet man gute von schlechten Filmen, wenn man klein ist? Was hat Catherine Deneuve mit dem Aufstieg der französischen Linken in den 1980er Jahren zu tun? Und warum tragen Superhelden ihre Slips eigentlich immer über den Strumpfhosen?" (Umschlagtext)

Wenn dann auf dem Cover noch die Rede von einem "lustvollen Denkmal" für "vergessene Perlen des Trashfilms" ist, dann hat es mich schon. 😂🤣

#lesesommer #comic #charlesberberian #reprodukt #cineast #filme #movie #trash #stars #indiecomic #indiebook #lesen #leselust #yesyoucomican

Montag, 2. Juli 2018

Adolf Muschg: Heimkehr nach Fukushima



"Der Architekt Paul Neuhaus, frisch verlassen, erhält eine Einladung von alten Freunden nach Japan. Der Bürgermeister eines Dorfes nahe beim Unglücksmeiler von Fukushima bittet um seinen Besuch. Die Gegend ist verstrahlt, die Dörfer sind verlassen, die kontaminierte Erde ist abgetragen. Die Regierung wünscht die Rückbesiedllung, aber die Menschen haben Angst." (Umschlagtext)

Von Muschg las ich vor Jahren den "Roten Ritter" mit viel Vergnügen und Begeisterung. Ob er mich mit einem aktuellen, gegenwärtigen Stoff ebenso begeistern kann - ich werde es lesen. 

Einmal mehr geht ein Dank an den C.H. Beck Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. 

#lesesommer #roman #adolfmuschg #chbeck #japan #fukushima #apokalypse #supergau #gesellschaft #umwelt #lesen #leselust #literatur