Donnerstag, 29. Oktober 2026

Jan Jekal: Paranoia in Hollywood. Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten. 1941-1953


„Von Brecht bis zu den Manns, von Vicki Baum bis William Wyler: Ein Panorama des ‚Deutschen Hollywood‘

Los Angeles zu Beginn der 1940er-Jahre: Aus Europa treffen die vor den Nazis Geflüchteten ein. Sie werden Teil der boomenden Filmindustrie Hollywoods, finden im paradiesischen Kalifornien eine neue Heimat. Doch mit dem Ende des Krieges schlägt die Stimmung um. Eben noch als noble Nazi-Gegner gefeiert, wird jetzt ihr Müll vom FBI durchsucht. Der McCarthyismus macht aus Freigeistern feindliche ‚Kommunisten‘. Das Land, das Zuflucht war, wird zum Ort der Repression und Verfolgung.

Fesselnd und stimmungsvoll zeichnet Jan Jekal anhand bisher unveröffentlichter Dokumente nach, wie die deutschen Exilierten in Hollywood am autoritären Amerika verzweifelten – oder sich wehrten: mit Witz, Courage und mit Filmen, die zu Klassikern geworden sind.“ (Umschlagtext)

Vor vielen, vielen Jahren erlebte ich an der Uni die eine oder andere Veranstaltung zu Exilliteratur deutscher Exilant*innen in der Zeit des Nationalsozialismus. All die Geschichten des Dazwischen, des Ankommens, der Fremdheit, der Zerrissenheit, dann der Verfolgung und des erneuten Widerstands berührten mich damals schon sehr. Ich freue mich auf eine breitere Sicht auf die Exil-Szene und deren Leben im Zeichen des McCarthyismus.

Und es macht vermutlich mal so richtig Sinn erneut einen Blick auf diese Geschichte zu werfen – die USA unter Trump und die autoritären Entwicklungen weltweit vor Augen.

Ganz am Rande: geiles Cover, hat mich gleich gekriegt! 😉

„Santa Monica, Pacific Palisades und Beverly Hills – das sind die klingenden Namen des kalifornischen Idylls, in dem sie Zuflucht gefunden haben: Filmemacher und Schauspieler, Schriftsteller und Intellektuelle, die vor den Nazis aus Europa flüchten mussten, darunter Bertolt Brecht, Helene Weigel und Hanns Eisler, Billy Wilder und Fritz Lang, Thomas und Heinrich Mann. Zusammen mit jenen, die schon zuvor dem Ruf der Filmindustrie Hollywoods gefolgt sind, bilden sie eine Solidargemeinschaft der Exilierten.

Doch dieses romantische ‚Weimar am Pazifik‘ ist nicht die ganze Geschichte: Noch während sie im beginnenden Krieg ihren Beitrag aufseiten der Alliierten leisten, werden die Geflüchteten zu Verdächtigen. Genau jene Eigenschaften, die sie erst beliebt machten, werden ihnen bald zum Verhängnis: Ist das, was man zunächst für kosmopolitisch hielt, nicht eigentlich unamerikanisch?“ (Verlagstext)

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