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Sonntag, 1. Juni 2025

Carlos Ruiz Zafón: Das Labyrinth der Lichter


„In jener Nacht träumte ich, ich kehrte in den Friedhof der Vergessenen Bücher zurück.“ (Seite 9)

Puh, es ist über 20 Jahre her, dass ich das erste Mal den Friedhof der Vergessenen Bücher entdeckt habe. Das war im Schatten des Windes, dem ersten von vier Bänden, die lose miteinander verbunden sind. Und was hatte ich damals für Schnappatmung, wie so viele andere auch. 😉

Dies also ist der vierte und letzte Band, der zurück ins Barcelona der späten fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts führt.

Ein Minister des Franco-Regimes ist verschwunden, dessen Vorgeschichte in das Barcelona der Kriegsjahre zurückführt. Alicia Gris, die junge Hauptfigur dieses Bandes, arbeitet für die Politische Polizei und stammt selbst aus der Stadt. Die Erzählung folgt ihr bei ihren Ermittlungen, die, natürlich, immer verworrener werden, und Alicia zwingen, sich ihrer eigenen Geschichte zu stellen.

Die Buchhandlung Sempere & Söhne spielt natürlich auch in dieser Geschichte wieder eine Rolle und ist auch immer noch eng verbunden mit dem Friedhof der Vergessenen Bücher. Auch der darf als Schauplatz der rasanten Story natürlich nicht fehlen.

Das klingt schon fast alles zu klischeebeladen und modelhaft, ist es aber auch hier nicht. Auch der vierte Band lebt einerseits von der sicher romantisierten Vorstellung Barcelonas – verregnete Straßen, gesäumt von mysteriösen mondänen Gebäuden inmitten verwunschener Gärten. Kauzige Gestalten mit verworrenen Lebensläufen. Aber auch hier bieten die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und die dunkle Zeit des Franco-Regimes wiederum einen Hintergrund, der den Postkartenkitsch dann doch nicht so recht bestehen lässt.

So sind es gerade die Lebensläufe des Personals, die – Unterhaltung hin oder her – natürlich auch für die Geschichte des Landes und der Stadt stehen. Die einen wehrten sich nach Kräften auf der Seite der Republik gegen die Faschisten. Andere bauten auf ihrer Unterstützung Francos ihre spätere Kariere auf, wie zum Beispiel der verschwundene Minister.

Und der Roman erspart dem Publikum auch nicht, mit wie viel Rachsucht und Brutalität das Regime nach seinem Sieg vorging, um gegen Widerständler:innen vorzugehen. Dabei spielte neben Politischem eben auch die ganz persönliche Rache eine Rolle, die oft genug aus Nachbarn oder Freunden erbitterte Feinde werden ließ.

Sicher, es gibt Romane und Sachbücher, die diese Geschichte sehr viel dezidierter wiedergeben. Zafón gelingt es für meinen Geschmack aber auch in diesem Band, nicht einfach nur eine spannende fiktionale Geschichte zu erzählen, sondern eben die Geschichte der Stadt und ihrer Menschen mit einzuweben.

Da ich selbst noch nie in Barcelona war, außer in inzwischen wirklich zahlreichen literarischen Ausflügen, kann ich nicht sagen, ob sich das Barcelona der Romane denn wirklich in der Stadt wiedererkennen lässt. Bis ich es dann doch mal mit eigenen Augen gesehen habe, will ich das aber einfach mal annehmen. 😊

Abgesehen davon, dass ein literarisches Barcelona mich also nun oft genug schon erfolgreich gekriegt hat, war es aber die Idee des Friedhofs der Vergessenen Bücher, die sich mir eingebrannt hat.

Da ist also ein äußerlich heruntergekommener Palast, der in sich eine verwinkelte, unendlich große Bibliothek verbirgt. Man kommt nicht einfach durch die Tür hereinspaziert. Natürlich braucht es etwas, dass einem Ritual, einer Initiation gleichkommt. Belohnt wird man dafür mit dieser nicht zu zählenden Menge an Büchern, die dem Vergessen anheimgefallen sind.

Vielleicht wurde ihre Bedeutung bei Erscheinen nicht erkannt; mal waren die Autor:innen Verfemte, Verfolgte, absichtlich ins Vergessen Gestoßene.

Wer an den Regalen entlang stöbert, sich vertieft, festliest und weitersucht, wird womöglich irgendwann damit belohnt, dass eines der Bücher sich als besonders enttarnt. Und nun ist der oder die Finderin gewissermaßen als Pat:in für dieses Buch verantwortlich. Ich finde diese Idee und dieses Bild ganz wunderbar.

Kurz und gut: Der beste Grund, alle vier Romane rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher direkt noch einmal zu lesen. Lesen, los! 😉

(Übersetzung: Peter Schwaar)

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Mittwoch, 24. Januar 2018

Albert Sánchez Piñol: Der Untergang Barcelonas



"Barcelona um 1700: Zuvi ist vierzehn, etwas unverschämt, ein Taugenichts m mit rabenschwarzem Haar. Als ihn der Graf Vauban auf sein Schloss einlädt, ändert sich Zuvis Leben schlagartig. Tochter Jeanne führt ihn in die Liebeskunst ein und Vater Vauban, der berühmteste Baumeister seiner Zeit, lehrt ihn, die sichersten und schönsten Festungsmauern zu bauen. Aber dann robbt der Spanische Erbfolgekrieg, und Zuvi erlebt mehr als nur ein Abenteuer." (Umschlagtext)

Literarisch habe ich Barcelona mit Eduardo Mendoza und Carlos Ruiz Zafón kennengelernt. Mit Piñol war ich zuletzt in Afrika unterwegs, im Kongobecken. Jetzt freu ich mich darauf, Barcelona mit seinen Augen zu sehen. *jippieeee* ;)

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Montag, 4. Dezember 2017

Roger Willemsen: Wer wir waren. Zukunftsrede



"Roger Willemsen hatte vor seinem Tod an einem neuen Buch gearbeitet. Es sollte 'Wer wir waren' heißen und unsere Gegenwart betrachten - aus der Zukunft." (Umschlagtext)

Fertig wurde zumindest diese 55-seitige 'Zukunftsrede'. Das soll mir als Anlass genügen, endlich auch mal etwas von ihm zu lesen.

#leseherbst #essay #rogerwillemsen #fischerverlag #gegenwart #zukunft #zeitgeschehen #betrachtung #lesen #leselust

Sonntag, 29. Oktober 2017

Aril Folman/ David Polonsky: Das Tagebuch der Anne Frank. Graphic Diary



Anne Franks Tagebuch habe ich in der Schule gelesen. Das ist viele Jahre her und war in einem wenig später im Strom der Geschichte untergegangenen Land. Aktuell und relevant sind die Aufzeichnungen ganz offenbar auch heute noch.

2010 erschien die historische Vorlage schon einmal als grafische Biographie. Nun legt der Fischer Verlag eine Neubearbeitung durch Ari Folman und David Polonsky vor. Wie neu die als "Graphic Diary" vorgestellte Form denn nun wirklich ist und wie gelungen die Umsetzung, darauf bin ich gespannt.

Ein Dank geht schon mal an den Verlag für das Leseexemplar.

#leseherbst #comic #annefrank #arifolman #davidpolonsky #fischerverlag #tagesfang #tagebuch #geschichte #holocaust #erinnerung #comics #lesen

Dienstag, 17. Oktober 2017

Didier Eribon und Eduard Louis im literarischen colloquium berlin am 16.10.2017









Fanboy Mode on! ^^ Letztes Jahr waren wir irgendwie immer zu spät. Aber gestern Abend im lcb konnten wir es nachholen und Didier Eribon live hören und sehen. Gemeinsam mit dem Autor Eduard Louis sprach er über seinen Blick auf Gesellschaft und die Notwendigkeit von gesellschaftlichen Aufbruch (in Erinnerung an die Kraft von dem von 1968). Zwei neue Bücher hatten beide ja ohnehin im Gepäck.
Aber zuvor hieß es warten, im wunderschön spätsommerlich angehauchten lcb, den der Andrang war groß. Rappelvoll wurde es!
Mal abgesehen von den zwei signierten Büchern bleibt aber vor allem die Frage, was wir jetzt selbst tun, nach solch einem inspirierenden Abend?

Donnerstag, 23. März 2017

Carlos Ruiz Zafón: Das Labyrinth der Lichter



"Barcelona in den kalten Wintertagen des Jahres 1959." (Umschlagtext)

Ok, der Satz und die Erinnerung, wie sehr mich der erste Band der Reihe, "Der Schatten des Windes", rund um den "Friedhof der Vergessenen Bücher" fasziniert und begeistert hat, ließen mich nicht lange zögern.

Zwar war ich zuletzt etwas enttäuscht von der Reihe, aber bestimmt wird mit dem letzten Band wieder alles gut. ^^ Fragt sich nur, wie lange ich bei diesen Band das Losschmökern heraus zögere. ;)

#lesefrühling #roman #carlosruizzafon #fischerverlag #tagesfang #barcelona #lesen #leselust

Samstag, 4. Februar 2017

Dietmar Dath: Venus siegt



"Gibt es Macht ohne Verbrechen?
Auf dem Planeten Venus findet ein gewaltiges soziales Experiment statt." (Umschlagtext)

Und wäre es nicht Dietmar Dath, dann hätten Cover und Titel mich schon zugreifen lassen. ;)

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Donnerstag, 13. Oktober 2016

Naomi Klein: Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima



Ok, heute mal wieder dick und politisch:

"Vergessen Sie alles, was Sie über den Klimawandel zu wissen meinten: Es geht nicht Nut um CO2-Emissionen, es geht um den Kapitalismus!" (Umschlagtext)

Na dann mal ran! Draußen ist eh nur Herbst. ^^

#leseherbst #sachbuch #naomiklein #fischerverlag #tagesfang #klima #klimawandel #kapitalismus #systemkritik #politik #zeitgeschehen #lesen #lesenswert

Dienstag, 11. Oktober 2016

Thomas Brussig: Das gibts in keinem Russenfilm



"1991, die Wiedervereinigung ist ausgefallen, der Schriftsteller Thomas Brussig lebt in Ostberlin und lässt sich bei einer Lesung vom Applaus der Zuhörer zu einer pathetischen Rede hinreißen, die ihn schlagartig berühmt macht..." (Umschlagtext)

Es ist lange her. Endlich mal wieder ein Brussig. Und wehe, das wird jetzt nicht lustig. ^^

#leseherbst #roman #thomasbrussig #fischerverlag #tagesfang #schelmenroman #ddr #wiedervereinigung #ostberlin #deutschland

Montag, 10. Oktober 2016

Javier Cercas: Anatomie eines Augenblicks. Die Nacht, in der Spaniens Demokratie gerettet wurde



„Mitte März 2008 las ich von einer in Großbritannien durchgeführten Umfrage, der zufolge ein Viertel der Briten der Ansicht ist, Winston Churchill sei eine erfundene Figur.“ (Seite 11, Vorwort des Autors)

Ich finde das einen ganz wunderbar passenden Aufhänger für ein Sachbuch, das ursprünglich mal als Roman gedacht war und konsequenterweise auch einen unabhängigen spanischen Literaturpreis erhielt, obwohl es letztlich eben nicht als Roman veröffentlicht wurde.

Einen Nerv trifft der Einstieg bei mir auch deswegen, weil ich einmal mehr feststellen muss, wie wenig wir hierzulande von europäischer Geschichte im Blick haben, wenn sie nicht gerade Mitteleuropa betrifft. Klar wird der Spanische Bürgerkrieg noch im Schulunterricht erwähnt. Aber über die Franco-Diktatur und deren Ende erfährt man dann doch selbst beim Geschichtsstudium eher nur sehr zufällig etwas. So wirken dann Franco selbst und erst recht wahrscheinlich Adolfo Suarez, der im Mittelpunkt dieses Buches steht, fast wie erfundene Figuren.

Adolfo Suarez, von dem ich hier tatsächlich das erste Mal etwas las, kam tief aus dem Regime Francos. Ihm fiel als erstem  demokratisch gewählten Ministerpräsidenten nach dem Tod des Diktators die Aufgabe zu, das in Jahrzehnten erstarrte Land umzugestalten. Seine Rolle dabei musste wohl von Anfang an eine zwiespältige sein.

Der historische Moment nun, den Javier Cercas hier auf über fünfhundert Seiten seziert, ist der Putschversuch vom 23. Februar 1981. Eliten des dem Untergang geweihten alten Regimes, Militärs im Wesentlichen, versuchten mit der Besetzung des spanischen Parlamentes dem Rad der Zeit in die Speichen zu greifen. Wie dieser Versuch misslang und fast misslingen musste, beschreibt dieses Buch.

Wie ein roter Faden zieht sich die Filmaufnahme aus dem Parlament durch das Werk, in der bewaffnete Soldaten den Plenarsaal während einer Sitzung stürmen und die versammelten Politiker mit gezogenen Waffen einzuschüchtern versuchen.

Mit literarischer Präzision zerlegt Cerca den Mitschnitt in einzelne Standbilder, anhand derer er die spannungsgeladenen Monate zuvor wie auch die unmittelbare Zeit nach dem Putschversuch wie ein Panorama ausbreitet. In kleinsten Gesten der Akteure findet der Autor immer wieder Anlässe und Hinweise, die beim Erfassen dieses historischen Momentes hilfreich sind.

Andere Autoren mögen beim Versuch, Geschichte nicht nur als reine Abfolge von Fakten zu beschreiben und spannend zu erzählen, ins Schwadronieren kommen. Javier Cercas passiert dies nicht ein einziges Mal. Er würdigt den Gegenstand seines Buches mit sachlicher Distanz und beschreibt ihn mit literarischer Präzision und Eleganz. An keiner Stelle wirkt das wie der literarische Taschenpsychologe.

„Anatomie eines Augenblickes“ ist ein Sachbuch, ein Polit-Thriller, Psychogramm eines dem Tode geweihten Regimes. Es beschreibt das Drama eines ganzen Landes und die Tragik der handelnden Personen eindringlich, intensiv und sensibel. Besser als die historische Vorlage hätte sich dies der Romanautor Javier Cercas nicht ausdenken können.

Es muss also nicht wundern, wenn ich dieses Buch unbedingt weiterempfehle. J

#leseherbst #sachbuch #javiercercas #fischerverlag #tagesfang #spanien #geschichte #franco #diktatur #demokratie #adolfosuarez #juancarlos #putschversuch #militärputsch #literatur

Dienstag, 6. September 2016

Édouard Louis: Das Ende von Eddy



Ein Debutroman aus Frankreich: "...die Geschichte einer Flucht aus einer unerträglichen Kindheit..."

"An meine Kindheit habe keine einzige glückliche Erinnerung." (Seite 11)

#lesesommer #roman #edouardlouis #fischerverlag #tagesfang #frankreich #kindheit

Samstag, 6. August 2016

Yann Martel: Die Hohen Berger Portugals



"Lissabon, 1904: In einem sogenannten Automobil begibt sich der junge Tomás auf eine abenteuerliche Expedition in die Hohen Berge Portugals." (Umschlagtext)

Ok, da hatte es mich auch schon. Ganz unabhängig davon, dass ich "Schiffbruch mit Tiger" von #yannmartel schon grandios fand. Die Verfilmung übrigens auch. ^^ Also hier ist er, der neue Martel. 

#lesesommer #roman #fischerverlag #tagesfang #Portugal #roadtrip

Montag, 25. Januar 2016

Frank Schätzing: Breaking News



Willste Schätzing, kriegste Schätzing! Also nicht jammern!
Der Typ macht halt eh, was er will. Wer sich darauf und auf Frank Schätzing einlassen mag, den wird auch das Missverständnis, das es bei diesem Buch zwischen Autor und Verlag oder wenigstens der Marketingabteilung beim Fischer Verlag ( ‪#‎tagesfang‬ ) gegeben haben muss, auch nicht weiter stören. Ok, ok – das sollte ich wohl erklären. ^^
Angekündigt und versprochen wird eine rasante Geschichte um einen abgefuckten Starreporter, der bereit ist, für eine Story so ziemlich alles zu riskieren. Genau das macht er zum Beispiel im kriegszerrütteten Afghanistan – und verliert bis auf sein Leben so ziemlich alles. Als Presse-Frontschwein mit verpfuschtem, wenn überhaupt noch vorhandenem Privatleben sucht er in der Folge wohl eher den eigenen Tod im Kugelhagel, als dass er selbst noch an ein Comeback glaubt.
Wie es der Zufall – oder halt der Autor - so will, bekommt der kaputte Rest dieses journalistisch mehr tot als lebendigen Pressezombies noch eine Chance. Dieses Mal in Israel. Bis hierhin wurde die geneigte Leserschaft aber auch schon von rund 300 Buchseiten unterhalten.
In diesem ersten Drittel ist bereits noch recht zusammenhanglos eingestreut, was im Rest des 1000-Seiten Schinkens die eigentliche Handlung ausmacht. Und hier ist der Herr Starreporter eher eine zufällig hineingestolperte, von einer echt starken Handlung ganz Anderer getriebene Randfigur.
Schätzing breitet in diesem dicken, epischen Erzählstrang die Geschichte jüdischer Siedler seit 1929 in Israel aus. Wir lernen eine kleine Kinderbande kennen, deren bekanntestes Mitglied der spätere Ministerpräsident Ariel „Arik“ Scharon ist. Es ist eine Geschichte der Auseinandersetzungen zwischen jüdischen Siedlern und Arabern, von Freundschaft aber auch von Neid und Hass. Einiges vom Selbstverständnis und der Entwicklung Israels und von den von hier aus nicht immer durchschaubaren inneren Fronten dieses Landes wird in Form eines sich immer mehr zuspitzenden und absolut packenden Thrillers dargeboten.
Allerdings – wer sich ausschließlich auf die Reporterschichte gefreut hat, wird wohl enttäuscht werden. Denn um den dreht sich größeren Teil des Buches eigentlich nichts.
Gerade weil wir seit dem „Schwarm“ von Schätzing filmreife Storys, echtes Hollywoodfeeling zwischen Buchdeckeln gewöhnt sind, kommt die Verschränkung von Handlungssträngen in diesem Roman doch etwas überraschend. Hier steckt offenbar mehr als ein Film drin. Dem Autor traue ich zu, dass er genau dieses Zwiespältige erzeugen wollte.
Dass er schreiben kann, muss man Schätzing ganz sicher nicht mehr attestieren. Spannend fand ich hier, dass der reichlich ge- und verstörte Charakter des Starreporters gehörig auf den Erzählstil abgefärbt hat. Das ist alles immer noch wunderbar lesbar, ist aber deutlich kantiger, ruppiger und mitunter verstörender geschrieben und erzählt als in vorherigen Bänden.
„Breaking News“ ist gewohnte Schätzing-Kost mit neuen Facetten. Ich bin deutlich gespannt auf den nächsten Schmöker. Und ich will endlich mal eine Verfilmung sehen! ^^

Freitag, 15. Januar 2016

Alexander Osang: Lennon ist tot



Eigentlich hätte ich ja größte Sympathien für den jungen Daniel Fischer, der sich von Berlin-Friedrichshagen nach #newyork aufmacht um zu studieren - dann aber zum #Aussteiger wird. Erst schwänzt er das Studium und arbeitet stattdessen für eine Detektei, für die er den ganzen Tag Videoaufzeichnungen von Hauseingängen sichtet. Reichlich haltlos beginnt er sich buchstäblich in der Stadt zu verlieren, trifft auf allerhand irgendwie verkorkste Gestalten; Drogen und Alkohol gibt's natürlich auch. Trotzdem hat mich Daniel ziemlich genervt. Allzu ziellos, motivlos und irgendwie auch weinerlich kam mir die Figur daher. Obwohl ich die Schreibe von #alexanderosang recht gern mag. Die simple Wahrheit, dass man so weit reisen kann, wie man will, sich selbst dabei aber immer im Gepäck hat, hätte diese Figur vielleicht nicht unbedingt gebraucht. #lesewinter #roman #fischerverlag

Dienstag, 22. Dezember 2015

Carlos Ruiz Zafon: Der Gefangene des Himmels



Wie so viele andere bin ich seit "Der Schatten des Windes" schwer verliebt in das #Barcelona von #carlosruizzafon in die Buchhandlung der Familie Sempere, den Friedhof der Vergessenen Bücher. In diesem dritten Band wird die Geschichte von Fermin, dem Mitarbeiter und Freund der Familie ausgebreitet. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob mich die Geschichte wirklich so gepackt und begeistert hätte, wäre dieser Teil meine erste Begegnung mit der Geschichte gewesen. Irgendwie wirkt alles etwas dünner, weniger dicht gewoben und mehr auf Effekt getrimmt. Insbesondere die Dialoge, die Fermin als Gefangener des faschistischen Regimes im Foltergefängnis mit seinen Peinigern führt, lassen mich zweifeln, wie ernst der Autor hier seine eigenen Figuren noch nimmt. Eine Beobachtung am Rande: von Band 1 zu Band 3 wird das verwendete Papier in der gebundenen Ausgabe immer dicker, der Satzspiegel immer großzügiger. Das verstärkt bei mir zumindest den Eindruck, dass hier der nicht unberechtigte Hype um den Auftaktband künstlich verlängert wird. Und ja, natürlich freue ich mich trotzdem auf Band 4. ^^ #leseherbst #roman #fischerverlag

Montag, 9. November 2015

Simon Sebag Montefiore: Jerusalem. Die Biographie



Wie schön wäre es, wenn so manches, was sich als Roman ausgibt, auch nur annähernd so viel Feuer und Würze enthielte, wie dieser wunderbar dicke Schinken allein auf den ersten zwei Seiten. Just saying ...#leseherbst #sachbuch #simonmontefiore #fischerverlag #jerusalem

Sonntag, 8. November 2015

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Montag, 5. Oktober 2015

Alexander Osang: Lennon ist tot



Zum Montag gibt's ein Literaturfrühstück. "die nachrichten" von #alexanderosang mochte ich ja recht gern. Ich bin gespannt, ob mich die Geschichte des Friedrichshagener Studenten in #Newyork ebenso begeistert wie die des ostdeutschen Nachrichtensprechers zuvor. Guten Appetit also. ^^ #leseherbst #Roman #fischerverlag