„Nein, nein, wartet … ich erzähl euch, wie das ist …“
(Seite 5)
Ein sonnig-heißer Tag am Strand von Salvador de Bahia – in Sichtweite der
Strandbar liegt eine kleine Felsenfestung über dem Meer. Auf einem Boot vor der
Küste fischen zwei schräge Typen mit Dynamit. BÄMM!!!
Die Explosionen im Wasser bringen Bewegung in die vor Hitze träge Szenerie.
An der Strandbar trinkt der Undercover-Polizist Richard und sprintet alarmiert
mit gezogener Waffe in Richtung des Krawalls. Auf der Festung wird das
Sinnieren des alternden Ex-Militärs Seu Ney durch den Krach jäh unterbrochen.
Sein Gerechtigkeitsempfinden ist empfindlich gestört, während der Dealer Caju,
mit dem er im Schatten eines Baumes spricht, das lieber ignorieren möchte, um
keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Keira schließlich, die dabei
ist, sich von ihrem gewalttätigen Mann zu trennen, spricht mit einer Freundin
über diesen schweren Schritt in einem Bus, der auch sie in die Nähe des kleinen
Küstenabschnitts bringen wird, um den sich die ganze Geschichte dreht.
Wo andere in malerischem Ambiente Urlaub machen, spielt halt eben auch das
normale Leben. In diesem Fall das Leben von ein paar echt verkorksten Leuten,
die alle immer wieder heimgesucht werden von Szenen aus ihrer Vergangenheit. Die
sind perfekt zwischen den Fortgang der auf einen engen Raum und nur einen Tag
konzentrierten Ereignisse eingefügt, die Quintanilha aus immer wieder wechselnder
Perspektive schildert.
Es sind allesamt recht raue Charaktere, und auch ihre Sprache ist rauh. Vor
dem Hintergrund der für uns exotischen Kulisse ergibt das eine unterhaltsame
und spannende Mischung, da sich erst nach und nach entschlüsselt, wie die Leben
der Figuren miteinander verbandelt und verwoben sind.
Quintanilhas Zeichnungen in schwarz-weiß verleihen den Gesichtern etwas Kantig-Markantes
und fangen genügend Details der Umgebung ein, um träge Sommerhitze förmlich
spüren zu können. Zurecht waren in der Presse hinreichend lobende Besprechungen
zu lesen, sag ich mal großkotzig als Leser.
Kurz und gut: Ja, ich weiß, es ist erst März. Aber das ist ein perfektes
Buch für den Sommerurlaub. 😉
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