Samstag, 8. April 2017

Pit Pikus/ Mark Uriona: Lämmels Syndrom oder Die fünf Dimensionen der Wahrheit



So, lieber Mark, da hast du also zusammen mit Pit Pikus einen Roman geschrieben. Nun ist er bei mir eingetroffen, und ich bin ein wenig aufgeregt. ;)

Der Umschlagtext verspricht einen "surrealen Wahnsinnsroman über Realitäten und Ideale, über deren Vergänglichkeit und ein bisschen auch über den Samsa in uns allen."

Alter, ich bin gespannt! ;)

Ein Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den Verlag.

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Mittwoch, 5. April 2017

Franzobel: Das Floss der Medusa



Es ist eindeutig an der Zeit, die neuen #indiebooksim Haus vorzustellen. ^^

"Zwei Fässer Wein, drei Fässer Wasser, ein Sack Zwieback für 147 Menschen auf einem manövrierunfähigen Floß im Ozean." (Umschlagtext)

Cover plus Beschreibung und schon hat es mich. Herzlich willkommen #franzobel!

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Dienstag, 4. April 2017

Cormac McCarthy: Die Border-Trilogie



„Die Kerzenflamme und ihr im Wandspiegel gefangenes Ebenbild flackerten kurz auf, als er den Flur betrat; und noch einmal, als er die Tür schloss.“ (Seite 7)

Ich weiß gar nicht mehr so recht, wann ich das letzte Mal einen Western gelesen habe und auch nicht, warum Western irgendwann uninteressant für mich wurden. Natürlich habe ich, wie Generationen vor mir, meinen Karl May mit Begeisterung gelesen. Und zumindest an eine Leseerfahrung kann ich mich noch gut erinnern.

Es muss einer der Old Surehand Bände gewesen sein. In einer Nacht, in der ein kräftig krachender Sommersturm den Dachboden, auf dem mein Zimmer sich befand, zum Knarren, Ächzen und Stöhnen brachte. Ich hatte mich festgelesen an einer Story, in der vom Ku-Klux-Klan die Rede war; es ging brutal zur Sache und war meilenweit entfernt von Karl-May-Kitsch, wie er von den Verfilmungen vermittelt wurde.

Ich muss dreizehn oder vierzehn Jahre alt gewesen sein. Und der Text machte mir Angst. Es fühlte sich so rau, ungebändigt und echt an, dass ich mich nicht traute, das Licht zu löschen und zu schlafen. Also las ich zitternd die ganze Nacht durch, bis ich das Buch durchgelesen hatte. Das Knallen und Fauchen und scheppern auf dem Dachboden tat sicher sein Übriges dazu.

Ob ich nach dieser Nacht weitere Bücher vom Altmeister des Western gelesen habe, daran kann ich mich nicht mehr erinnern und auch nicht, ob das Beiseitelegen eines ganzen Genres eine bewusste Entscheidung war. Genauso wenig kann ich mir erklären, warum nun genau die Border-Trilogie von Cormac McCarthy auf meine Leseliste gerutscht ist. Vielleicht brachte die Verlagsbehauptung, dies sei ein „Meilenstein in der Neuerfindung des Western-Genres“ eine nostalgische Seite in mir zum Klingen, die ich vorher lange übersehen hatte.

Um es gleich klar zu sagen, nostalgische Gefühle, Abenteuerromantik, Cowboy-im Sonnenuntergang-Kitsch – all das bietet McCarthy nicht einmal ansatzweise. Gänzlich unpathetisch und fast schon enervierend detailgenau beschreibt er einen mal träge dahinziehenden, kargen Alltag, der auch jederzeit eruptiv ausbrechen kann in kleine, unheimlich große Momente und in pure, nicht einmal notwendigerweise bösartige Gewalt.

Während ich zunächst anhand der Beschreibung der Lebensumstände die Geschichten noch im neunzehnten Jahrhundert verortete – wie das Klischee des Westerns es wohl verlangt – nahm ich im Verlauf erstaunt zur Kenntnis, dass McCarthy eine Welt beschreibt, die vor nicht einmal hundert Jahren im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet noch Realität war. Das gegenseitige Abschlachten auf den grausigen Schlachtfeldern der Welt ist hier nur ein vages Hintergrundrauschen, das nicht einmal als das Heraufziehen der Moderne erkannt wird.

Dass die Welt der Figuren im Umbruch ist, zeigt sich viel undramatischer. Ihre Welt sind die Felder, Weiden, Viehherden und vor allem Pferde. Doch die Böden sind zunehmend ausgezehrt. Kleine Farmer und Züchter mussten sich schon immer gegen die wenigen mächtigen Patrone durchsetzen, die die spärlichen Ressourcen in ihren Händen zu sammeln suchten. Nun aber kauft auch die US Army Land auf, Erdölfelder sprießen aus dem Boden und mit ihnen gesichtslose Firmen und Konsortien. Nicht nur, dass dies den Familien die Lebensgrundlage entzieht, es beeinflusst auch ihr Bild von der Welt dramatisch.

Tagelang einen Wolf beharrlich zu verfolgen, dabei mit dem Lauf der kargen Natur zu verschmelzen mit wenig mehr an Besitz, als ein Pferd zusätzlich zum Reiter zu tragen vermag – hier zählt nicht, was du sagst. Darum brauchen sie meist nicht viele Worte. Hier zählt, was du tust. Und alles hat Konsequenzen, die sich kaum nach gut und böse, richtig oder falsch bemessen lassen.

Die Hauptcharaktere sind allesamt unauffällige Außenseiter, die in ihrer Suche nach ihrem kleinen Glück wie aus der Zeit gefallen wirken. Dabei sind sie nicht besonders grantig, kauzig oder sonst irgendetwas in der Art. Um vielleicht doch ein kitschiges Bild zu bemühen: Mit ihnen würde ich mich jederzeit an ein Lagerfeuer inmitten der Prärie kauern. Alle halbe Stunde sagte jeder einen Satz. Und es wäre genau richtig so.

McCarthy schafft einen Rhythmus, der sich unglaublich natürlich anfühlt. Nichts an den Stories wirkt gekünstelt oder herbeigeschrieben. Damit schafft er es, dass seitenlang nichts oder kaum etwas passieren kann, und trotzdem konnte ich mich dem nicht entziehen oder hätte mich gar gelangweilt.

Die für uns heute lakonisch anmutenden Dialoge passen genau in diese Welt und lassen erahnen, wie sehr die Welt um uns herum eben nicht nur unsere Sicht auf sie prägt sondern auch unsere Sprache. Mutig finde ich die Entscheidung, einen Teil der Dialoge, die auf Spanisch geführt werden, nicht oder nur paraphrasierend zu übersetzen. Es nimmt dem Verständnis interessanterweise nichts, verstärkt aber den Eindruck von der Welt, in der diese Geschichten spielen.

Das Karl-May-Feeling hat Cormac McCarthy mir nicht zurückgegeben. Dafür aber eine neue Lust am Genre und einen neuen, intensiven Blick darauf.

Kurz: Unbedingt lesen! ;)

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Samstag, 1. April 2017

Stephen King: Doctor Sleep



Das war nix. Ich breche ungern ein Buch beim Lesen ab. Aber mit diesem King bin ich so gar nicht warm geworden.

Vielleicht gibt es ja unter euch Freunde des Kingschen Grusels, die mehr damit anfangen können und Lust auf einen Buchtausch hätten? ;)

Schreibt mir einfach eure Vorschläge. ^^

Und ... los! ;)

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Donnerstag, 30. März 2017

Susan Hawthorne: Bibliodiversität. Manifest für unabhängiges Publizieren



Halt! Stop! Und jetzt den Titel auf dem Cover gleich noch einmal lesen! Richtig, es geht um Bücher, publizieren und unabhängige Verlage.

Nachdem ich auf der #LBM zwei Tage lang fast ausschließlich in der Halle der jungen, kleinen und unabhängigen Verlage unterwegs war, gab es mit einer Veranstaltung im #lcb zu diesem Buch gleich noch eine passende theoretische Fundierung. ^^

Ob kleine Indieverlage nur benachteiligte Marktteilnehmer sind; und ob bei Vielfalt, Unabhängigkeit und geistiger Freiheit vielleicht doch auch der Kapitalismus als System eine Rolle spielen könnte - darauf gibt dieses kleine Manifest einer australischen Autorin hoffentlich Antworten.

In der Diskussion zum Buch im lcb legte zumindest der Berliner Kultursenator Klaus Lederer schon mal pointiert und treffend vor.

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Dienstag, 28. März 2017

Mosaik #496



Eigentlich wollte ich ja gleich mit dem Angeben mit den Mitbringseln von der #LBM beginnen. Aber andererseits kann ich ja auch ersteinmal mit dem neuen #mosaik das Wochenende einläuten. ^^

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Donnerstag, 23. März 2017

Carlos Ruiz Zafón: Das Labyrinth der Lichter



"Barcelona in den kalten Wintertagen des Jahres 1959." (Umschlagtext)

Ok, der Satz und die Erinnerung, wie sehr mich der erste Band der Reihe, "Der Schatten des Windes", rund um den "Friedhof der Vergessenen Bücher" fasziniert und begeistert hat, ließen mich nicht lange zögern.

Zwar war ich zuletzt etwas enttäuscht von der Reihe, aber bestimmt wird mit dem letzten Band wieder alles gut. ^^ Fragt sich nur, wie lange ich bei diesen Band das Losschmökern heraus zögere. ;)

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