Spätestens in der nächsten Woche lässt sich auf der
Leipziger Buchmesse #lbm24 wieder bewundern, wie unglaublich vielfältig der
Buchmarkt ist, wie viele Stoffe gedruckt werden und welche Fülle an Verlagen,
großen, noch größeren und kleinen es so gibt.
Seit die Zeiten wieder deutlich politisierter und Debatten
polarisierter geworden sind, trauen sich auch die Großen der Branche wieder
pointiertere, positionierte Bücher, die zum Streit einladen. Warum braucht es
dann eigentlich noch das Extra-Lob für die unabhängigen und kleinen Verlage und
so etwas wie den Indiebookday?
Es ist noch nicht soooo lange her, da ließ sich im
Buchladen recht leicht feststellen, dass die großen Verlage zwar die großen
Namen verlegten, die Buchausgaben aber was die Gestaltung anging, immer
liebloser und einheitlicher daherkamen. Frischen Wind brachten da, dank
verbesserter und einfacherer Produktionsmöglichkeiten, die kleinen Verlage.
Deren Alleinstellungsmerkmal war eine ganze Zeit, dass sie mit wirklich
liebevoll und zum Teil aufwendigen Buchgestaltungen und -ausstattungen wirklich
ins Auge fielen. Ich bin den Kleinen endlos dankbar dafür, dass sie damit den
Druck auf die Großen erhöht haben, hier etwas zu ändern.
Manchen mag das Äußere von Büchern ja etwas egaler
sein, und es geht natürlich auch um Inhalte, Stimmen, Repräsentanz, Vielfalt.
Wo große Konzernverlage sich Imprints leisten, Label einkaufen, um auch
jenseits des Mainstreams Inhalte zu veröffentlichen, sind die Kleinen natürlich
von vorneherein eher darauf bedacht, auch Nischen, und seien sie noch so klein,
zu besetzen. Oft genug erfüllen sie damit auch die wichtige Funktion, Texten
und Autor_innen, eine Bühne zu geben, bevor sie dann von den Großen „entdeckt“
werden. Aber auch das allein, wäre vermutlich zu wenig als Rechtfertigung,
warum es unbedingt unabhängige Verlage braucht.
Ich persönlich finde die Vorstellung ja wirklich
charmant, dass es echte Menschen sind, die mit Leidenschaft Themen aufgreifen
und Autor_innen Gehör verschaffen wollen. Das mag vielleicht ein altbackenes
Bild sein, aber es ist eines, das mich anspricht. Und spätestens bei
Messeauftritten wird dieses Bild tatsächlich lebendig. Die großen Messestände
sind beeindruckend, fühlen sich für meinen Geschmack aber mehr nach
Marketingabteilung an als nach Buchverlag. Riesige Wände, an denen genau ein
oder zwei Bücher aufgestellt werden, die gerade unbedingt vermarktet werden
sollen. Und in zugewandte Gespräche, in denen die Buchleute dem Publikum
tatsächlich zuhören, erlebe ich eigentlich auch nur bei den kleineren Verlagen.
Das alles heißt beileibe nicht, dass die
Publikumsverlage nicht auch ihre Berechtigung hätten und dort nicht auch tolle
und engagierte Leute arbeiten. Aber sie sind, platt gesagt, halt eben doch fest
in der Hand der BWLer. Und die haben eindeutig das Sagen.
Und zum Indiebookday gehört ganz unzweifelhaft auch
der unabhängige Buchhandel. Das eine ohne das andere zu feiern wäre schon
fahrlässig. Darum geht mein dickes Danke nicht nur an die beiden Indieverlage,
die heute meine Buchausbeute bereichern, sondern auch an die beste Bücherfrau
von allen!
Danke, liebe Krischa, dass ich in den Laden stürzen
kann, einen Stapel Empfehlungen aufs Sofa gepackt bekomme, bei dem ich mir
sicher sein kann, dass sie meinen Geschmack treffen und meine Lesewelt trotzdem
erweitern. Ohne dich und gute Bücher – nee, das mag ich mir gar nicht
vorstellen.
Und wenn jetzt dieser Text tatsächlich bis zum Ende
gelesen wurde, dann ist doch klar, was nun zu tun ist. Husch und los! 😊
Ach ja, meine beiden Fundstücke werden natürlich noch
in eigenen Posts gewürdigt werden. 😉
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