Donnerstag, 11. Oktober 2018
Daron Acemoglu/ James A. Robinson: Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut
"Warum sind einige Nationen reich und andere arm? Wodurch entsteht die krasse Ungleichheit in unserer heutigen Welt? Wie soll man der Ungleichheit begegnen? [...] Ein spannendes und faszinierendes Plädoyer dafür, dass Geschichte und Geographie kein Schicksal sind. Und eine überzeugende Demonstration, dass die richtige Analyse der Vergangenheit neue Wege zum Verständnis unserer Gegenwart und neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet. Ein provokantes, brillantes und einzigartiges Buch." (Verlagstext)
Macht und wie sie zugunsten von wenigen und zum Schaden von vielen eingesetzt wurde und wird - die Systemfrage halt. ;)
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Mittwoch, 10. Oktober 2018
Lukas Bärfuss: Hagard
"Philip folgt, aus einer Laune heraus, um Feierabendgedrängel einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, lasse ich sie entschwinden; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter. [...] Ein atemloser Sog entsteht, in den auch der Leser gerät. Wie bricht der Zufall in unser Leben? Was lässt sich überhaupt mit Gewissheit voraussehen oder planen? Wie sehr können wir unseren Sinneswahrnehmungen trauen?" (Klappentext)
Sich den Kopf verdrehen, um den Blick auf jemanden im Gedränge immer wieder zu erhaschen, weil die Ausnutzung allein neugierig macht - doch doch, dass Gefühl ist mute nicht unbekannt. Ebenso das Gefühl, wie schnell der Reiz verfliegt, wenn sich die Person dich ganz umdreht. Wie mitreißend oder spannend der Autor das zu inszenieren weiß - ich bin gespannt. 😏
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Dienstag, 9. Oktober 2018
Jodi Picoult: Kleine große Schritte
"Ruth Jefferson ist eine der besten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Dennoch wird ihr die Versorgung eines Neugeborenen von der Klinikleitung untersagt - die Eltern wollen nicht, dass eine dunkelhäutige Frau ihr Baby berührt. Doch eines Tages arbeitet Ruth allein auf der Station und bemerkt, dass das Kind keine Luft mehr bekommt. Sitze entscheidet schließlich, sich der Anweisung zu widersetzen und dem Jungen zu helfen. Doch ihre Hilfe kommt zu spät, und Ruth wird von den Eltern des Jungen angeklagt, schuld an dessen Tod zu sein. Ein nervenaufreibendes Verfahren beginnt ..." (Umschlagtext)
Die Story klingt interessant, auch wenn der Umschlagtext etwas dröge daher kommt. Die Buchhändlerin meines Vertrauens versicherte mir, dass der Text das wieder wettmachen wird. Nun denn ... 😏🤗
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Montag, 8. Oktober 2018
Pippa Goldschmidt: Von der Notwendigkeit den Weltraum zu ordnen. Storys
"Goldschmidts geistreiche und berührende Erzählungen bieten faszinierende Einsichten in die menschliche Natur. Sie erzählen von der Rolle der Frauen in der Forschung, von Wendepunkten im lieben berühmter Wissenschaftler und Künstler, vom jüdischen Überleben nach dem Zweiten Weltkrieg, von liebe und Sex und der immer aktuellen Suche nach Erkenntnis. Jede Geschichte, von der surrealen Miniatur bis zur epischen historischen Erzählung, ist ein Meisterwerk für sich." (Umschlagtext)
Zugegeben, der Verlag muss natürlich von dem Buch schwärmen, dass er veröffentlicht hat. Weil es aber nicht irgendein Verlag ist, traue ich dem Urteil ja fast blindlings. 😍 Fast, Hab ich gesagt. 😉
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Sonntag, 7. Oktober 2018
Detlef Grumbach (Hrsg.): DEMO.FÜR.ALLE. Homophobie als Herausforderung
„Orlando, 12. Juni 2016: Ein Attentäter betritt den queeren Club
Pulse. Dort feiern Latinos eine Party, die meisten sind schwul, lesbisch,
bisexuell oder transgender. Er tötet 49 Besucher*Innen und verletzt 53
weitere.“ (Seite 7, Vorwort von Detlef Grumbach)
Das Attentat von Orlando, das dem Vorwort des Herausgebers als Bezugspunkt
dient, war ein trauriger Höhepunkt der an ähnlich schaurigen Gelegenheiten
nicht armen Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltung in den USA noch vor
der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten. Kurze Zeit nach dem Erscheinen des Debattenbandes
gab es in Deutschland wiederum diesen euphorischen Moment, in dem die Ehe für
alle so ganz plötzlich auf der Tagesordnung stand und möglich wurde. Wie lässt
sich anhand zweier so gegensätzlicher Ereignisse argumentieren, dass dieser und
ähnliche weitere Beiträge zu einer gesellschaftlichen Debatte notwendig sind?
Der Begriff der Klasse lag der gesellschaftlichen Linken lange
schwer im Magen, erreicht aber inzwischen wieder ein immer jüngeres Publikum. Sie
suchen und finden damit ein Instrumentarium die mehr und mehr fragmentierte
Gesellschaft zu beschreiben, die immer weiter auseinanderklaffenden Chancen für
Einzelne systematisch zu analysieren und zu beschreiben. Zugleich verstärkt sich
die Debatte, wie viel Identitätspolitik für immer kleiner werdende Gruppen es
braucht entgegen dem einenden Band der Klasse. Aber auch innerhalb der immer
kleiner werdenden identitätspolitisch ausgerichteten Gruppen scheint der Kampf
um Deutungshoheit noch lange nicht ausgefochten. Ich gebe zu, dass ich hier
sehr grob zusammenfasse.
Auch hierzulande ist immer öfter von einer auch durch den
Aufschwung der Populisten von Rechts beförderten Polarisierung der Gesellschaft
die Rede. Aber noch verteidigen die selbsternannten Retter des Abendlandes „ihre
Frauen“ und selbst „ihre Homos“ gegen den Islam und gegen jeden einzelnen
geflüchteten Menschen im Besonderen. Das gelingt vor allem, weil sie so konsequent
pauschalisieren und damit rassistische Stereotype bedienen. Geflüchtete sind
alle Moslems und der Islam ist so und so. Also sind alle Moslems so.
Was aber, wenn keine Geflüchteten mehr kommen, weil unsere Mauern
so hochgezogen worden sind, dass sie nicht mehr als einfachste populistische
Erklärung für alle herhalten können. Was, wenn dann genauer nachgeschaut wird,
wer dem Volkskörper noch alles schädlich sein könnte? Was, wenn dann alle
liberalen Errungenschaften wie die Ehe für alle ganz schnell wieder in Frage
stehen?
Wird dann ein Klassenbegriff von links helfen, wenn er alle Unterschiede
innerhalb der Klassen ausblendet? Werden alle miteinander um die Deutungshoheit
ringenden Gruppen dann noch dazu in der Lage sein, auch das Gemeinsame zu
sehen?
Natürlich kann ein solches Buch all das nicht verhindern oder auch
nur ausführlich beschreiben. Aber es ein Hoffnungsschimmer, dass dieser und
auch andere Debattenbände, wie zum Beispiel diejenigen von Patsy l´Amour laLove
im Querverlag, schon eine Weile lang sehr gefragt sind und für emotional
geführte Diskussionen sorgen. Ich will gern hoffen, dass es ein gutes Zeichen,
dass wir diskutieren.
Kurz und gut: Nicht vollständig und allumfassend, aber ein guter
Einstieg in eine aktuelle Diskussion. Wir mögen geglaubt haben, dass schon fast
alles erreicht sei. Dieser Band lässt erahnen, dass auch für unsere Generation
und die nachfolgenden genügend gesellschaftliche Kämpfe übrig sind.
Samstag, 6. Oktober 2018
Alessandro Tota / Pierre van Hove: Der Bücherdieb
"Paris in den 1950er Jahren: Sartre und der Geist des Existenzialismus liegen in der Luft und die Literaturszene tummelt sich in den ca Cafés von Saint-Germain-des-Prés. Daniel Brodin, mittelloser Student mit literarischen Ambitionen, führt ein Doppelleben zwischen den Pariser Salons und der Universität, er stiehlt Bücher aus Buchhandlungen und gibt sich selbst als Dichter aus. Als er eines Abends im Kreise der Pariser Intellektuellen etwas von sich zum Besten geben soll, verkauft er ein italienisches Gedicht als sein Werk. Daniel und der Text werden als großer Erfolg gefeiert, doch das Plagiat bleibt nicht ohne Folgen ..." (Umschlagtext)
Cover, Zeichnungen und Story versprechen doch mal Atmosphäre passende Atmosphäre für einen langen, lauen Spätherbstleseabend. 😍 Da darf ich doch auf etwas Tragik, Komik und intellektuell-literarische Selbstironie hoffen. Hoffe ich. 😏
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Freitag, 5. Oktober 2018
Frank Witzel: Vondenloh
"Frank Witzels hinreißend komischer Roman über Leben und Werk der Schriftstellerin Bettine Vondenloh ist Literaturbetriebskrimi ebenso wie skurrile Dorfgeschichte: Ein gigantischer Wal beginnt darin gehörig zu stinken, die Psychoanalytiker Jacques Lacan und Wilhelm Reich entkommen knapp einem gefährlichen Sturz, eine riesige Wachsstatue Himmlers offenbart ihr Innenleben und der Erzähler kommt in Verdacht, ein Verhältnis mit der in die Jahre gekommenen Schriftstellerin gehabt zu haben. Am Ende wissen wir zwar nich mehr als zuvor, aber sind um einiges klüger." (Umschlagtext)
Frank Witzel geht ja irgendwie bedenkenlos. Matthes & Seitz sind sowieso cool. Und die neue Paperbackreihe wollte ich mir ohnehin anschauen. Voila!
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