Freitag, 12. August 2016

Stefan Dinter/ Christopher Tauber (Hrsg.): Die Toten. Zyklus I.2



Zombies, die durch nordamerikanische Gegend, Vorstädte und Metropolen ziehen? C'mon! Gruselig sind die erst in Bochum, Potsdam, Berlin, Bad Homburg oder in Nord-Brandenburg! ^^

Ein Schmankerl! Ich schwöre!


Bochum: Junge trifft unverhofft Mädchen. Sie ist zunächst abweisend. Es braucht, bis sie auftaut. Aber es gibt Hürden, die die beiden nehmen müssen, um sich besser kennenzulernen - achja, und draußen ist Zombieapokalypse.


Die Zeichnungen und die Story dieser ersten von fünf Episoden in diesem Band finde ich beeindruckend gut. Das gilt ebenso für alle weiteren Geschichten, auch wenn mir persönlich die Zeichnungen der vorletzten nicht ganz so sehr zusagen.

Grandios gut gelungen finde ich einmal mehr den Bogen von zarter, emotionaler Story bis hin zu herrlichem Trash - wie es sich für guten Zombiestoff gehört.

Vollkommen zurecht bekommen "Die Toten" mit Panini hoffentlich ordentlich viel Publikum. Dieses Projekt, in dessen Rahmen nun schon so etliche Erzähler und Zeichner glänzen konnten hat es einfach verdient!

#lesesommer #comic #stefandinter #christophertauber #zwerchfell #panini #untote #zombies

Mittwoch, 10. August 2016

Dale Peck: Schwarz und Weiss



Wenn ich jetzt Urlaub hätte und, in eine Decke gemummelt, auf Balkonien säße, könnte das die Lektüre meiner Wahl sein. Jaja - Konjunktivsommer. ^^

#lesesommer #roman #dalepeck #albinoverlag

Dienstag, 9. August 2016

Ulrich Beck: Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter. Neue weltpolitische Ökonomie



"Das Aufkommen des Rechtspopulismus in Europa (und anderen Erdteilen) erklärt sich als Reaktion auf das Fehlen jeglicher Perspektive angesichts einer Welt, deren Grenzen und Grundlagen in Fluß geraten sind." (S. 7, Vorwort zum Vorwort von 2002)

Es gibt so Lektüren, an denen knuppert man richtig lange, verzweifelt zwischendurch und jedesmal, wenn man fast vorm Aufgeben ist, taucht ein nachvollziehbarer, fesselnder Gedanke auf, der sich auf das Hier und Heute beziehen lässt. Und das hallt nach - egal wie wenig man beim Lesen zu verstehen glaubt. Das beschreibt in etwa meine Begegnung mit Becks dreibändigem Werk, dessen erstes Buch ich vor einiger Zeit abschließen konnte.


Zu gern würde ich etwas fürchterlich elaboriertes und schlaues über das Buch sagen, über die Gedanken, die Beck hier ausgebreitet hat - aber schon macht sich das gleiche Gefühl der Überforderung breit wie so oft beim Lesen dieser Seiten.

Was ich aber sagen kann: Während ich verwundert, verärgert und auch gern verwirrt zur Kenntnis nehme, in welchem Tempo und mit welchen Richtungen die Welt um mich herum sich entwickelt, so oft taucht der Gedanke auf, dass mir dieses und jenes doch schon hier als formulierte Analyse oder Idee über den Weg gelaufen ist. Das ist mehr als ein erfreut zur Kenntnis genommenes Wiedererkennen und noch weit jenseits des Gefühls, nun verstanden zu haben. Aber es hallt nach.

Wer keine Angst vor soziologischen Texten hat, sich mit der globalisierten Welt auseinandersetzt und mit wachen und neugierigen Augen auf die Zeit schaut, in der wir gerade leben, dem sei die Lektüre gern empfohlen. Just saying.

#lesesommer #sachbuch #ulrichbeck #suhrkamp #soziologie #globalisierung #weltrisikogesellschaft #kosmopolitismus #kosmopolitisierung #wissen #wissenschaft

Sonntag, 7. August 2016

Loic Locatelli Kournwsky/ Maximilien Le Roy: Überlebt!



Da war doch noch mehr im #cse16 Stapel. ^^ Noch mehr #Geschichte und Comic in einem.

Hier geht es nach Chile. Die Story beruht auf den Erinnerungen von #carmencastillo - die nach dem Putsch 1973 in den #Untergrund gehen musste. Einmal mehr bin ich gespannt.

#lesesommer #comic #loiclocatellikournwsky #maximilienleroy #editionmoderne #history #chile #allende #indiebook #indiecomics

Samstag, 6. August 2016

Yann Martel: Die Hohen Berger Portugals



"Lissabon, 1904: In einem sogenannten Automobil begibt sich der junge Tomás auf eine abenteuerliche Expedition in die Hohen Berge Portugals." (Umschlagtext)

Ok, da hatte es mich auch schon. Ganz unabhängig davon, dass ich "Schiffbruch mit Tiger" von #yannmartel schon grandios fand. Die Verfilmung übrigens auch. ^^ Also hier ist er, der neue Martel. 

#lesesommer #roman #fischerverlag #tagesfang #Portugal #roadtrip

Mittwoch, 3. August 2016

Gregorio Ortega Coto: Marokkanische Minze



Auch dieses Mitbringsel vom diesjährigen Schwul-Lesbischen Stadtfest soll nicht verheimlicht werden. ^^ Der #querverlag legt hier das Romandebut des in Berlin lebenden Spaniers #gregorioortegacoto vor. Klischee ick hör dir trapsen: Allein für den Namen des Autors würde ich ja schon einiges geben. ;) Ich bin also gespannt! #lesesommer #roman #prideweek #gayliterature #indiebook

Dienstag, 2. August 2016

William T. Vollmann: Europe Central



„Ein plumpes schwarzes Telefon, in Tintenfisch, wollte ich sagen, der Gott unserer Fernmeldetruppe, hat einen Schlupfwinkel in Berlin (wahrscheinlicher noch in Moskau, das von einem deutschen General das Herz Russlands, das Herz eines großen Volkes getauft worden ist).“

„Weltkriegsroman“ und „Krieg und Frieden des 20. Jahrhunderts“ - Suhrkamp hält sich mit der Eigenwerbung für diesen dicken Packen Literatur nicht zurück. Solche Superlative schrecken mich bei dicken Büchern ja gern auch mal ab. In diesem Fall war ich neugierig und hab mich über viele Wochen durch die über 900 Seiten geschmökert, zu denen noch etliche Seiten mit Anmerkungen und Anhänge hinzukommen.

Beim Lesen traf ich auf zahlreiche fiktive wie historische Figuren wie Käthe Kollwitz, Feldmarschall Friedrich Paulus, General Wlassow oder auch Dimitri Schostakowitsch. Die verschiedenen Handlungsstränge ziehen sich im Wesentlichen durch die Zeit des Russlandfeldzuges des Dritten Reiches. William T. Vollmann zeichnet intensive Beschreibungen seiner Figuren und spürt ihren Motiven, ihren Ängsten und Hoffnungen nach.

Zugleich entsteht insbesondere um die eigentliche Hauptfigur, den Komponisten Dimitri Schostakowitsch, ein verworrenes und verwirrendes ideologisches Geflecht, das die bedrückende Atmosphäre in der Sowjetunion während des Krieges kennzeichnet; bedrückend durch die Belastungen des Krieges und die zeitgleichen Repressionen im Inneren des Landes.

Vollmann drechselt Sätze und zeichnet Bilder, die sich mir nicht immer beim ersten Lesen gleich erschlossen. Er schaffte es aber auch immer wieder, dass ich mich einfach dem Rhythmus des Textes hingeben konnte. Am ehesten verlor mich der Text in den Passagen, in denen Schostakowitschs Kompositionen literarisch reflektiert und gleichsam in Text übersetzt wurden. Ich kann mir aber vorstellen, dass diese Stellen für Liebhaber und Kenner von dessen Werken ein großer Gewinn sein können.

Bei allem Genuss beim Lesen ahne ich aber, dass es kein Buch ist, das in mir lange nachhallen wird. Möglicherweise ist es aber auch eines der Werke, das man nach Längerem erneut zur Hand nehmen sollte, um neue und weitere Facetten entdecken zu können.

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