Donnerstag, 2. Februar 2017
Rainald Goetz: Johann Holtrop. Abriss einer Gesellschaft
"Ein Chef stürzt ab. [...] Das war Ihr Leben, Johann Holtrop! Was sagen Sie dazu?" (Seite 2)
Mit einigem Erfolg kommt Holtrop in die Nullerjahre. Doch der charismatische Chef stürzt über die zunehmenden Verwerfungen einer immer hemmungsloser funktionierenden Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Und dann geht es abwärts.
Während politische Debatten sich wieder stärker um Ungleichheit und Unterschicht drehen, bin ich auf diese Erkundung der Nullerjahre gestoßen und einmal mehr gespannt.
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Mittwoch, 1. Februar 2017
Cyril Pedrosa: autobio
Müll trennen, kein Wasser verschwenden, Unkraut nicht mit
Chemie bekämpfen, auf dem Wochenmarkt lokale Produkte kaufen – hey, ökologisch
bewusst zu leben ist überhaupt nicht so schwer.
Aber wer kauft da immer diese Dosen mit Cocktailwürstchen?
^^
Mit sehr viel Augenzwinkern und mehr als nur eine Prise
Selbstironie erzählt Cyril Pedrosa in diesem Album vom ständigen Ringen darum,
alles richtig zu machen. Dabei muss er nicht nur oft genug den eigenen inneren
Schweinehund überwinden, der es doch lieber bequem mag und eigentlich gar nicht
mit dem Rauchen aufhören will, sondern auch noch seinen Kindern ein gutes Vorbild
sein.
In den ein- oder zweiseitigen Szenen kommt Pedrosa ganz
wunderbar auf den Punkt. Am ehesten stehen wir uns, bei allen guten Vorsätzen,
halt eben doch selbst im Weg.
Die sympathisch-chaotische Öko-Familie unterhielt mich aber
nicht nur in ihrem steten Kampf um die Reinheit des eigenen ökologischen
Fußabdrucks. Gerade das Wiedererkennen des eigenen Ringens in den quirligen
Szenen regt dann doch auch zum Nachdenken an.
Zeichnerisch finde ich das Album ganz wunderbar und
gelungen. Die Überzeichnungen unterstützen Pointen und wichtige Momente, auch
mal ganz ohne Worte, ohne in reinen Slapstick zu verfallen. Dass Pedrosa keinem
festgelegten und starren Panelraster folgt, sorgt für ordentlich Dynamik. Und
ich liebe die immer wieder eingestreuten Panel, die den Rahmen ganz sprengen.
Und in Farbe ist es auch noch! ;)
Kaufen, lesen und am besten gleich noch mal verschenken! ^^
Dienstag, 31. Januar 2017
Raul Zelik: im multiversum des kapitals. wer herrscht wie, wer protestiert, wer nicht und warum nicht?
Die kleine Kapitalismuskritik zum Dienstag!
Raul Zelik schreibt über Theorie und Kultur, darüber wie Theorie und Praxis auseinanderklaffen, und wie dies mit radikalen Interventionen behoben werden könnte.
Und nur so ganz nebenher: Flugschrift ist ein echt schönes Wort. ^^
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Montag, 30. Januar 2017
Teju Cole: Jeder Tag gehört dem Dieb
„Am Morgen meines Konsolatsbesuchs wache ich spät auf.“
(Seite 9)
Das ist aber nicht weiter tragisch, denn schnell geht hier
gar nichts. Das lernt der junge New Yorker als erste Lektion, während er sich
um die nötigen Papiere bemüht, um nach Nigeria, in das Land seiner Eltern zu
reisen.
In 27 kurzen Kapiteln streifen wir mit ihm durch wunderbares
Chaos, Gewühl und Gewimmel von Lagos und treffen Verwandte und Freunde. Der
junge Reisende ist dabei hin und her gerissen zwischen der Sehnsucht nach der
Sicherheit und dem Komfort seines Lebens in New York und, bei aller
Unsicherheit und Gefahr, dem Gefühl der Vertrautheit hier.
Teju Cole erreichte mich beim Lesen recht schnell. Die
Gestaltung des Buches mit Fotografien des Autors lädt schon sehr dazu ein, sich
auf diesen Trip einzulassen.
Allerdings hatte ich eher das Gefühl eine längere Reportage
zu lesen als einen Roman. Die Kapitel folgen eher locker aufeinander. Aber
vielleicht sickert hier auch das Lebensgefühl in einer Stadt, einem Land, wo
das Leben oft bestimmt ist vom täglichen Überleben und weniger mit ausgefeilter
Lebensplanung zu tun hat.
Nach Nnedi Okorafors Roman Lagune ist es in kurzer Zeit das zweite Buch, das mich nach Lagos,
nach Afrika führte – ohne mit der Stimme eines weißen Europäers zu erzählen.
Das lässt den geschilderten Alltag aus irgendwie beiläufiger, brutaler Gewalt
und exotischem Land plausibel und nachvollziehbar erscheinen, ohne
Betroffenheit oder Sensation zu erheischen.
Jetzt bin ich doch gespannt auf Open City, den Roman Coles,
der zuletzt erschient.
Donnerstag, 26. Januar 2017
Leif Randt: Der Planet Magnon
Dingdingding! Donnerstag - und ich finde, die Woche benötigt dringend etwas Science Fiction.
"In den unendlichen Weiten des Weltraums existiert ein Sonnensystem, dessen sechs Planeten und zwei Monde von einer weisen Computervernunft regiert werden. Zwischen Metropolenplanet Blossom und Müllplanet Toadstool ist längst die neue Zeit angebrochen, eine Ära des Friedens und der Selbstkontrolle. Menschen haben sich zu Kollektiven zusammengeschlossen, die um die besten Lebensstile konkurrieren. Doch das Sonnensystem wird erschüttert, als das aggressive Kollektiv der gebrochenen Herzen von sich reden macht." (Umschlagtext)
Gnihihi!
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Dienstag, 24. Januar 2017
Ulrich Teusch: Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten
"Haben Sie noch Vertrauen in die etablierten Medien?" (Umschlagtext)
Ulrich Teusch will versuchen, dem Vorwurf der "Lügenpresse" differenziert zu begegnen, und dabei zu untersuchen, was bei den Mainstreammedien falsch läuft.
Ich hoffe auf eine fundierte Analyse. ^^
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Sonntag, 22. Januar 2017
Mosaik #494
Comic und Kalter Hund zum Sonntag - Check! ^^
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